Zu Ehren von Fritz Leonhardt

Fritz Leonhardt gilt als einer der großen deutschen Bauingenieure des 20. Jahrhunderts. Am 11. Juli 1909 ist er in Stuttgart geboren – dieses Jahr feiert die Fachwelt also seinen hundersten Geburtstag. Das George-Bähr-Forum lädt für den kommenden Mittwoch (24. Juni) im Rahmen des Seminars für Bauwesen zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Ingenieurbauwerk Fernsehturm – 100 Jahre Fritz Leonhardt“ ein. Leonhardt, der zusammen mit Wolfhardt Andrä 1953 das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) gründete, war von 1957 bis 1974 Professor für Massivbau der TH Stuttgart.

Über den „Fernsehturm Stuttgart und seine Nachfolger“ spricht auf der Veranstaltung in Dresden Dr.-Ing. Hans-Peter Andrä, Geschäftsführender Gesellschaf­ter Leonhardt, Andrä und Partner. Der von Fritz Leonhardt erbaute Stuttgarter Fernsehturm war der weltweit erste Fernsehturm in Stahlbetonbauweise.

„Der Dresdner Fernsehturm“, später gebaut als der in Stuttgart, aber höher, ist das Thema von Dr. Ing. Klaus-Jürgen Jentzsch (Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH, Dresden) und Dr.-Ing. Frank Wolf (Ingenieurbüro Dr. Wolf, Eisenberg /Thüringen). Abschließend spricht Dipl.-Ing. Holger S. Svensson (Geschäftsführender Gesellschafter Leonhardt, Andrä und Partner) über „100 Jahr Fritz Leonhardt“.

Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Beyer Bau, Hörsaal 118.

Die Stuttgarter feiern ihren „Leonhardt“ natürlich auch: mit einem internationalen Symposium „Building the 3rd Millenium„, das vom 15. bis 17. Juli vom Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren veranstaltet wird.

Werbung für ACCESS in China

UVS
18. Juni 2009
ACCESS

Prof. Dr.-Ing. Michael Kaliske, Direktor des Instituts für Statik und Dynamik der Tragwerke, besucht vom 22. bis 26. Juni die renommierte Tongji-Universität in Shanghai, um Forschung und Lehre seines Instituts und die Fakultät Bauingenieurwesen der TUD in dem asiatischen Land zu vernetzen. Beim Int. Symposium on Computational Structural Engineering stehen der Austausch von Forschungsergebnissen und der Ausbau der Forschungskooperation im Mittelpunkt.

Beim Aufenthalt an der Tongji-Universität geht es in Gesprächen mit Prof. Quian vor allem darum, den neuen internationalen Master-Studiengang der Fakultät „Advanced Computational and Civil Engineering Structural Studies (ACCESS)“ bei Lehrenden und Studierenden bekannt zu machen. In dem sich rasant entwickelnden chinesischen Wissenschaftsmarkt sind zunehmend Qualifikationen erforderlich, die an bedeutenden Wissenschaftsstandorten im Ausland erworben wurden. Der Studiengang ACCESS bietet deshalb ein interessantes Angebot für die große Zahl gut ausgebildeter chinesischer Studierender des Bauingenieurwesens und der computerorientierten Mechanik.

Aus gutem Grund: Abschluss Diplom

UVS
18. Juni 2009

Die Freie Presse Chemnitz greift ein Thema auf, das vor allem Schülerinnen und Schüler kurz vor dem Abi interessiert: Wo ist der Abschluss Diplom-Ingenieur geblieben – und warum hält die Baufakultät der TU Dresden am Diplom fest? Sie schreibt: „Das Diplom soll in Deutschland verschwinden und durch Bachelor- sowie Masterabschlüsse ersetzt werden. Doch in Dresden gibt es eine „Insel“. Dort macht man den europäischen Trend nicht rückhaltlos mit“ und befragte Steffen Marx, Professor im Institut für Massivbau an der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Dresden, nach den Gründen: „Der deutsche Ingenieur ist eine Instanz. Dieser Abschluss sichert ein Stück weit die Wettbewerbsfähigkeit der Ingenieure. Deshalb halten wir am Diplom fest!“ sagte Prof. Marx im Interview.

Nach einem dreijährigen Bachelor-Studium seien die Absolventen nicht einsetzbar, weil ihnen die Praxisreife fehle. Um das zu verhindern, bleibe man bei einer fünfjährigen Ausbildungszeit. Die Anforderungen des Bologna-Prozesses, der ein Studium länderübergreifend ermöglichen will, würden dennoch erfüllt. Prof. Marx: „Wir haben das Studium umstrukturiert und modular aufgebaut.“

Spiel_Ort: Nach dem 1. Spatenstich die Grundssteinlegung

Erster SpatenstichErster Spatenstich zum Spiel_Ort

Der erste Spatenstich fand in aller Bescheidenheit und in gelassener heiterer Arbeitsatmosphäre statt. Unspektakulär haben einige der StudentInnen des Spiel_Ort-Teams mit Prof. Steffen Marx vom Institut für Massivbau das Fundament gelegt für den ersten Bügel, der am kommenden Freitag um 17 Uhr nach der Festveranstaltung des SFB 528 zum „Ort im Land der Ideen“ feierlich enthüllt werden soll.

Manchmal sah es aus wie bei dem Song „Finger weg von meiner Paranoia“ der Gruppe „Element of Crime“: Einer hält den Spaten und zwei schaun ihm beim Halten zu. Nur dass es hier manchmal fünf waren, die zusahen – um zu lernen, wie es zukünftig geht! Verkürzt geht es so: Erstens den genauen Punkt finden, wo das alles genau hin soll auf der Wiese – dazu hatte sich das Team Verstärkung von den Geodäten geholt. Zweitens Löcher an der genau ermittelten Stelle in den genau vorgegebenen Maßen ausheben. Drittens Schalung so fixieren, dass sie tatsächlich den Plänen entspricht. Viertens hoffen, dass Schalung und Löcher den gleichen Messpunkten folgen (passte!). Fünftens Beton in die Löcher stampfen und sechstens die Schalung darauf (wieder korrekt!) platzieren. Siebstens Schalung füllen – und dann: Ein Glas Sekt auf den historischen Moment, in dem das Projekt in die Phase der Realisierung tritt.

Im neu angelegten Blog des Projekts kann man übrigens nachverfolgen, was gerade passiert. Und reichhaltiges Infomaterial steht dort auch auf Abruf bereit – soll keine(r) sagen, von nichts gewusst zu haben!

Befragung zur Familienfeundlichkeit

UVS
17. Juni 2009

Die TU Dresden soll familienfreundlicher werden. Aus diesem Grund führen die Projektgruppe „Familiengerechte Hochschule“ und das Campusbüro „Uni mit Kind“ eine Befragung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch. Die Initiatoren interessiert, wie familienfreundlich die TU Dresden bereits ist, aber auch, wo noch Handlungsbedarf besteht, damit Beruf und Familie in Zukunft besser vereinbart werden können.

Die Befragung richtet sich an alle Mitarbeiter der TU Dresden und soll die Situation bzgl. der Vereinbarkeit von Familie und Beruf untersuchen.

Zur aktuellen Befragung (bis zum 3. Juli 2009)

BauBlog auch auf sächsisch

UVS
17. Juni 2009

Immer wieder hört man ja als Grund, nicht in Dresden Bauingenieurwesen studieren zu wollen, dass die Leute hier so komisch reden. Erstens müssen wir das hier einmal in aller Form dementieren: Hier in Dresden wird im allgemeinen recht verständlich geredet, und das mit allen möglichen sprachlichen Einfärbungen. Allein an der Fakultät Bauingenieurwesen hört man Hochdeutsch mit badischem, tschechischen, norddeutschen und anderen Ideolekten. Alles – außer sächsisch. Unser Sachse lässt sich nur auf Feiern hinreißen, den Muttersprachler zu geben.
Womit wir beim Thema wären: Man kann, dank der (nicht neuen, aber immer wieder lustigen) Initiative von Henning Thielemann vom Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seine eigenen Seiten in einer Parallelwelt anders klingen lassen. Wie das für den BauBlog aussieht? Gösddlisch!

Ist aus Beton und schwimmt!

Feinschliff am Hefeboot Letzer Feinschliff am Hefeboot

Mit „Luftikuss“, „Aphrodite“, „Hefeboot“ und dem „entSpannRING“ wollen StudentInnen der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden neuen Zielen entgegenstreben: Es sind die Namen der Boote, mit denen sie auf der 12. Deutschen Betonkanu-Regatta antreten, die am 19. und 20. Juni auf dem Baldeneysee in Essen stattfindet. Alle zwei Jahre findet dieser Wettkampf statt – und seit 1992 ist ein Team der TU Dresden dabei. In den vergangenen Jahren erkämpfte man zahlreiche Preise im Konstruktionswettbewerb und trat mit traditionellen Booten (nicht übermäßig erfolgreich) zu den sportlichen Wettkämpfen an. Die Aufsehen erregenden Wasserfahrzeuge für die Offene Klasse („Ist aus Beton und schwimmt!“), in der vor allem Originalität zählt, wurden schon dreimal mit dem ersten Preis in dieser Kategorie prämiert. Der Gelbe Oktober, das erste U-Boot aus Beton und das Wasserrad Drehsden sind heute noch im bzw. auf der Wiese hinter dem Beyerbau zu bewundern. Auch in diesem Jahr sind wieder pfiffige Ideen umgesetzt worden: Ein Team aus etwa 25 BauingenieursstudentInnen, darunter sowohl erfahrene „Betonboot-Veteranen“ als auch jüngere Semester hat gedacht, konstruiert und gebaut. Unterstützt wurden sie dabei vom Institut für Baustoffe, der Fakultät für Bauingenieurwesen, dem Institut für Textil-und Bekleidungstechnik und zahlreichen Sponsoren.

Die grundlegende Idee für die Kanu-Klasse war der Wunsch nach einer glatten Betonoberfläche sowohl an der Außen- als auch Innenseite des Bootes. Zusätzlich zu einer bereits vor zwei Jahren verwendeten Außenschalung, deren Form sowohl gute Schwimmeigenschaften als auch eine effektive Membranwirkung der Betonbootsschale gewährleistet, wurde eine passende Innenschalung gebaut. Der Abstand der beiden Schalungen entspricht der resultierenden Wanddicke des Kanus und beträgt etwa 21 mm. Aus der zweischaligen Bauweise ergab sich die Möglichkeit, die Innen- und die Außenseite der Boote in verschiedenen Farben zu gestalten. Die Betonkanus der TU Dresden werden nämlich traditionell nicht lackiert, sondern aus mit Pigmenten eingefärbtem Beton hergestellt. Die Innen- und die Außenschalung wurden im ersten und zweiten Arbeitsschritt mit einer sehr dünnen Feinbetonschicht versehen und mit textilen Glasfasergelegen bewehrt. Um trotz der vergleichsweise großen Wanddicke (frühere Betonkanus kamen mit wenigen Millimeter aus) die Masse eines Bootes trotzdem insgesamt nur bei etwa 55 kg zu halten, wurde im dritten Arbeitsschritt der Zwischenraum mit einem extrem leichten Schaumbeton unter Verwendung von Blähglasgranulat als Zuschlag gefüllt. Die große Wanddicke erlaubte es auch auf einen umlaufenden Randwulst wie bei früheren Kanus zu verzichten, so dass das Boot einzig durch die gekrümmte Schalenform ausgesteift wird. Die Rohdichte des gesamten Kanus ist kleiner 1 g/cm3. Damit ist es praktisch unsinkbar. Die Luftblasen des Schaumbetons inspirierten zu den Namen der Kanus: Luftikuss, Aphrodite und Hefeboot.

Noch nicht in seiner vollen Pracht zeigen die Bastelkinder den entSpannRINGNoch nicht in seiner vollen Pracht zeigen die Bastelkinder den entSpannRING

Im Ausgleich zu den anstrengenden sportlichen Wettkämpfen ist das Dresdner Projekt für die Offene Klasse konsequent als Ort der Entspannung und des Müßiggangs gestaltet. Ob die Formgebung nun ursprünglich auf einen Rettungsring oder doch einen Donut zurückgeht, ist nicht mehr zweifelsfrei zu rekonstruieren. Jedenfalls bietet der entSpannRING! bequem Platz für neun Bastelkinder (so nennen sich die Betonkanubauer der TU Dresden gerne selbst), die sich mitten auf dem Wasser sonnen und von nervenaufreibenden Bootsrennen erholen wollen. Entsprechend einem (u.a. bei der Drehsden) erprobten Konstruktionsprinzip der Bastelkinder wird der entSpannRING! aus neun einzeln angefertigten Kreisringsegmenten zusammengesetzt und mit Gewindestäben zusammengespannt. Damit wird ein Transport des runden Ungetüms (Durchmesser: 4 Meter; Masse: etwa 600 Kilogramm) überhaupt erst möglich. Für die Fertigung der Kreissegmente wurde anfangs eine Positivform aus Holzspanten, Drahtgeflecht und Gips erschaffen, auf der anschließend eine Negativschalung aus glasfaserbewehrtem Kunststoff (GFK) hergestellt wurde. Mit Hilfe dieser GFK-Schalung wurden später alle Segmente betoniert. Wie im Betonkanubau üblich, wurde dabei ein Feinbeton mit sehr kleinem Größtkorn und hohem Zementanteil verwendet.

Dabei wurde aus zweierlei Gründen auf das zehnte Segment verzichtet und der Ring mit Absicht nicht geschlossen. Erstens findet dort der neuartige Flossen-Antrieb Platz, außerdem muss ja Platz sein für den Bord-Grill. Zum Zweiten will man zeigen, dass man mit sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite des Rings liegenden Spanngliedern auch einen nicht geschlossenen Kreisring aus vorgespannten Segmenten bauen kann. Aus dem statischen Systems des offenen Kreisrings resultieren höhere Materialbeanspruchungen und damit auch höhere Anforderungen an die Fertigungstechnologie und die Materialeigenschaften des textilbewehrten Betons. Der entSpannRING! ist also eine echte Spannbetonkonstruktion – zum An- und zum Entspannen. Der gewählte Name bringt sowohl die grundlegende Konstruktionsidee und den Einsatzzweck als auch den Stolz der Erbauer auf ihr Werk und ihren Berufsstand auf den Punkt, ganz nach der Devise: „Kein Ding ohne Ing(enieur)!“

Während am entSpannRING! noch bis zum letzten Moment getüftelt wird, haben die neuen Betonkanus ihre erste Bewährungsprobe bereits am ersten Juniwochenende beim 32. BetonKanoRace in Roermond, Holland bestanden. Die Damenmannschaft der Bastelkinder entschied den 200 m Sprint für sich und außerdem konnte sowohl den Innovationspreis als auch den Pokal für das leichteste Kanu mit nach Hause nehmen.

SFB 528 gut ins Bild gesetzt

Sonderseite der Welt am SonntagAuf einer Sonderseite stellte die Welt am Sonntag gestern die Orte dieser Woche im Land der Ideen vor. Aufmacher: Der SFB 528

Die Welt am Sonntag gehört zu den Sponsoren der Ideen, Orte mit guten Ideen vorzustellen. Diesen Sonntag informierte sie über die Orte, die in dieser Woche ausgezeichnet werden – und der Sonderforschungsbereich 528 ist ja bekanntlich am kommenden Freitag ein Ort im Land der Ideen. Die Auszeichnung findet vor der Langen Nacht der Wissenschaft statt – und ist verbunden mit der Grundsteinlegung zum Spiel_Ort, einem studentischen Projekt aus Textilbeton, dem Stoff, der den SFB und seine über 50 Forscherinnen und Forscher beschäftigt.
„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler. Ihr Ziel ist es, im In- und Ausland ein zeitgemäßes Deutschlandbild zu vermitteln und die Stärken des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Deutschland zu betonen. Die Kernbotschaft vom Land der Ideen umfasst ein breites Themenspektrum, das die Initiative in ihre Aktivitäten einbindet: Sie macht technologische Innovationen sichtbar, setzt kreative kulturelle und gesellschaftliche Impulse und unterstützt wissenschaftlichen Forschergeist.
Der bundesweite Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wird seit 2006 gemeinsam mit dem Projektpartner Deutsche Bank durchgeführt. Im Rahmen dieser größten Veranstaltungsreihe Deutschlands präsentiert sich an jedem Tag im Jahr ein Unternehmen, eine Institution, eine soziale oder kulturelle Einrichtung als „Ausgewählter Ort“ der Öffentlichkeit und stellt damit neben Ideenvielfalt und Kreativität auch auch das Engagement der Menschen in Deutschland unter Beweis. Am kommenden Freitag wird Friedbert Damm, Deutsche Bank Dresden, den SFB 528 in Anwesenheit der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen auszeichnen.

Große Stahlbauexkursion 2009

UVS
15. Juni 2009
Teilnehmer der StahlbauexkursionTeilnehmer der Stahlbauexkursion

In der Woche nach Pfingsten fand die diesjährige dreitägige „Große Stahlbauexkursion“ der Fakultät Bauingenieurwesen statt. Die 36köpfige Gruppe aus Studierenden des 2. bis 10. Semesters sowie Prof. Stroetmann und Lars Sieber von der Professur für Stahlbau steuerten auf ihrer Busreise durch Mittel- und Westdeutschland zahlreiche interessante Ziele an.
Nach einem frühen Start gegen 6:30 Uhr vor dem Beyerbau ging es zuerst auf die Baustelle der Riesentropenhalle „Gondwana-Land“ des Leipziger Zoos. Hier wird im Moment durch das Unternehmen Eiffel Deutschland Stahltechnologie die Dachkonstruktion der Halle als Stabwerkskuppel aus Stahlhohlprofilen mit einer freien Spannweite von 154 m und einer Höhe von ca. 35 m montiert. Danach stand der Besuch der Nessetalbrücke, einem Brückenneubau im Zuge der BAB A4 auf dem Programm. Die 416 m lange, neunfeldrige Stahlver-bundbrücke mit Stützweiten von bis zu 52 m besteht aus zwei getrennten Überbauten. Der nördliche befindet sich bereits in der Endlage, der südliche wird derzeit noch montiert und eingeschoben. Das Abschlussprojekt des ersten Tages war das PalaisQuartier in der Frankfurter Innenstadt. Zu diesem Gebäudeensemble gehören Hochhäuser mit 99 und 136 m Höhe, das nach historischem Vorbild wieder aufgebaute Thurn-und-Taxis-Palais und die Shoppingmall MyZeil mit der imposanten freigeformten Stahl-Glas-Konstruktion für Dach und Fassade.
Der zweite Tag begann mit der Besichtigung der Stahlbaufertigung von Donges Steeltec, eines der größten Stahlbauunternehmen Deutschlands. Im Anschluss ging es nach Luxemburg zum Werk von ArcelorMittal in Belvaux. Während bei Donges große Bauteile für Kesselgerüste und Brücken in der Fertigung beeindruckten, waren bei ArcelorMittal das Erschmelzen von Stahlschrott im Elektroofen und die Stranggussanlage für die „Beamblanks“ besonders interessant.
Eines der beiden Highlights am letzten Tag war der Besuch der Baustelle an der Kennedybrücke in Bonn. Die 1948/49 erbaute dreifeldrige Vollwandträgerbrücke mit einer Spannweite von 195,8 m in der Mittelöffnung wird derzeit saniert. Darüber hinaus wird der Brückenquerschnitt verbreitert, da diese wichtige Rheinquerung den stetig steigenden Verkehrsanforderungen angepasst werden muss. Das letzte aber nicht weniger spektakuläre Ziel der Exkursion war die Baustelle des Fußballstadions BayArena in Leverkusen. Nach dem Rückbau des alten Stadiondaches werden derzeit das gesamte Stadion sowie angrenzende Flächen durch ein kreisrundes speichenförmiges Dachtragwerk mit einer Haut aus Polykarbonatplatten überspannt. Der äußere Druckring besteht aus einem Kreishohlprofil mit rund 1 m Durchmesser, der von zigarrenförmigen V-Stützen gelagert wird.

Der spätgotische Gewölbebau und seine Bedeutung für die Ingenieurbaukunst

Im Rahmen der Reihe „Seminar für Bauwesen“ spricht am kommenden Donnerstag (18.06.2009) Dr.-Ing. David Wendland (TU Dresden, Philosophische Fakultät) zum Thema „Der spätgotische Gewölbebau und seine Bedeutung für die Ingenieurbaukunst“. Die Veranstaltung beginnt 18:30 Uhr im Hörsaal 2 des Hörsaalzentrums, Bergstraße 64. Die ursprünglich geplante Veranstaltung „Visionen für Dresden – Das Konzerthaus im Spannungsfeld von Musik- und Baukultur“ entfällt.