Glas auf Glas: kleben, planen, berechnen – Glasbauseminare im Oktober

Mit zwei Fachseminaren bieten die Wissenschaftler vom Institut für Baukonstruktion  am 04. und 05. 10. für planende Ingenieure, Sachverständige und andere Berufsgruppen im Glas- und Metallbau die Möglichkeit, sich mit den neusten Entwicklungen in Glasklebetechnik sowie der konstruktiven Gestaltung von Glasfassaden und Glasdächern auseinanderzusetzen. Im Seminar zur Klebetechnik am Donnerstag wird hauptsächlich die Anwendung neuer, hochbelastbarer, transparenter Klebstoffe und das Structural Sealant Glazing behandelt. Alle Teilnehmer sollen nach dem Seminar den gesamten Prozess verschiedener Klebetechniken von der Planung bis zur Ausführung beherrschen, das Seminar wird mit einem anschaulichen Klebepraktikum im Friedrich-Siemens-Labor beendet. Im Vordergrund des Seminars am Freitag steht die konstruktive Durchbildung der Glasfassade mit Hinweisen zur Schadensvermeidung anhand von typischen Schadensbildern. Detailliertere Hinweise zum Inhalt der Seminare und zur Anmeldung finden Sie auf den Seiten des Instituts für Baukonstruktion hier.

Bild: Gläserner Verbindungsgang im Schlosshof Grimma, Steffen Spitzner, Gera

Seminar »DIN 18008: Glas im Bauwesen«

Am Freitag, den 15.09.2018 begrüßte das Institut für Baukonstruktion etwa 50 Ingenieure, Architekten und Anwender aus dem Glaserhandwerk zu einem Fachseminar zur Glasbaunorm DIN 18008. Neben zahlreichen praxisnahen Bemessungsbeispielen stellten die Referenten Prof. Bernhard Weller und Dr. Felix Nicklisch insbesondere die Neuerungen aus der aktuellen Überarbeitung der Normenteile 1 und 2 vor. Auf großes Interesse stießen die numerischen Berechnungsverfahren für den Nachweis absturzsichernder, bedingt betretbarer und durchsturzsichernder Verglasungen, durch die man auf sehr aufwendige Bauteilversuche verzichten kann. Beispielprojekte, die das Vorgehen bei einer Zustimmung im Einzelfall anschaulich erläuterten, zeigten am Ende des Tages, wie sich Innovationen im Glasbau in der Praxis umsetzen lassen. Der rege Austausch und die nette Atmosphäre auf der Veranstaltung zeugten vom Erfolg des Seminars.

Bericht: Felix Nicklisch

 

Prof. Dr. -Ing. Bernhard Weller, Leiter des Instituts für Baukonstruktion, eröffnet das Seminar

„DIN 18008 – Glas im Bauwesen – Bemessung und Konstruktion“ – Tagesseminar am 15.09.

Die DIN 18008 – Glas im Bauwesen – regelt in den Teilen 1 bis 5 die Bemessung und die Konstruktion im Glasbau. Ende 2017 werden die Teile 1 und 2 in überarbeiteter Fassung und der Teil 6 als Entwurf vorliegen. In einer Weiterbildungsveranstaltung wird anhand zahlreicher prüffähiger Berechnungen aus der Baupraxis der aktuelle Stand der Teile 1 bis 6 ausführlich erläutert. Einen Schwerpunkt bilden Beispiele für neu entwickelte numerische und vereinfachende statische Verfahren für den Nachweis absturzsicherer Verglasungen für Tragwerksplaner.Linienförmig gelagerte Verglasungen werden in Konstruktion und Bemessung schrittweise dargestellt und erklärt. Für geklebte Konstruktionen ist weiterhin eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. Das Verfahren mit den notwendigen Bauteilversuchen wird am Beispiel einer geklebten Ganzglaskonstruktion erklärt. Ein kurzer Beitrag zu Forschung und Entwicklung zeigt abschließend neue Wege im Konstruktiven Glasbau.

Das Seminar findet am 15.09.2017 an der TU Dresden im Hörsaalgebäude ABS 94 auf der August Bebel-Str. 20 im Raum E04 statt. Die Tagungsgebühr beträgt 150 EUR und beinhaltet neben den Vortragsfolien die Fachbücher Glasbau-Praxis (Band 1 und 2) als Tagungsunterlage. Weitere Informationen sowie Programm und Anmeldung finden Sie auf unserer Website glasbau-dresden.de.

 

„Spannglasträger – Glasträger mit vorgespannter Bewehrung“

Die Fakultät Bauingenieurwesen lädt zur öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren mit dem Thema „Spannglasträger – Glasträger mit vorgespannter Bewehrung“ von Herrn Dipl.-Ing. Michael Engelmann am Donnerstag, den 24. August, 14.00 Uhr,  ins Sitzungszimmer 03-07 in der August-Bebel-Str. 30 ein.

„Outstanding Paper Award“ – Auszeichnung für beste Veröffentlichung 2016 an Michael Engelmann und Bernhard Weller

Für einen Aufsatz in der Fachzeitschrift „Structural Engineering International“ bekommen Dipl.-Ing. Michael Engelmann und Prof. Dr. Bernhard Weller den „Outstanding Paper Award“ in der Kategorie scientific paper. Mit diesem Preis sollen laut IABSE (International Association for Bridge and Structural Engineering) „Beiträge der höchsten wissenschaftlichen Qualität angespornt und ausgezeichnet werden“. Verliehen wird er auf einer internationalen Tagung im September in Vancouver. Seit einigen Jahren sind tragende Glaskonstruktionen und  insbesondere Glasträger mit vorgespannter Bewehrung Forschungsthema am Institut für Baukonstruktion. Die nun ausgezeichneten Veröffentlichungen beleuchten die wesentlichen Ergebnisse einer experimentellen Studie zu Biegeversuchen an Spannglasträgern. Bereits auf der Weltleitmesse „Glasstec 2014“ wurde die Idee eines Spannglasträgers an einem Prototypen einer Fußgängerbrücke vorgestellt, 2015 erhielt Dipl.-Ing. Engelmann dann einen Design Award auf der „Elegance in Structures“ in Japan für den Entwurf einer 26 m langen gläsernen Fußgängerbrücke nach der selben Konstruktionsweise. Unter dem Titel „Spannglasträger-Glasträger mit vorgespannter Bewehrung“ sind die Forschungsergebnisse in einer Dissertation von M. Engelmann zusammengefasst und eingereicht, die Verteidigung wird im August stattfinden.

 

Biegeversuche an Spannglastraegern, Institut für Baukonstruktion TU Dresden, Bild: Stefanie Flohr

Glas- und Fassadenbauexkursion 2017

Die diesjährige Glasbau- und Fassadenexkursion fand an den bisher heißesten Tagen des Jahres vom 29.05.17 bis zum 31.05.17 statt. Mit 20 Studenten des 4. und 8. Fachsemesters und drei Minibussen ging es ins 500 km entfernte Stuttgart. Direkt nach der Ankunft am Montag wurde das Bürogebäude der Victoria Versicherung im Stuttgarter Zentrum besichtigt. Im Zuge der Sanierung erhält dieses eine neue Elementfassade, um die aktuellen bauphysikalischen und brandschutztechnischen Anforderungen zu erfüllen. Herr Müller von Auer Weber Architekten führte die Gruppe durch den mehrgeschossigen Skelettbau aus den 60er Jahren. Die neue Fassade mit Dreifach-Isolierverglasung würde die zulässige Deckenlast übersteigen, sodass die Estrichkonstruktion im auskragenden Deckenbereich durch einen Hohlraumboden ersetzt wurde. Am Abend des ersten Tages bestand die Möglichkeit, die Aussicht vom Stuttgarter Fernsehturm zu genießen.

Die erste Baustellenbesichtigung am Dienstag fand am Campus Vaihingen statt, wo uns Herr Prothmann (IFP Weber) zusammen mit dem Projektleiter Herrn Hermann (VB-BW, Universitätsbauamt Stuttgart) und dem Architekten Herrn Hieber empfingen. Die Sanierungsarbeiten am Hochhaus sind noch in vollem Gange, sodass die alte und neue Fassade direkt verglichen werden konnte. Zu den energetischen Sanierungen kommen mehrere Maßnahmen zur Schadstoffbeseitigung, wobei das Gebäude während der gesamten Bauzeit genutzt wird. Anschließend ging es nach Kornwestheim zu einem großen Neubauprojekt der Wüstenrot & Württembergische AG. Auf dem Betriebsgelände entsteht ein neuer Unternehmens-Campus mit einer Vielzahl an Bürogebäuden und einer unterirdischen Passage. Bei der Begehung des ersten Bauabschnitts mit Frau Meyer (W&W) und Herrn Linnartz (Ortner&Ortner) konnten die Studenten die unterschiedlichen Baustufen der Gebäude verfolgen und anhand eines modernen Musterbüros die Innenausstattung in Augenschein nehmen.

Bilder: Institut für Baukonstruktion

Die letzte Station an diesem Tag bildete ein Besuch bei Knippers Helbig Advanced Engineering. Das Ingenieurbüro ist im Bereich Tragwerksplanung, Fassadenplanung und Geometrieentwicklung anspruchsvoller Hochbau- und Brückenprojekte tätig. Herr Fildhuth stellte in einem interessanten Vortrag verschiedene Projekte des Büros vor; darunter die kugelförmig verglaste Dachterrasse des Academy Museum of Motion Pictures sowie den Shenzhen International Airport mit parametrischen, wabenförmigen Elementen im Dachbereich. Dabei wurden den Studenten die jeweiligen konstruktiven Herausforderungen der Projekte verdeutlicht sowie die Gestaltung komplexer Detailpunkte erläutert. Abgeschlossen wurde der Besuch des Ingenieurbüros mit einem gemeinsamen Spaziergang zum innovativen Pavillon des ICD und ITKE aus Glas- und Carbonfasern.

 

Am dritten und letzten Tag fand eine Werksbesichtigung der Josef Gartner GmbH in Gundelfingen statt. Bei der Führung konnten Arbeiten in der Stahlverarbeitung sowie die Herstellung von Closed Cavity Fassaden beobachtet werden. Außerdem konnten die Studenten das Testgelände für Fassadenprüfungen und den Showroom mit interessanten Fassaden-Mockups besichtigen. Nach drei abwechslungsreichen, informativen und sehr sommerlichen Tagen in Stuttgart endete die Exkursion für alle Teilnehmer wieder wohlbehalten in Dresden.

 

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Vertreter der Unternehmen und der Architektur- und Ingenieurbüros, die mit ihrem Engagement den Studenten einen guten Einblick in die Praxis ermöglichten.

 

Glasbau 2017

Bild: Katharina Lohr

Über 200 Gäste besuchten am 30. und 31.03.2017 die zweitägige Tagung »Glasbau 2017«. Die große Resonanz zeigt, dass diese Fachveranstaltung fest verankert ist als Forum des Austausches und der Diskussion.

Die Zusammenstellung der Themen ermöglichte einen umfassenden Ein- und Überblick über aktuelle Fragestellungen im Konstruktiven Glasbau und die Anwendung der neu eingeführten Normenteile. Die Referenten stellten die aktuelle Forschung und Entwicklung sowie die Entwurfs- und Planungsprozesse herausragender Projekte vor.

Zur Tagung erschien das Jahrbuch »GLASBAU 2017«. Die Schwerpunkte bilden Bauten und Projekte, Energie und Nachhaltigkeit, Bemessung und Konstruktion sowie Forschung und Entwicklung. Erstmalig wurde in diesem Jahr eine weitere Rubrik zu Bauprodukten und Bauarten eingeführt. Renommierte Autoren aus Planung, Verarbeitung, Forschung und Entwicklung zeigen den Stand der Technik sowie vertiefte Einsichten in spezielle Fragestellungen. Als Jahrbuch umfasst diese Publikation alle wesentlichen Entwicklungen auf dem Gebiet des konstruktiven Glasbaus und der Fassadentechnik. Ausgewählte Autoren referierten auf der Tagung »Glasbau 2017«.

Allen Referenten, Unterstützern und Sponsoren der Veranstaltung sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

 

Beitrag: Katharina Lohr

Leichtigkeit und Transparenz…

sind für das Erscheinungsbild heutiger Architektur sehr prägend. Großflächige Glaskonstruktionen bis hin zu primär tragenden Glasstrukturen sind immer öfter zentraler Bestandteil moderner Gebäude. Aufgrund der sehr großen und wiederholten Nachfrage bietet das Institut für Baukonstruktion am 5. Mai ein Kompaktseminar an, das die Grundlagen zur Bemessung und Konstruktion im Konstruktiven Glasbau anschaulich und verständlich vermittelt.

Für den Entwurf von tragenden Bauteilen aus Glas werden die aktuellen Regeln der DIN 18008 vorgestellt und die bauaufsichtlichen Anforderungen sowie die gegebenenfalls erforderlichen Bauteilprüfungen ausführlich erläutert. Rechnerische Nachweise für Vertikalverglasungen und Überkopfverglasungen werden durch prüffähige Berechnungen schrittweise vorgeführt und erklärt. Im Fokus stehen zudem Sicherheitsaspekte von absturzsichernden, betretbaren und durchsturzsicheren Konstruktionen sowie eine Vorschau auf die bevorstehende Überarbeitung der Glasbaunormung.

Die Kompaktseminare werden als Tagesprogramm angeboten und gliedern sich in vier Lehreinheiten zu je 90 Minuten. Die Konstruktionen werden im Detail erläutert und die Berechnungen anhand vorbereiteter Beispiele aus der Lehrbuchreihe „Glasbau-Praxis“ dargelegt. Die Bände 1 und 2 sind als Seminarunterlagen Bestandteil der Fortbildung. Die Seminarvorträge bieten ausreichend Möglichkeit zur Fragestellung.

 

Termin: 05.05. in Essen, nähere Infos unter www.glasbau-dresden.de

Denkmal und Energie – keine Gegensätze

Denkmal und Energie 2016

Am 28.11.2016 konnte das Institut für Baukonstruktion über 200 Teilnehmer bei der Tagung „Denkmal und Energie“ begrüßen. Die jährlich in Osnabrück stattfindende Veranstaltung etabliert sich zunehmend zu einem Treffpunkt von Architekten, Ingenieuren, Denkmalpflegern, Vertretern des öffentlichen Dienstes und Unternehmen, welche im Bereich der Denkmalpflege und Sanierung tätig sind.

Beantwortet werden dabei Fragestellungen rund um den Themenkomplex der energetischen Sanierung im Denkmalbereich. Zur Tagung erschien das Jahrbuch „Denkmal und Energie 2017“. Die Schwerpunkte bilden Bauten und Projekte, Gestaltung und Konstruktion, Material und Technik sowie Forschung und Entwicklung. Renommierte Autoren aus Planung, Verarbeitung, Ausführung und Forschung zeigen den Stand der Technik sowie vertiefte Einsichten in spezielle Fragestellungen.

 

Glasbau Exkursion Mai 2016

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Eindrücke von der Exkursion. Fotos:Michael Engelmann

Die diesjährige Glas- und Fassadenbauexkursion für das 4. und 8. Fachsemester hatte die Hansestadt Hamburg zum Ziel. Auf der Fahrt nach Hamburg besuchten wir die Schott AG in Grünenplan. Das Unternehmen wurde 1884 als „Schott & Genossen“ in Jena gegründet und spezialisiert sich heute auf Spezialgläser und -werkstoffe. In dem Grünenplaner Standort konnten wir die Herstellung von maschinengezogenem Glas nach dem 1904 entwickelten Fourcault-Verfahren und das Beschichtungszentrum besichtigen. Durch verschiedene Beschichtungen entstehen Produkte wie das „Amiran-Glas“, ein reflexionsarmes, nahezu unsichtbares Glas, das „Mirona-Glas“, welches abhängig von der Helligkeit des Hintergrundes transparent oder wie ein Spiegel wirkt und das „Namira-Glas“, welches je nach Beschichtung unterschiedliche Farbeffekte reflektiert.

Als nächstes Exkursionsziel besuchten wir das 15 Minuten entfernte UNESCO Welterbe Fagus Werk in Alfeld-Hannover. Beim Fagus Werk handelt es sich um ein Familienunternehmen in der fünften Generation, welches Schuhleisten produziert. Das Firmengebäude ist eines der ersten Projekte des Architekten Walter Gropius und besitzt ein für die damalige Zeit innovatives Fassadenkonzept. Besonders sticht die Konstruktion der stützenfreien, gläsernen Ecken hervor. Nach einer interessanten Werksführung ging es weiter nach Hamburg, wo uns der Abend zu freien Verfügung stand.

Der nächste Tag startete mit einer Besichtigung eines sich im Bau befindlichen Bürokomplexes der Reederei Hamburg Süd Group. Geführt wurde diese durch Dr.-Ing. Thomas Schadow von der WTM Engineers GmbH, welche für die Tragwerksplanung des Projektes verantwortlich war. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine denkmalgerechte Sanierung mit angeschlossenem Neubau. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der originalgetreuen Nachbildung der Glasfassade. Nach einer kurzen Stadtführung durften wir das Ingenieurbüro der WTM Engineers GmbH besuchen. Dabei bekamen wir einen Einblick in die großen Tätigkeitsfelder und Arbeitsbedingungen des Unternehmens.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter zur Baustelle des „The Fontenay“ Hotels an der Alster. Auf der Baustelle erhielten wir eine sehr interessante Führung, mit dem Schwerpunkt Fassadentechnik, durch Herrn Bäumler von der Firma Lindner Fassaden GmbH.

Als Abschluss der Exkursion besuchten wir das IBA Gelände in Hamburg. Wir starteten mit einer Architekturführung, bei der uns die verschiedenen Wohnkonzepte „Smart Price Houses“, „Smart Material Houses“, „Hybrid Houses“ und „Water Houses“ vorgestellt wurden. Im Anschluss lernten wir das „BIQ-Algenhaus“ kennen, welches mit Hilfe von Algen in einer Vorhangfassade Biomasse und Wärme produziert.

Tom Müller