Züblin-Stahlbaupreis 2022 verliehen

Die Verleihung des ZÜBLIN-Stahlbaupreises an Studierende und Absolventen aus den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen der Technischen Universität Dresden fand am 23. Juni 2022 zum mittlerweile 10. Mal statt. Mit diesem Preis werden herausragende Arbeiten gewürdigt, die zur Anwendung und Weiterentwicklung der Metallbauweise beitragen und im Rahmen des Studiums oder einer Promotion angefertigt wurden. Die Fachjury, bestehend aus Dipl.-Ing. Marco Eckert – technischer Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Hagen Urban – technischer Leiter des Bereiches Hochbau, Dipl.-Ing. Lars Feulner – Leiter der Konstruktion, jeweils von der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena und den Vertretern der Technischen Universität Dresden, Prof. Dr. Richard Stroetmann, Professor für Stahlbau und Prodekan der Fakultät Bauingenieurwesen und Prof. Dr. Matthias Beckh, Professor für Tragwerksplanung an der Fakultät Architektur, nominierte in diesem Jahr insgesamt sechs Arbeiten. Diese setzten sich mit anspruchsvollen Fragestellungen aus der Stahlbauforschung und -anwendung auseinander. Einen Schwerpunkt bildete in diesem Jahr der Einfluss des Schweißprozesses auf Stahlbaukonstruktionen. Dazu gehörten Untersuchungen zur Fertigung und Montage von Stahlwasserbaukonstruktionen, analytische und numerische Berechnungen des Schweißverzuges von Stahlbaukonstruktionen sowie Studien zur Biegeknicktragfähigkeit geschweißter I- und Kastenquerschnitte aus höherfesten Stählen und der Anwendung schädigungsmechanischer Modelle zur strukturmechanischen Berechnung von Schweißverbindungen höherfester Stähle mit lokaler Entfestigung im Bereich der Wärmeeinflusszone.

Zudem wurden Arbeiten zur Untersuchung der Diskontunitätsbereiche von Orthoverbund- Fahrbahnplatten und der Ökobilanzierung von Bauprodukten beim Einsatz der Stahl-Holz-Hybridbauweise im Geschossbau präsentiert. Die Arbeiten wiesen durchgehend eine sehr hohe Qualität auf und wurden in überzeugender Weise von den Studierenden und Absolventen der TU Dresden vorgestellt. Auch zeigten sich die Nominierten in der anschließenden Fachdiskussion sattelfest und tiefgehend mit der jeweiligen Materie vertraut. Die feierliche Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2022 fand traditionell am Abend im Rahmen des Bauballs der TU Dresden statt, der in diesem Jahr von den Studierenden des 6. und 8. Fachsemesters der Fakultät Bauingenieurwesen ausgerichtet wurde. Die Preisverleihung wurde von Herrn Eckert mit einer kurzen Vorstellung des Unternehmens und aktuellen Projekten der Züblin Stahlbau GmbH eröffnet. Letztere weckten das Interesse der Studierenden durch ihre Vielseitigkeit und die spannenden Herausforderungen, die sich bei der Planung und Ausführung ergeben. Daraufhin betonte Herr Eckert die Herausforderung, aus den thematisch vielschichtigen und allesamt hochwertigen Einreichungen eine Auswahl und Reihung der Preisträger vorzunehmen. Anschließend übernahm Herr Prof. Stroetmann das Wort, bedankte sich für das große Engagement der Züblin Stahlbau GmbH im Bereich der Lehre und Forschung sowie die sehr gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Insbesondere im Bereich der Studierendenförderung unterstützt ZÜBLIN Stahlbau die TU Dresden mit der Vergabe von Stipendien, der Auslobung des Stahlbaupreises, der Förderung von sozialen Projekten von Studierenden des Bauingenieurwesens, Angeboten zu Werks- und Baustellenbesichtigungen sowie durch die Betreuung von Studien- und Diplomarbeiten.

Der mit insgesamt 3000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr für eine Projektarbeit und zwei Diplomarbeiten des Bauingenieurwesens vergeben. Dabei hat sich die Jury aufgrund der hohen Qualitäten von zwei Arbeiten in sehr unterschiedlichen Gebieten dazu entschlossen, zwei 2. Preise zu vergeben. Diese erhielten Herr Dipl.-Ing. Christoph Holzapfel für seine Diplomarbeit zur Anwendung schädigungsmechanischer Modelle zur strukturmechanischen Analyse von Schweißverbindungen und Frau Lisa Wolfram für ihre Projektarbeit zur Ökobilanzierung von Bauprodukten und dem Einsatz der Stahl-Holz-Hybridbauweise im Geschossbau (Bild 2). Im Rahmen der Diplomarbeit gelang es Herrn Holzapfel, die Eigenschaften und Unterschiede aktueller schädigungsmechanischer Modelle herauszuarbeiten und für Schweißverbindungen die realitätsnahe Simulation des Last-Verformungs- Verhaltens qualitativ und quantitativ bis zum Bruch zu simulieren.

Dabei hat er die Schweißverbindung als Mehrzonenmodell mit dem Grundmaterial, der Wärmeeinflusszone und dem Schweißgut erfasst und das trennende Material- verhalten mit dem abfallenden Last-Verformungs-Ast berücksichtigt. Die Arbeit bildet eine hervorragende Grundlage zur numerischen Simulation von Versuchen an Schweißverbindungen und zur Durchführung der erforderlichen Parameterstudien zur Entwicklung von Bemessungsmodellen.

Lisa Wolfram ging der Frage nach, wie Stahl-Holz-Hybridkonstruktionen einen Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Qualität von Geschossbauten leisten können. Dabei legte sie einen Schwerpunkt auf die Verwendung von Laubhölzern, um die Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft und das Ziel klima- und schädlingsresistenter Wälder zu fördern. Neben der überwiegend höheren Dichte und Festigkeit gegenüber Nadelhölzern sind bei Verwendung von Laubhölzern die längere Wachstumsdauer und Beschaffenheit der Bäume bei der Herstellung von Bauprodukten für den Geschossbau zu beachten. Im Rahmen der Ökobilanzierung verfolgte Frau Wolfram die relevanten Prozesse für den Primärenergiebedarf und das Treibhauspotential. Im Vergleich verschiedener Bauweisen für den Geschossbau unterstrich sie das Potential der Stahl-Holz-Hybridbauweise aufgrund der deutlichen Verbesserung der Ökobilanzen, den hohen Grad der Vorfertigung und Einsatz als Modulbauweise sowie den technischen Möglichkeiten durch die Kombination mit Stahl. Den 1. Preis erhielt in diesem Jahr Frau Camilla Lewerenz für ihre Diplomarbeit zur Untersuchung der Diskontinuitätsbereiche von Orthoverbund-Fahrbahnplatten. Im Zusammenhang mit der Entwicklung dieser Bauweise wird derzeit am Institut für Stahl- und Holzbau der Technischen Universität Dresden das AiF-FOSTA- Forschungsvorhaben P1265 durchgeführt. Orthotrop ausgesteifte Stahlbleche werden mit Dübelleisten und einer schlanken Stahlbetonschicht ergänzt, um die Ermüdungsfestigkeit zu erhöhen und weitere Nachteile der orthotopen Stahlfahrbahnplatte zu beseitigen. Im Unterschied zur klassischen Verbundbauweise wirken die Dübelleisten in Längs- und Querrichtung des Brückendecks. Dadurch können die Ermüdungsbeanspruchungen infolge von Radlasten soweit herabgesetzt werden, dass eine ausgesprochen dauerhafte und zugleich leicht zu fertigende Bauweise von Brückendecks entsteht. Frau Lewerenz untersuchte im Rahmen ihrer Diplomarbeit die Diskontinuitätsbereiche, die sich durch lokale Radlasten in Längs- und Querrichtung des Brückendecks ergeben. Hierzu entwickelte sie FEM-Modelle für eine Deck- und eine Trogbrücke, um insbesondere die Beanspruchung der Dübelleisten zu untersuchen. Sie entwarf Stabwerksmodelle zur ingenieurmäßigen Berechnung des Lastabtrages und unterbreitete Konstruktionsvorschläge zur Anordnung der Dübelleisten und die Ausbildung der Stahlbetondeckschicht. Die Jury zeigte sich beeindruckt von den breit angelegten Untersuchungen, den praxisgerechten Lösungsvorschlägen und dem tiefgehenden Fachwissen von Frau Lewerenz. Ergänzend zu den Urkunden, Preisgeldern und Blumensträußen für die Preisträger:innen wurde anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Züblin-Stahlbaupreises auch eine kleine Stahlbaukonstruktion an die 1. Preisträgerin überreicht (Bild 2). Diese wurde im Rahmen eines Ideenwettbewerbes der Züblin Stahlbau GmbH von Anika Lodwig entworfen und besteht aus einem T-Profil, einer Augenstabverbindung und einem Schraubenschlüssel. Allen Preisträger:innen einen herzlichen Glückwunsch für die hervorragenden Arbeiten!

Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2022 beim Bauball der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden, v.l.n.r.: Prof. Dr. Richard Stroetmann (TU Dresden), Prof. Dr. Matthias Beckh (TU Dresden), Dipl.-Ing. Christoph Holzapfel (2. Preis), Lisa Wolfram (2. Preis), Dipl.-Ing. Camilla Lewerenz (1. Preis), Dipl.-Ing. Marco Eckert (Züblin Stahlbau GmbH)

Bericht: Dipl.-Ing. Thoralf Kästner Institut für Stahl- und Holzbau, Technische Universität Dresden

Institut für Geotechnik erhält Lehrpreis der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e.V.

Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Technischen Universität Dresden e. V. vergibt seit 1995 Preise für den besonders engagierten Einsatz von Lehrenden der TUD in der Aus- und Weiterbildung. Mit der jährlichen Ausschreibung sollen Anreize für die Verbesserung der Lehre an der TU Dresden geschaffen und Impulse für neue Ideen und Konzepte gegeben werden.

Gesucht waren dafür im Studienjahr 2020/2021 Konzepte, die sich insbesondere durch ein hohes Maß an Kreativität, Interaktivität sowie die Möglichkeit zur Partizipation auszeichnen. Die Vorschläge für die zu Ehrenden wurden von einzelnen Studierenden bzw. Studierendengruppen, den Fachschaftsräten, den Dekan:innen der Fakultäten sowie den Bereichssprecher:innen eingereicht.

Aus der Fülle der Vorschläge hat der Vorstand der GFF gemeinsam mit dem Prorektor Bildung insgesamt elf Preisträger:innen ausgewählt.

An der Fakultät Bauingenieurwesen wurde dieser Preis für die Lehrveranstaltung „Stoffmodelle für Böden“ an Dr.-Ing. Max Wiebicke und Prof. Ivo Herle vergeben. In der Begründung heißt es: „Es wurde ein völlig neues und modernes Lehrkonzept erstellt. Mit Hilfe von interaktiven Webseiten können die Stoffmodelle aufgebaut, modifiziert und graphisch mit Versuchsergebnissen verglichen werden. Die Implementierung erfolgt in Jupyter Notebook (Python) auf dem GitLab-Server. Diese dynamischen Lehrunterlagen erlauben den Studierenden Routinen zu ändern und ein sofortiges Feedback über die Ergebnisse der Simulation zu erhalten.“

Ursula-und-Bernd-Zastrau-Mechanik-Preis an Herrn Tim-Felix Kriesten verliehen

Am 12.11.2021 wurde erstmalig der „Ursula und Bernd Zastrau Mechanik-Preis“ vergeben. Herr Dipl.-Ing. Tim Felix Kriesten erhielt die Auszeichnung für seine Abschlussarbeit zum Thema „Untersuchung des Lösungsverhaltens von Phasenfeldformulierungen bei Risssimulationen“.

Der Preis wurde von Frau Ursula Zastrau und Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. Bernd Zastrau, dem ehemaligen Leiter des Instituts für Mechanik und Flächentragwerke (IMF), gestiftet und wird an herausragende Absolventen des Bauingenieurstudiums für die beste, am IMF verfasste, Abschlussarbeit des Jahres verliehen.

Kurt-Beyer-Preis- Verleihung am 22.Oktober

Am 22. Oktober 2021 wurde um 13:30 Uhr im Dülfersaal der TU Dresden der Kurt- Beyer-Preis verliehen. Mit diesem Preis ausgezeichnet werden jährlich ein bis zwei herausragende Abschlussarbeiten/Dissertationen von Studierenden und jungen Wissenschaftlern auf dem Gebiet des Bauwesens und der Architektur.
In diesem Jahr wurden ausgezeichnet:

Frau Dr.-Ing. Anne Harzdorf
Für die von ihr verfasste Dissertation:
„Anpassungs- und Umnutzungsfähigkeit von Produktionshallen“
und
Herr M. Sc. Daniel Blume
für die von ihm verfasste Masterarbeit:
„Prima Klima: Resilientes Stadtgrün“

Kurt-Beyer-Preis für Frau Dr.-Ing. Anne Harzdorf, v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Adrian Diaconu von der Hochtief Infrastructure GmbH, Dr.-Ing. Anne Harzdorf, Prof. Dr.-Ing. Rainer Schach. Bild: Stefan Gröschel
V.l.n.r.: Dipl.-Ing. Adrian Diaconu von der Hochtief Infrastructure GmbH, Daniel Blume, M. Sc., Prof. Dr.-Ing. Catrin Schmidt,Prodekanin Fakultät Architektur. Bild: Stefan Gröschel


Im Jahr 2020 fand coronabedingt keine Preisverleihung statt. Die zwei Preisträgerinnen aus dem Jahr 2019 wurden nunmehr am 22. Oktober 2021 geehrt, diese Preise erhielten:


Frau Dipl.-Ing. Maximila Anne Maria Ott
Für die von ihr verfasste Diplomarbeit:
„Pembroke College Library – Oxford“
und
Frau Dipl.-Ing. Laura Drechsel
Für die von ihr verfasste Diplomarbeit:
„Inspektion und Korrosionsschutz von vorwiegend normalkraftbeanspruchten, obenliegenden Stahl- und Verbundbrückenbauteilen“

Der Kurt-Beyer-Preis wurde 1996 von der HOCHTIEF Construction AG und gestiftet und wird seit 2011 von der HOCHTIEF Solutions AG ausgelobt. Prof. Kurt Beyer (1881 – 1952) gilt als einer der profilbestimmenden Hochschullehrer der Technischen Hochschule Dresden (heute Technische Universität Dresden). Er war international anerkannter Fachmann unter anderem auf den Gebieten des Stahlbaus und Brückenbaus. Sein bedeutendstes theoretisches Werk „Die Statik im Eisenbetonbau” (1927) wird auch „Beyer-Bibel“ genannt. 1952 wurde das denkmalgeschützte Gebäude, das Martin Dülfer 1910 bis 1913 für die Abteilung Bauingenieurwesen der TH Dresden errichten ließ, nach Kurt Beyer benannt.

V.l.n.r.:Prof. Dr. Michael Kobel, Prorektor Bildung der TU Dresden, Dipl.-Ing. Adrian Diaconu von der Hochtief Infrastructure GmbH, Dr.-Ing. Anne Harzdorf, Daniel Blume, M. Sc., Prof. Dr.-Ing. Rainer Schach, Dr.-Ing. Catrin Schmidt. Bild: Stefan Gröschel

Studierende der Fakultät Bauingenieurwe­sen gewinnen studentischen Wettbewerb!

Zur Revitalisierung der Tagebaufolgelandschaft rund um den Störmthaler See wurde von der Gemeinde Großpösna ein studentischer Ideenwettbewerb ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs war die Erschließung der Magdeborner Halbinsel durch eine ca. 600 m lange Fuß- und Radwegbrücke sowie die Steigerung der touristischen Attraktivität durch den Bau einer Seebrücke.

Die Studierenden der TU Dresden nahmen im Rahmen des Moduls „Brückenbau“ an dem Wettbewerb in der Kategorie „Brücke über den See“ teil, konnten sich erfolgreich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen und die ersten beiden Plätze für sich beanspruchen. Auf Platz 1 kürte die Jury eine innovative Schrägkabelbrücke in Holz-Beton-Verbundbauweise (Entwurf: Jonas Scharf, Cedric Eisermann, Kemal Erdem Cicek); den zweiten Platz belegte eine dezente und materialsparende Spannbandbrücke auf schwimmenden Pontons (Entwurf: Johannes Heller, Tim Pergande, Jasmin Zschau, Lovis Tenner).

Visualisierung des Siegerentwurfs | Cedric Eisermann, Jonas Scharf und Kemal Erdem Cicek

Das Institut für Massivbau bedankt sich bei dem Auslober, insbesondere Frau Dr. Gabriela Lantzsch und Herrn Patrick Wiederanders, für die tolle Initiative und hofft, dass die Ergebnisse Anreize für andere Städte und Gemeinden schaffen. Für die Studierenden ergab sich durch die Teilnahme die Möglichkeit, die während des Studiums gesammelten Kompetenzen am Beispiel eines „realen“ Projektes umzusetzen. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen im Hinblick auf persönliche Treffen, herrschte eine intensive Zusammenarbeit, Kommunikation und ein reger Austausch.

Das IMB gratuliert den Gewinnern und bedankt sich bei allen Studierenden für die engagierte Teilnahme!

Prof. Manfred Curbach steht für „WEITSICHT“ im #innovationsland Deutschland

Manfred Curbach gehört zweifelsohne zu den Menschen, die mit Mut und guten Ideen Innovationen in und aus Deutschland vorantreiben. Rückschläge und Kritik konnten ihn nicht aufhalten, sondern bestärkten ihn darin seine Vision des Bauens mit Carbonbeton stets zu akzelerieren. Heute sehen wir die Früchte seiner Arbeit. Die Entwicklung, Erforschung und Überführung des Materials Carbonbeton in die Praxis erobert aktuell den Markt. Ein wunderbares Beispiel ist die Entstehung des ersten Gebäudes CUBE vollständig aus Carbonbeton und zwar in der Landeshauptstadt Dresden.

Foto zeigt ein Smartphone mit der Startseite der BMBF-Kampagne
Smartphone mit der Startseite der BMBF-Kampagne #innovationsland Deutschland (aufgerufen am 24.11.2020)

Kein Wunder also, dass auch Manfred Curbach im Rahmen der Kampagne des Bundesministerium für Bildung und Forschung „#innovationsland Deutschland“ porträtiert wurde. Die Kampagne stellt nicht nur die Forscher:innen in den in den Mittelpunkt, sondern macht zudem deren Innovationen für jeden sichtbar und erfahrbar und so auch die der Carbonbetonbauweise.

In einem eigens für diese Kampagne produzierten Porträtfilm zeigt Prof. Manfred Curbach einerseits auf, wie leistungsfähig und nachhaltig der neue Werkstoff Carbonbeton ist und andererseits spricht er darüber wie Weitsicht und Innovationsgeist seinen Werdegang begleitet haben.

Mit der Informations- und Dialogkampagne #innovationsland Deutschland möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung Innovationen sichtbar und erfahrbar machen, indem möglichst vielen unterschiedlichen Menschen ebenso viele unterschiedliche Themenzugänge geboten werden. 

Webseite der Kamapagne: https://www.innovationsland-deutschland.de 

„Preis der Bauindustrie Sachsen“ für Iurii Vakaliuk

Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) hat zum 13. Mal den „Preis der Bauindustrie Sachsen“ für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich des Bauingenieurwesens und der Architektur verliehen. Die Auszeichnung erfolgte coronabedingt im Rahmen der verbandsinternen Sitzung des Ausschusses für Personalentwicklung am 14. Oktober 2020 in Leipzig.

„Der Preis ist für den Bauindustrieverband ein bedeutender Baustein zur Förderung des Nachwuchses der Bauwirtschaft“, betont BIVO-Präsident Wolfgang Finck und freut sich mit den Preisträgern. Die Fachkräftesicherung gehöre neben der Digitalisierung zu den großen Herausforderungen der Branche. „Zusätzlich zu den demografischen Entwicklungen spüren wir zunehmend, dass die Bereitschaft nachlässt, unter den besonderen Bedingungen des Bauens zu arbeiten. Die Prämierung von Abschlussarbeiten ist dabei nur ein Baustein, die Vielseitigkeit des Bauens zu betonen und das Image der Branche zu pflegen“, so Finck.

Der BIVO-Präsident bemerkt, dass in den Bauunternehmen interessante und anspruchsvolle Betätigungsfelder mit hervorragenden beruflichen Perspektiven für den Berufsnachwuchs warteten. Um als Branche im Wettbewerb mit anderen Industriezweigen attraktiver zu werden, müsse es gesamtgesellschaftlich gelingen, dass der Bauberuf und die Bedeutung der Baukultur für die Gesellschaft wieder positiver wahrgenommen werden.

Der „Preis der Bauindustrie Sachsen 2020“ im Teilbereich Bauingenieurswesen wurde verliehen an Iurii Vakaliuk vom Institut für Massivbau an der TU Dresden für seine Masterarbeit zum Thema „Konzeptionelle Entwicklung für die Anordnung von modularen textilbewehrten Makrozellen“. Im Teilbereich Architektur gewann Robert Bretschneider den Preis für seine Diplomarbeit zum Thema „Radrennbahn Dresden-Reick“. Herr Vakaliuk und Herr Bretschneider studierten beide an der Technischen Universität Dresden.

Zur Begründung führt Finck aus: „Die Arbeit im Bereich Bauingenieurswesen zeigt ein sehr gutes Konzept zur Reduzierung der Gesamtbaukosten, insbesondere zur Verringerung des Materialvolumens von Beton, auf. Die Architekturarbeit beschreibt den Entwurf einer modernen Sportanlage, die Strahlkraft für die Landeshauptstadt Sachsens besitzt und den Fahrradverkehr fördern sowie den Radsport in der Region prägen kann. Zwei ganz ausgezeichnete Arbeiten, die des Sächsischen Baupreises würdig sind.“

Der alle zwei Jahre ausgelobte „Preis der Bauindustrie Sachsen“ ist mit 2.000 Euro dotiert.

Der Bauindustrieverband Ost e. V. vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Quelle: Pressemitteilung www.bauindustrie-ost.de

Masterarbeit Iurii Vakaliuk:

Konzeptionelle Entwicklung der Grundprinzipien eines makrozellularen modularen Struktursystems auf der Basis von Textilbeton

Es ist bekannt, dass es seit der Antike und besonders heute mit der schnell wachsenden Bevölkerung, dem industriellen Fortschritt und den Handelsbeziehungen erforderlich ist, mehr Infrastrukturobjekte, Wohngebäude, industrielle Gigafabriken, Hochhäuser und Brücken mit immer größeren Spannweiten zu entwickeln, um auch den entferntesten Bereich mit dem globalen Netzwerk zu verbinden. Solche raschen Fortschritte gehen oft einher mit einem erhöhten Energieverbrauch, der verstärkten Nutzung ökologischer Ressourcen und einer Zunahme der CO2-Emissionen weltweit. Erfreulicherweise führen sie aber auch zu technologischen Entwicklungen, die Lösungen aufzeigen. So wurde ein neuerlicher Durchbruch bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und eine Verbesserung bei der Entwicklung alternativer Energiequellen erzielt, sowie Erfolge bei der Entwicklung von Softwarelösungen auf der Basis künstlicher neuronaler Netze und von intelligenten Entwurfswerkzeugen sowie die Realisierung des Industrie 4.0-Konzepts. Auch im Bereich des Bauingenieurwesens gibt es eine Menge neu entwickelter Designlösungen und fortschrittlicher Materialien wie den Textilbeton (Textile reinforced concrete – TRC).

Das Ergebnis der zahlreichen Forschungsprojekte sind technische Lösungen, wie z.B. effizient gestaltete filigrane Schalenstrukturen mit materialsparenden Eigenschaften oder säulenförmige Elemente, die als Teil von Verbindungssystemen, Sandwichplatten usw. in Betracht kommen. Es gibt jedoch auch Aufgaben und Fragen, die noch gelöst werden müssen. Zum Beispiel stellen sich bei der Umsetzung moderner Architekturtrends die Fragen, wie man Freiform-TRC-Elemente auf die effizienteste Art und Weise herstellt oder wie man einzelne Betonplatten zu einer ganzen Struktur zusammenfügt? Das Verbindungsproblem ist eines der entscheidendsten, da es notwendig ist, eine zuverlässige Verbindungsmethode für großflächige Strukturen zu entwickeln, die nicht in einem Schritt gegossen werden können und bei denen daher davon ausgegangen wird, dass sie aus modularen Platten zusammengesetzt werden. Und nicht zuletzt die entscheidende Frage, wie man filigrane Strukturen mit einer ausreichenden Biegesteifigkeit konstruieren kann?

Im Rahmen der Masterarbeit wird vorgeschlagen, ein makrozelluläres modulares Struktursystem (MCMS) mit überwiegend prismatischen Zellen zu entwickeln, das als mögliche Lösung für die oben genannten Fragen und Herausforderungen in Betracht gezogen werden kann. Das ursprüngliche Konzept des MCMS sieht für großformatige Betonelemente eine zellulare innere Struktur vor, die nach hierarchischen Prinzipien angeordnet und von natürlichen Strukturen wie einem Holzstamm aus verschiedenen zellularen Materialien inspiriert ist. Darüber hinaus wird vorausgesetzt, dass der Beton in Anlehnung an natürliche Mechanismen wie dem beanspruchungsgerechten Dichtegradient des Materials und der Ausbildung wabenartiger Strukturen angeordnet wird.

Im Allgemeinen wurde das Konzept für makrozelluläre modulare Struktursysteme erstellt, um die folgenden Anforderungen zu lösen:

  • Die Möglichkeit zur Herstellung komplizierter Freiform-TRC-Elemente mit so wenig wie möglich konventioneller Schalung
  • Verwendung der offenzelligen Struktur, um einen sicheren Verbindungsmechanismus zwischen den Modulen zu garantieren
  • Verbesserung der mechanischen Leistungsfähigkeit der TRC-Strukturen unter Ausnutzung des vorhandenen Potentials der zellulären Morphologie
  • Entwicklung intelligenter Algorithmen zur Zeit- und Aufwandsreduzierung in der Entwurfsphase und zur Kostensenkung

Die Darstellung der wichtigsten geometrischen Aspekte des MCMS ist einer der Hauptabschnitte der Masterarbeit. Darüber hinaus wurde ein spezielles Entwurfswerkzeug innerhalb einer parametrischen Software wie Grasshopper 3D entwickelt, um eine Möglichkeit zu schaffen, die Zellgeometrie in 3D zu modellieren, zu modifizieren und zu analysieren. Es wurde ein Entwurfswerkzeug oder genauer eine Gruppe von Werkzeugen entwickelt, die die gesamte erforderliche Logik verschiedener zellularer Strukturen, Entwurfsalgorithmen, Strukturanalysen sowie ein spezielles Grasshopper-Cluster enthalten, das die Generierung von MCMS-Strukturen ermöglicht. Im Rahmen der Masterarbeit wird außerdem eine realisierbare Herstellungsstrategie mit der Beschreibung aller erforderlichen Komponenten bereitgestellt wird.

Bildbeschreibung: Der „Preis der Bauindustrie Sachsen“ für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich des Bauingenieurwesens und der Architektur geht 2020 an Iurii Vakaliuk (Institut für Massivbau, TU Dresden) und Robert Bretschneider (TU Dresden), Foto: Bauindustrieverband Ost e. V.


Professor Reuter empfängt den Bundesteilhabepreis für den Campus Navigator

Nicht jeder weiß, dass der Campus Navigator ein Projekt der Fakultät Bauingenieurwesen ist. Gestern empfing Projektleiter Prof. Uwe Reuter den Bundesteilhabepreis dafür.

Der Preis wurde im Rahmen der Inklusionstage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales am 12. November in Berlin durch den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, überreicht.

Der Campus Navigator (https://navigator.tu-dresden.de/) ist ein webbasiertes, mobiles, aktuelles, barrierefreies Leit-, Orientierungs- und Informationssystem der TU Dresden. Es umfasst interaktive Lage- und Etagenpläne insbesondere mit Informationen zur Barrierefreiheit der Gebäude, Lehrräume und des Campus. Außerdem beinhaltet es ein Routingsystem für blinde und/oder mobilitätseingeschränkte Menschen sowie ein innovatives, digitales Beschilderungssystem zur audiovisuellen Information. Neben der browserbasierten Variante stehen Apps für Android und iOS zur Verfügung. Das System ist derzeit in acht Sprachen verfügbar und diesbezüglich modular erweiterbar. Der Campus Navigator wurde am Fakultätsrechenzentrum der Fakultät Bauingenieurwesen der TUD entwickelt. „Es freut mich besonders, dass dieses, an der Fakultät Bauingenieurwesen initiierte und in Kooperation mit Verwaltung und wissenschaftlichen Einrichtungen der TU Dresden durchgeführte Projekt, auch außerhalb der Universität, z.B. durch Zusammenarbeit mit dem Dresdner Universitätsklinikum, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und der Landeshauptstadt Dresden auf die Gesellschaft ausstrahlt“, fasst Projektleiter Prof. Uwe Reuter zusammen.

Auch der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, freut sich über die Auszeichnung: „Der uneingeschränkte Zugang zu Bildung ist ein besonderes Anliegen der TU Dresden. Im Rahmen unseres Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention haben wir deshalb unsere APP Campus Navigator so gestaltet, dass sie gerade auch Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Orientierung auf dem Campus hilft. Dass dabei das Knowhow aus der TU Dresden kommt, freut mich besonders: Beim Campus Navigator arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit der Verwaltung sowie den Nutzerinnen und Nutzern zusammen.“

Sowohl mobilitätseingeschränkte als auch blinde Menschen waren im Rahmen der Entwicklungsarbeiten (z.B. des Routingsystems, des digitalen Beschilderungssystems, der Informationsseiten zur Barrierefreiheit) des Campus Navigator beratend und evaluierend beteiligt.

Zukünftig könnte der Campus Navigator für den gesamten Wissenschaftsstandort Dresden erweitert werden, um z.B. allen DRESDEN-concept-Partnern zur Verfügung zu stehen.
Text: Pressestelle

Informationen für Journalisten:
Prof. Uwe Reuter
Tel.: 0351 463-35728
uwe.reuter@tu-dresden.de


Preisverleihung auf der EXPO REAL in München

Am 7. Oktober dieses Jahres erhielten auf der EXPO REAL (Internationale Fachmesse für Immobilien und Investitionen) in München zwei Studentinnen unserer Fakultät – Frau Sophia Nadine Behrens und Frau Anja Liebscher – für ihre erstklassigen Studienleistungen von der Wolfgang­-Dürr-Stiftung i. V. m. der WOLFF & MÜLLER Personalentwicklung GmbH eine Auszeichnung mit einem Preisgeld i. H. v. je 1000,- Euro.
Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert ihren Studentinnen ganz herzlich!

Beitrag: Silke Dorethe Götte

„Best Paper Award“ for Mushtak Seeaed und Al-Hakam Hamdan

Wir gratulieren unseren Mitarbeitern Mushtak Seeaed und Al-Hakam Hamdan zum „Best Paper Award“ anlässlich des 31. Forum Bauinformatik organisiert von der TU Berlin. Zur Bewertung standen 51 Beiträge von 87 Autoren die an 27 verschiedenen Bauinformatik-Instituten, Fraunhofer Forschungseinrichtungen oder forschungsaffinen Baubetrieben beschäftigt sind. Das Forum Bauinformatik ist eine jährlich organisierte Veranstaltung für junge Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Die erste Veranstaltung fand 1989 an der Bauhaus Universität Weimar statt.

Prof. R.J.S. Scherer und Prof. K. Menzel

We proudly present the recipients of this year’s Best Paper Award at the 31st Forum Bauinformatik organised by the Technical University in Berlin, Germany. A total of 51 papers authored by 87 young researchers from 27 different research institutions in academia or industry participated in the competition. The Forum Bauinformatik is an annual conference for young researchers in the field of „Information Technology in Architecture, Engineering and Construction (German: Bauinformatik). The first event was held in Weimar in 1989.

Prof. R.J.S. Scherer and Prof. K. Menzel