Erfolgreiche Antwort auf die Ressourcenknappheit

Verleihung des Rohstoff Effizienz Preises im BMWi. Im Bild (v.l.n.r.): Dr. Frank Schladitz, Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer, Vorsitzender der Jury Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Foto: Raum11/Jan Zappner
Verleihung des Rohstoff Effizienz Preises im BMWi. Im Bild (v.l.n.r.): Dr. Frank Schladitz, Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer, Vorsitzender der Jury Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Foto: Raum11/Jan Zappner

Gerade eine Woche ist es her, da wurde das C³-Konsortium Carbon Concrete Composite unter der Federführung der TU Dresden mit dem Nachhaltigkeitspreis Forschung ausgezeichnet. Nun haben die Forscher um Prof. Manfred Curbach einen weiteren Grund zur Freude: Sie sind auch die Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2015. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) prämiert seit 2011 unter fachlicher Leitung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) herausragende Beispiele für eine ressourcenschonende und intelligente Nutzung von Rohstoffen. Damit soll verdeutlicht werden, wie eine Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz in der Praxis gelingen kann. Nicht nur innovative Ansätze aus Wirtschaft wurden ausgezeichnet. Ein besonderes Augenmerk lag ebenfalls auf anwendungsorientierten Forschungsergebnissen. So wurden in der Kategorie Forschung das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC und das C³-Konsortium Carbon Concrete Composite nominiert. Im Rahmen der Fachkonferenz „Rohstoffe effizient nutzen – erfolgreich am Markt“ überreichte der Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer den Rohstoffeffizienz-Preis an das C³-Konsortium. „In Anbetracht vielfältiger gesellschaftlicher und ökologischer Entwicklungen sowie der Knappheit natürlicher Rohstoffe ist der Bausektor gezwungen, nach neuen Ansätzen zu suchen. Carbonbeton ist die Antwort auf die Ressourcenknappheit. Er eröffnet uns enorme Möglichkeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen und nachhaltig und effizient zu bauen“, sagt Prof. Manfred Curbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins C³ – Carbon Concrete Composite und Direktor des Institutes für Massivbau an der TU Dresden.

Die Bauindustrie gehört zu den wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Ihre Innovationsfähigkeit wird einen enormen Einfluss darauf haben, ob die
Klimaziele – die Reduktion des CO2-Austoßes, Energieeinsparungen und Ressourcenschonung – erreicht werden. Um diese Ziele schneller umzusetzen und das unternehmerische Risiko zu minimieren, muss das Fachwissen aus Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich gebündelt werden. Genau diese Kompetenzen vereint das C³-Konsortium. Seit 2014 haben sich über 130 Partner aus ganz Deutschland zusammengeschlossen und forschen an dem neuartigen Verbundwerkstoff, mit dem Ziel, in den kommenden Jahren Carbonbeton in den Markt einzuführen und dem Bausektor eine rohstoffeffiziente Alternative zum Stahlbeton anzubieten.

C³-Projekt der TUD erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung

Prof. Manfred Curbach, Vorstandsvorsitzender des C³-Projekts Carbon Concrete Composite (rechts) und Dr.-Ing. Frank Schladitz, Vertreter des Vorstandes. Foto: Ulrich van Stipriaan
Prof. Manfred Curbach, Vorstandsvorsitzender des C³-Projekts Carbon Concrete Composite (rechts) und Dr.-Ing. Frank Schladitz, Vertreter des Vorstandes. Foto: Ulrich van Stipriaan

Das C³-Projekt Carbon Concrete Composite gewinnt den Forschungspreis 2015. „Wir sind überwältigt! Das Publikum hat sich für eine neue, nachhaltige Art des Bauens entschieden. Wir bedanken uns bei allen für das Vertrauen in den neuen Baustoff der Zukunft.“ – sagt Dr. Frank Schladitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Massivbau der TU Dresden und Vertreter des Vorstandes des C³ – Carbon Concrete Composite e. V.

Der Forschungspreis, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiiert wurde, steht in diesem Jahr unter der Überschrift „Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt“ und fokussiert Forschung für nachhaltige Entwicklung im kommunalen Raum. Das C³-Projekt setzt dabei ein Zeichen für eine ressourcenschonende Bauweise. Nicht nur die Jury hat das Potenzial des Baustoffes Carbonbeton erkannt, indem sie aus 87 Bewerbungen u. a. das C³-Projekt ausgesucht hat, sondern auch das online Publikum sah die Lösung für ein nachhaltiges, flexibles und langlebiges Bauen im carbonbewehrten Beton.

Das interdisziplinäre Projekt C³ – Carbon Concrete Composite ist eines von zehn geförderten Projekten im Programm »Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation« der Initiative »Unternehmen Region« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Leitung des Konsortiums obliegt der Technischen Universität Dresden. Das C³-Projekt entwickelt mit über 130 Partnern aus Forschung, Unternehmen und Verbänden einen neuen Materialverbund aus Carbonfasern und Hochleistungsbeton. Carbonbeton ist durch seine Flexibilität und Langlebigkeit eine ressourcenschonende Alternative zu Stahlbeton und spart nicht nur bis zu 50 Prozent Material ein, sondern eröffnet zahlreiche architektonische Gestaltungsmöglichkeiten, die durch Leichtigkeit und freie Formbarkeit geprägt sind.

C³ – Carbon Concrete Composite arbeitet an der Stadt von Morgen: geprägt durch filigrane Betonstege, verspielte Fassaden und schlanke Brücken im Einklang mit der Natur. Die Aufgabe, den Bausektor zu revolutionieren und gleichzeitig die umweltschützenden Belange zu berücksichtigen, gehört nicht zu den leichtesten Herausforderungen unserer Zukunft.

carbonbeton
Um den Stahl im Beton vor Korrosion zu schützen, ist eine dicke Betonschicht erforderlich. Bauelemente aus Carbonbeton sind deutlich schmaler und verbrauchen weniger Material. Foto: filmaton.tv

Stahlbeton ist das am häufigsten verwendete Material im Bauwesen. Denn er ist in der Lage, große Lasten zu tragen und besitzt eine hohe Biege- und Zugfestigkeit. Diese Eigenschaften machen den grauen Werkstoff zum idealen Material. Aber auch Stahlbeton hat einen Nachteil – der Stahl im Beton kann rosten. Die Korrosionsanfälligkeit führt zu enormen Investitionskosten bei der Instandsetzung von Brücken, Häusern oder Tunneln. Um in der Baubranche umwelt- und ressourcenschonendere Wege zu gehen, bedarf es einer Alternative zum Stahlbeton.

Der innovative Verbundwerkstoff aus Carbonfasern und Hochleistungsbeton ist ökologisch, solide, korrosionsbeständig und verbraucht weniger Material. Mit Carbonbeton können Wände gebaut werden, die nur wenige Zentimeter dick sind. Um marode Brücken zu verstärken, werden heute acht Zentimeter an Stahlbeton aufgetragen – bei Verwendung von Carbonbeton reicht schon eine zusätzliche Schicht von nur einem Zentimeter. Zudem ermöglicht die Carbonbewehrung im Gegensatz zum Stahlbeton ungekannte, architektonische Formen und eröffnet Architekten unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten.

Das C³-Projekt der TU Dresden gewann aber nicht nur den Nachhaltigkeitspreis Forschung, sondern gehört auch zu den Finalisten des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises. Um das Bewusstsein für effizientes Bauen zu schärfen, prämiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter fachlicher Leitung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) herausragende Beispiele für eine ressourcenschonende und intelligente Nutzung von Rohstoffen. Damit soll verdeutlicht werden, wie eine Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz in der Praxis gelingen kann. Dieses Jahr gibt es zwei Finalisten für den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis in der Kategorie Forschung: Darunter das C³-Projekt Carbon Concrete Composite. Im Rahmen der Fachkonferenz „Rohstoffe effizient nutzen – erfolgreich am Markt“ zeichnet am 4. Dezember 2015 der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs aus.

Umweltpreis für Prof. Peer Haller

FilmProf. Peer Haller erklärt in einem kurzen Film(aus anderem Anlass!) wie das Verfahren funktioniert

Prof. Peer Haller, Inhaber der Professur für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen der TU Dresden, erhält am 9. Juli den Hauptpreis des Umweltpreises der Sparkasse Pforzheim Calw. Den mit 10 000 Euro dotierten Preis erhalten Prof. Haller und sein Team für „Faserverstärkte Formholzprofile und Schalen“.

„Dieses natürliche Material lässt sich unter Wärme (140 Grad Celsius) und Druck durch Verdichtung von Holz gewinnen und mit Hilfe von Wasserdampf zu Profilen formen. Werden Rohre, Schalen oder Pfosten aus Formholz mit Hochleistungsfasern verstärkt, so können sie nicht nur zum Tragen schwerer Lasten, sondern auch zum Transport aggressiver Substanzen verwendet werden. Die Kombination von Formholzprofilen mit synthetischen Fasern führt zu preiswerten und vielseitig einsetzbaren Bauteilen, die neue Anwendungen in Bauwesen und Architektur ermöglichen. Der Einsatz von Holz ist auch deshalb ökologisch und ökonomisch sinnvoll, da dieser natürliche Rohstoff mit Hilfe von Sonnenlicht wächst und dabei der Atmosphäre Kohlendioxid entzieht. Die verstärkte Nutzung von Formholz kommt Regionen wie dem Nordschwarzwald zugute, da bei der Herstellung alle heimischen Baumarten samt ihrer Kronen verwendet werden können. Das fördert den naturnahen Waldbau.“ heißt es in einer Pressemitteilung der Sparkasse Pforzheim Calw.

Die Stiftung Umweltpreis wurde 1995 von der damaligen Kreissparkasse Calw ins Leben gerufen. Der Bewerberschwerpunkt liegt überwiegend auf der Region Nordschwarzwald. Ist die eingereichte Innovation aber für die ganze Region nützlich, werden auch Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet zugelassen. Sechs Professoren aus ganz Deutschland, Landrat Helmut Riegger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, Stephan Scholl und der stv. Vorstandsvorsitzende Hans Neuweiler bilden ein Kuratorium, das über die Vergabe entscheidet. Alle zwei Jahre gibt es dann eine große Preisverleihung.

Züblin-Stahlbau-Preis 2015 verliehen

Preisverleihung mit Gewinnern des Züblin-Stahlbau-Preises 2015, v.l.n.r.: Prof. Dr. Richard Stroetmann (TU Dresden), Thoralf Kästner (1. Preis), Claudia Schlenger (2. Preis), Lukas Hüttig (3. Preis) und Ulrich Pfabe (Züblin Stahlbau GmbH)
Preisverleihung mit Gewinnern des Züblin-Stahlbau-Preises 2015, v.l.n.r.: Prof. Dr. Richard Stroetmann (TU Dresden), Thoralf Kästner (1. Preis), Claudia Schlenger (2. Preis), Lukas Hüttig (3. Preis) und Ulrich Pfabe (Züblin Stahlbau GmbH). Foto: Lars Sieber

Am 18. Juni 2015 wurde der Züblin-Stahlbau-Preis zum fünften Mal an Studierende und Absolventen der Technischen Universität Dresden verliehen. Mit dem Preis werden herausragende Arbeiten gewürdigt, die zur Förderung der Metallbauweise beitragen und im Rahmen des Studiums oder einer Promotion an den Fakultäten Bauingenieurwesen oder Architektur entstanden sind.

Thematisch deckten die eingereichten Arbeiten eine große Bandbreite ab. Gegenstand waren der Entwurf einer Fußgängerbrücke mit einer Doppelhelix als Tragkonstruktion, die Dämpfung von Schwingungen bei Offshore-Windenergieanlagen, Schutzschildkonstruk-tionen im Gerüstbau, Verschubschwingen für die Brückenmontage im Freivorbau, die Entwicklung von Bemessungsmethoden für Beulfelder auf der Grundlage von EN 1993-1-5 sowie die Eigenschaften von Matching- und Missmatching-Schweißverbindungen bei höherfesten Stählen und deren Bemessung.

Jury und Nominierte für den Züblin-Stahlbau-Preis 2015. Foto: Lars Sieber
Jury und Nominierte für den Züblin-Stahlbau-Preis 2015. Foto: Lars Sieber

Die sieben nominierten Arbeiten wurden von den Studierenden und Diplomanden des Bauingenieurwesens präsentiert, die sich im Anschluss den Fachfragen der Jury stellten. Mitglieder dieser Jury waren von Seiten der Industrie  Ulrich Pfabe und Hagen Urban aus der Geschäftsführung der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena sowie Dr. Christian Dehlinger, Technischer Direktionsleiter und Prokurist der Ed. Züblin AG in Stuttgart. Die Fachgebiete Stahlbau, Architektur und Industriebau repräsentierten Prof. Dr. Richard Stroetmann und Dr. Jörg Rainer Noennig von der Technischen Universität Dresden. Nach den Präsentationen hatte die Jury die anspruchsvolle Aufgabe, die Preisträger aus den qualitativ sehr hochwertigen Arbeiten auszuwählen.

Die Preisverleihung fand bereits zum vierten Mal im Rahmen des traditionellen Bauballs der TU Dresden statt. „Ich freue mich, dass wir mittlerweile von einer kleinen Tradition sprechen können“, sagte Ullrich Pfabe am Beginn seiner Ansprache, in welcher er noch einmal die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten, sowie die schwere Auswahl der Preisträger betonte. Im Anschluss würdigte Prof. Richard Stroetmann das seit Jahren hohe Engagement von Züblin bei der Förderung der Studierenden, u. A. durch die Vergabe von Stipendien, die Auslobung des Stahlbaupreises, die Unterstützung von sozialen Projekten von Studierenden des Bauingenieurwesens, Angebote zu Werks- und Baustellenbesichtigungen sowie die Betreuung von Studien- und Diplomarbeiten.

Der mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Preis wurde von der Jury an einen Studierenden, eine Diplomandin und einen Diplomanden vergeben. Den dritten Preis erhielt Lukas Hüttig für seine Diplomarbeit zur „Weiterentwicklung der Bemessungsregeln für Schweißverbindungen“, die sich mit der Entwicklung und Validierung eines Bemessungsmodells von Schweißverbindungen an höherfesten Stählen auseinandersetzte. Der zweite Preis wurde an Claudia Schlenger vergeben. In diesem Jahr konnte sie mit Ihrer Diplomarbeit zum dem Thema „Berechnung ausgesteifter Beulfelder unter Längsspannungen und kombinierter Beanspruchung auf der Grundlage der EN 1993-1-5“ überzeugen. Den ersten Preis erhielt Thoralf Kästner für seine Projektarbeit zum Thema „Untersuchung zu Gefügeveränderungen in der Wärmeeinflusszone von Schweißnähten“. Die Jury beeindruckte dabei besonders die klare Darstellung der komplexen Werkstoffvorgänge sowie die tiefgründige Bearbeitung und fachkompetente Präsentation der Arbeit. Aufbauend hierauf arbeitet Thoralf  Kästner inzwischen im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Entwicklung strukturmechanischer und thermodynamischer Berechnungsmodelle zur Validierung der vielschichtigen Beziehungen zwischen Herstellungsprozess, Gefügeeigenschaften, Eigenspannungszustand und mechanische Festigkeit.

Dipl.-Ing. Lars Sieber

…und immer wieder neue Dimensionen

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Preisverleihung – mit (v.l.n.r.) Dipl.-Ing. Stephan Otto vom Preis-Stifter HOCHTIEF, Dr.-Ing. Jörg Nönnig, Dipl.-Ing. Benjamin Felbrich, Dr.-Ing. Laura Ritter, Prof. Manfred Curbach und dem Prorektor Forschung, Prof. Gerhard Rödel (Bild: UVS)

Seit 19 Jahren wird der Kurt-Beyer-Preis bereits verliehen – für die Besten aus den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen. Heute erhielten in einer Festveranstaltung im Rektorat Dr.-Ing. Laura Ritter und Dipl.-Ing. Benjamin Felbrich als 43. und 44. Preisträger den von HOCHTIEF gestifteten Preis.

Laura Ritter wurde an der Fakultät Bauingenieurwesen promoviert, ihr nun ausgezeichnetes Thema war „Der Einfluss von Querzug auf den Verbund zwischen Beton und Betonstahl“. Der Laudator während der heutigen Feier war auch der Betreuer der Arbeit: Prof. Manfred Curbach vom Institut für Massivbau nannte die Arbeit „einen sehr wichtigen Meilenstein in der Verbundforschung“ und betonte, dass „die Forschungsergebnisse von Laura Ritter eine hervorragende Grundlage für alle weiteren theoretischen Analysen auf diesem Gebiet darstellen.“

Mit „Neugier, Feuereifer, echter Entdeckerlust und Forscherdrang“ sei Benjamin Felbrich seine Diplom-Arbeit angegangen, erzählte sein Betreuer (zusammen mit Sebastian Wiesenhüter) und heutiger Laudator Dr.-Ing. Jörg R. Nönnig – und schob schmunzelnd nach: „…und landete schon bald im unsicheren Terrain!“ Aber genau das, der Vorstoß an ungewisse Grenzen und das Austasten dessen, was hinter diesen Grenzen sei, habe schließlich zum Erfolg geführt. Die Kommission sei verblüfft und überrascht gewesen bei der Präsentation – aber eben auch überzeugt: Möglicherweise sei das, was Benjamin Felbrich mit seiner Arbeit „Bionik in der Architektur – Experimente mit Multiagentensystemen in irregulären Faltwerken“ angestoßen habe, ja die Zukunft von Architektur.

…eine Zukunft, der sich Dipl.-Ing. (FH) Stephan Otto von der Hochtief Construction GmbH zwar nicht verschließen wollte, sich aber bei seiner Festansprache dennoch nicht verkneifen konnte zu fragen: Wie soll man das denn bauen? Aber das ist bei zukunftsweisender Forschung ja häufig der Fall, dass man im Jetzt mehr Fragen als Antworten hat (auch wenn die beiden Preisträger ihre Arbeiten sehr anschaulich vorgestellt hatten!). Dafür konnte Stephan Otto auf zahlreiche respektable Bauwerke verweisen, an denen HOCHTIEf derzeit beteiligt ist – durchaus verbunden mit dem Hinweis in eigener Sache, dass man an hervorragendem Nachwuchs sehr interessiert sei…

Outstanding Design Award für Michael Engelmann

glasbrueckeDie International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) prämiert Michael Engelmann vom Institut für Baukonstruktion mit dem “Outstanding Design Award” während der Tagung „Elegance in Structures“ in Nara, Japan, für den Entwurf einer 26 m langen gläsernen Fußgängerbrücke über den Saho-River. Der Entwurf konnte sich aus Sicht der internationalen Jury (Prof. Dr. sc. techn. Mike Schlaich, Ian Firth, Dr. Akio Kasuga, Prof. Mamoru Kawaguchi) gegen 20 weitere internationale Bewerber um den Preis durchsetzen.

Neben einem harmonischen Gesamtkonzept war die technische Qualität und der innovative Kern preisentscheidend. Der Siegerentwurf besteht vollständig aus Glas. Bei den gläsernen Brückenträgern handelt es sich um innovative Glasträger mit vorgespannter Bewehrung – sogenannte Spannglasträger. Diese Konstruktionsweise wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit Industriepartnern am Institut für Baukonstruktion entwickelt und bereits 2014 in einem 9 m spannenden Prototypen auf der Fachmesse glasstec in Düsseldorf umgesetzt.

Kurt-Beyer-Preis 2014

Den Kurt-Beyer-Preis 2014 erhält Dr.-Ing. Laura Ritter für ihre Dissertation zum Thema „Der Einfluss von Querzug auf den Verbund zwischen Beton und Betonstahl“. Laura Ritter hat am Institut für Massivbau gearbeitet, Doktorvater war Prof. Manfred Curbach, der auch die Laudatio halten wird. Der Preis, der seit dem Jahr 2011 von der HOCHTIEF Solutions AG gestiftet wird, wird am am 22. Mai 2015 um 11.30 Uhr im Festsaal des Rektorats (Mommsenstraße 11) verliehen.

Der Kurt-Beyer-Preis wird für ein bis zwei herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden und jungen Wissenschaftlern auf den Gebieten des Bauwesens und der Architektur verliehen. Der zweite Preisträger ist dieses Mal Dipl.-Ing. Benjamin Felbrich – er bekommt ihn für seine Diplomarbeit zum Thema „Bionics in Architecture – Experiments with Multi-Agent Systems in Irregular Folded Structure“.

Konrad-Zuse-Medaille für Prof. Scherer

Prof. Scherer (rechts) erhielt die Konrad-Zuse-Medaille beim Baugewerbetag
Prof. Scherer (rechts) erhielt die Konrad-Zuse-Medaille beim Baugewerbetag

Prof. Dr.-Ing. Raimar Scherer vom Institut für Bauinformatik der Technischen Universität Dresden wurde in diesem Jahr im Rahmen des 7. Deutschen Obermeistertags des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes mit der Konrad-Zuse-Medaille ausgezeichnet.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ehrt damit Scherers Forschungsergebnisse im Bereich Building Information Modeling (BIM). Dieses Modell der durchgängigen Digitalisierung der planungs- und realisierungsrelevanten Bauwerksdaten und deren Vernetzung birgt ein erhebliches Innovationspotenzial in der Wertschöpfungskette Bau.

„Während sich die meisten Forscher auf Anwendungen in großen Baufirmen sowie Architektur- und Ingenieurbüros konzentrieren, war es Prof. Scherer in seiner 25-jährigen Forschungstätigkeit immer ein besonderes Anliegen, die kleinen und mittleren Unternehmen in das modellbasierte Arbeiten einzubeziehen. Die Herausforderung besteht darin, einfache Bedienlösungen für mittelständische Unternehmen zu finden und trotzdem dem Anspruch der Integration in komplexe Informationsmodelle zu genügen, ohne dass Insellösungen entstehen.“ So der Präsident des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, in seiner Laudatio.

Professor Raimar Scherer wurde am 9. Februar 1952 geboren, er absolvierte nach der Schule eine Lehre als Bauzeichner. Von 1971 bis 1974 studierte er Bauingenieurwesen an der Fachhochschule „Würzburg-Schweinfurth“. Anschließend arbeitete er als konstruktiver Ingenieur in der Zentrale von Bilfinger & Berger in Mannheim. Noch im gleichen Jahr machte er sich mit einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung selbstständig. Die wissenschaftliche Arbeit hatte es ihm jedoch mehr angetan. Daher studierte er dann an der TU in München ebenfalls Bauingenieurwesen. 1979 schloss Scherer sein Studium als Diplom-Ingenieur ab. Bis 1984 blieb er wissenschaftlicher Mitarbeiter, zunächst am Lehrstuhl für Massivbau, dann im Fachgebiet „Elektronisches Rechnen im Bauingenieurwesen“.

Ab 1987 lehrte er an der Universität Karlsruhe in den Berufungsgebieten CAD und Sicherheitstheorie im Massivbau. Die praxisnahe Forschung ist Prof. Scherer wichtig. So baut er mit fünf Mitarbeitern den Bereich Angewandte Informatik mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und Datenstrukturen im Bauwesen auf. Hier werden wesentliche Beiträge zur Entwicklung und Normung der BIM-Datenstrukturen geleistet.

1994 folgt er dem Ruf an die TU Dresden auf einen eigenen Lehrstuhl für Bauinformatik am Institut für Mechanik und Baustatik. Aus diesem heraus gründet er 2003 das Institut für Bauinformatik an der Fakultät für Bauingenieurwesen.

Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Scherer ist das modellbasierte Arbeiten im Bauwesen, d. h. das ganzheitliche, elektronische Informationsmanagement, das in den letzten Jahren als BIM (Building Information Modelling) bekannt wurde. Prof. Scherer ist in Deutschland zusammen mit dem Zuse-Medaillenträger Prof. Junge einer der Pioniere auf diesem Gebiet.

Die Konrad-Zuse-Medaille des ZDB wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem Gebiet der Informatik im Bauwesen in hervorragender Weise ausgewiesen haben. Ziel der Auszeichnung ist es, die Verdienste von Konrad Zuse zu bewahren und andererseits die Nutzung modernster Informations- und Kommunikationstechnologien im Bauwesen aktuell zu befördern.

[Quelle Text und Bild: Zentralverband Deutsches Baugewerbe]

Ehrungen am Tag der Fakultät

Tag der Fakultät 2014 EhrungenInsgesamt sechs Preise wurden am Tag der Fakultät Bauingenieuerwesen verliehen. „Dass wir das können, verdanken wir dem fortgesetzten Engagement der Stifter der jeweiligen Preise!“, betonte der Dekan der Fakultät, Prof. Rainer Schach und dankte den Stiftern, die „damit nicht nur ihre Verbundenheit zur Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden zeigen, sondern damit auch die besonderen Leistungen unserer Studentinnen und Studenten würdigen und mit beträchtlichen Summen honorieren!“

Zum zweiten Mal verlieh die Bauunternehmung Gabriel Dreßler einen Preis für die besten Abschlussarbeiten in den Vertiefungen Baubetrieb und Gebäude/Energie/Management. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Preisträgerin ist Teresa Rothe, ihre Diplomarbeit hat den Titel „Entscheidung für Einheitspreisvertrag oder Pauschalvertrag – praktische Analyse am Nachtragspotenzial“. Den 2. Preis erhielt Ulrike Schulz für ihre Diplomarbeit „Kategorisierung von Bestandsimmobilien im ländlichen und urbanen Raum“, den 3. Preis bekam Sebastian Galke für seine Diplomarbeit „Weiterentwicklung der Arbeitsabläufe in der Bauindustrie durch den Einsatz von Building Information Modelling“.

Der ebenfalls mit 3.000 Euro dotierte Gottfried-Brendel-Preis wird von einem der führenden Unternehmen der Branche gestiftet, der Bilfinger SE. Harald Möller (zuständig für das Hochschulmarketing) überreichte wie in den vergangenen Jahren zusammen mit Dr. Horst Arnold die Urkunden – und weil er das in diesem Jahr vor seinem Ruhestand das letzte Mal tat, bekam er vom Dekan einen Extra-Dank und anerkennenden Beifall vom Auditorium. Preisträger sind zu gleichen Teilen Lukas Hüttig („Entwurf einer Eisenbahnbrücke zwischen München und Freilassing“) und Robert Schneider („Optimierung der Geometrie komplexer Faltwerke). Außer der Reihe erhielt Marika Zengler den mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis Forschung für ihre Arbeit „Berücksichtigung des Verfestigungseffektes bei der Bemessung von Stahl- und Stahl-Beton-Verbundkonstruktionen“.

Der Günther-Grüning-Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird für hervorragende Projekt- oder Abschlussarbeiten verliehen. Preisträger ist ein Absolvent des Master-Studiengangs ACCESS – Ioannis Petromichelakis kam eigens aus Griechenland angereist, um die Ehrung für seine Masterarbeit „Numerical evaluation of supporting structures for traffic road signs under consideration of passive safety requirements according to EN 12767“ anzunehmen.

Den mit 1.500 Euro dotierten Preis der Franz und Alexandra Kirchhoff-Stiftung für die beste Arbeit aus den Gebieten Straßenbau, Geotechnik und Baubetrieb erhielt Tobias Bernhardt für seine
Diplomarbeit „Einsatz des Bauarbeitsschlüssels (BAS) als Instrument für ein zeitnahes Baustellen-Controlling im Straßen- und Tiefbau“.

Der EUROVIA-Straßenbau-Preis der EUROVIA Services GmbH wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet des Straßenbaus verliehen. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert – der Preisträger Tobias Hanel konnte am Tag der Fakultät nicht anwesend sein und wurde in Abwesenheit für seine Diplomarbeit „Vergleichbarkeitsstudie ausgewählter Versuche zur Ermüdungsbeständigkeit von Asphalten nach EN 12697-24“ geehrt.

Der Johann-Ohde-Preis wird an der TU Dresden für hervorragende Diplomarbeiten, Dissertations- und Habilitationsschriften im Fach Geotechnik verliehen. Den von der Bauer Spezialtiefbau GmbH gestifteten und mit 1.000 Euro dotierten Preis erhielt Arefeh Rostami für ihre Masterarbeit „Dynamic Load Testing of Piles“.

Antrittsvorlesung zum Tag der Fakultät

Poster tdf14Die Fakultät Bauingenieurwesen der Technischen Universität Dresden lädt herzlich ein zum Tag der Fakultät Bauingenieurwesen am Freitag, 24. Oktober 2014 um 14 Uhr.

Während der Festveranstaltung, in der die Absolventen des vergangenen Studienjahres ihre Zeugnisse bekommen, wird Prof. Dr.-Ing. habil. Daniel Balzani von der Professur für Mechanik seine Antrittsvorlesung zum Thema „Bau- und Biomechanik – Parallelen der mathematischen Modellbildung“ halten. Außerdem werden Preise für hervorragende Leistungen verliehen.