Deutscher Brückenbaupreis und Dresdner Brückenbausymposium im Hörsaalzentrum der TU Dresden

„Das Dresdner Brückenbausymposium hat sich seit seinem Beginn 1991 immer als Multiplikator guter Ideen, interessanter Innovationen und erfolgversprechender Technologien verstanden.“ So beschreibt Prof. Manfred Curbach vom Institut für Massivbau in seinem Vorwort zum diesjährigen Tagungsband die alljährliche Großveranstaltung der Dresdner Bauingenieure; und dem ist nicht viel hinzuzufügen. Bereits zum 28. Mal veranstalteten die Massivbauer am 13. März 2018 das Dresdner Brückenbausymposium. Sachsens größter Hörsaal, das Audimax im Hörsaalzentrum, war bis auf den letzten Platz belegt. Mit insgesamt rund 1500 Anmeldungen brach die diesjährige Ausgabe des Symposiums sämtliche Teilnehmerrekorde. Bereits am Vorabend bildete die Verleihung des Deutschen Brückenbaupreises, einer der bedeutendsten Auszeichnungen für Bauingenieure in Deutschland, den Auftakt. Seit 2006 wird dieser Preis von der Bundesingenieurkammer (BIngK) und dem Verband Beratender Ingenieure VBI aller zwei Jahre vergeben, bisher immer in Dresden. Und natürlich waren zur Preisverleihung hochrangige Gäste anwesend, Grußworte überbrachten unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur Rainer Bomba in Funktion des Schirmherren der Veranstaltung, sowie der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen. Als Preisträger in den zwei Kategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ und „Fuß- und Radwegbrücken“ wurden in diesem Jahr die Bleichinselbrücke Heilbronn (maßgeblich verantwortlicher Ingenieur ist Dipl.-Ing. Andreas Keil) und die Schaukelbrücke im Park an der Ilm in Weimar (Dipl.-Ing. Architekt Johann Philipp Jung und Dipl.-Ing. Oliver Hahn) ausgezeichnet. Wie am Abend begonnen, sollte der fachliche Anspruch auch über den gesamten Folgetag zum Symposium sehr hoch und ambitioniert bleiben. Mit zwölf Fachbeiträgen boten renommierte Ingenieure und Ingenieurinnen Einblicke in beeindruckende Projekte und stellten neue bauspezifische Lösungsansätze vor.

Viele Firmen präsentierten sich auf den Gängen des Hörsaalzentrums; Foto: Sabine Wellner
Hochrangige Gäste zur Preisverleihung des Deutschen Brückenbaupreises, v.l.n.r.: Prof. Jürgen Stritzke, Rainer Bomba, Michael Kretschmer, Prof. Hans Müller-Steinhagen; Foto: Sabine Wellner
Mit 1500 Teilnehmern war das Hörsaalzentrum gut gefüllt, in den Pausen gab es Gelegenheit sich auszutauschen; Foto: Sabine Wellner

 

 

Wasserbauwerke im Bestand – 41. Wasserbaukolloquium im ICC Dresden

Prof.Dr.-Ing. Cristoph Heinzelmann, Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau, Bild: André Terpe

Pünktlich am Donnerstag um 9.00 Uhr eröffnete Prof. Dr.-Ing Jürgen Stamm, Direktor des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden, das diesjährige Wasserbaukolloquium. Das Thema sei gut gewählt – schlussfolgerte er in seiner Begrüßungsrede aus der beachtlichen Zahl von ca. 400 Teilnehmern – immerhin rund 100 mehr als im letzten Jahr. „In Anbetracht der Tatsache, dass in Deutschland das wasserbauliche Bestandsvolumen weitaus größer ist als das Neubauvolumen, muss der Bestand ständig überprüft, unterhalten, saniert und gegebenenfalls rückgebaut werden.“ – so Prof. Stamm zum Tagungsübergreifenden Thema. Etwas drastischer stellte dann Prof. Heinzelmann, Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau einen anderen Aspekt zum Thema dar: „Die Wasserbauwerke an den Bundeswasserstraßen weisen eine Altersstruktur auf, die als kritisch einzustufen ist. Bei ca. 30% der für den Betrieb des Wasserstraßennetzes besonders wichtigen Schleusen ist das technische Lebensalter von 100 Jahren bereits erreicht oder überschritten.“

Insgesamt 50 Beiträge befassten sich während des zweitägigen Kolloquiums mit dem Thema. Von der Sanierung komplexer Schleusen und Deichanlagen über Fischaufstiegsmöglichkeiten bis hin zum kostengünstigen Sedimentmanagement in Talsperren wurden nahezu alle Aspekte zum Thema beleuchtet.

 

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stamm, Leiter des Instituts für Wasserbau und technische Hydromechanik, eröffnete das diesjährige Wasserbaukolloquium
Während der Veranstaltung liefen zeitgleich in zwei Räumen verschiedene Vorträge
Viele verschiedene Aussteller trugen zum breiten Informationsangebot rund um das Kolloquium bei

 

 

 

Aktuelle Forschungsergebnisse unserer Glasbauer interessieren Ministerpräsident Michael Kretschmer

„Der Einfluss des Nachschleifens auf die Tragfähigkeit thermisch vorgespannter Gläser“ – am 7. März hatte Frau Dipl.-Ing. Katharina Lohr vom Institut für Baukonstruktion die Gelegenheit, Sachsens Ministerpräsident einen Einblick in die Forschungen unserer Glasbauer zu geben. Dabei ging es speziell um den Versatz der einzelnen Glaskanten, der bei der Herstellung von Verbundgläsern entsteht und die optische Qualität des Bauteils verschlechtert. Das Verschleifen dieser Kanten birgt die Gefahr der Verminderung seiner Tragfähigkeit, das Maß dieser Abminderung wurde am Institut für Baukonstruktion untersucht.

Bei seiner Landkreis-Tour besuchte Michael Kretschmer das Mittelständige Unternehmen Glas Ahne, einen Partner des Instituts. Die Ergebnisse der weitreichenden Untersuchungen in unserem Friedrich-Siemens-Labor haben für das Mittelständige Unternehmen eine große Bedeutung und fließen direkt in die Produktionsabläufe vor Ort mit ein.

Frau Dipl.-Ing. Katharina Lohr vom Institut für Baukonstruktion im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landrat Michael Geisler. Bild: André Terpe
Die Nachbearbeitung der Glaskante nach dem Vorspannen hat Auswirkungen auf die Festigkeit. Der Ministerpräsident kann sich am Probestück überzeugen. Bild: André Terpe

Gut besuchtes Glasbautagesseminar

AT
2. März 2018

Am 27.02.2018 veranstaltete das Institut für Baukonstruktion ein Tagesseminar zum Thema „Glasdächer und Glasfassaden: Konstruktive Gestaltung und vermeidbare Schäden“. 41 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich in vier Fachvorträge zu den aktuellen Themen im Bereich Glaskonstruktionen und Schadensvermeidung sowie über innovative Forschungsprojekte zu informieren. Als Höhepunkt der Veranstaltung wurden in der institutseigenen Prüfhalle Materialprüfungen durchgeführt, die im Rahmen der Erlangung einer Zustimmung im Einzelfall erforderlich sind.

Bericht: Mirko Köhler

Bild: Franziska Rehde, Johannes Giese-Hinz

 

Warum blauer Beton teurer ist als roter Beton

…erfuhren die diesjährigen Juniordoktoren von Dr.-Ing. Marko Buttler am 14.Februar in unserem Baustofflabor. „Die blauen Farbpigmente sind im Vergleich zu den anderen Farben sehr teuer“ – woraufhin  die Versuchs-Mischung der kleinen Forscher selbstverständlich nicht rot sondern blau gefärbt wurde. Es ist mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, dass Mädchen und Jungen der 3. bis 12. Klasse einmal im Jahr als angehende Juniordoktoren unser Baustofflabor besuchen  und sich einen tiefen Einblick in die tägliche Arbeit unserer Baustoff – Experten dort verschaffen dürfen. Wie beim Kuchenbacken rühren sie hier Beton mit dem Küchenmixer, verändern die Zutaten und beobachten wie sich der Super-Werkstoff verändert. An den verschiedenen Prüfmaschinen beobachten sie, wie sich die Proben verhalten, wenn sie über ihre Grenzen hinaus belastet werden. Nach einer guten Stunde gehen die frisch gebackenen, kleinen Baustoffexperten wie in jedem Jahr mit einer ganzen Menge neuer Eindrücke und Spezialwissen über den modernen Hightech-Werkstoff Beton heim.

Bild: André Terpe

Opus Fluidum Futurum, Kick-Off-Meeting vom 15. bis 16. Februar

Mit internationaler Beteiligung trafen sich in dieser Woche Wissenschaftler zum Kick-Off-Meeting des DFG Schwerpunktprogramms „SPP 2005“. Die Rheologie reaktiver, multiskaliger, mehrphasiger Baustoffsysteme – so beschreiben die Forscher um Prof. Mechtcherine das Themengebiet, mit dem sie sich innerhalb des 6-jährigen SPP‘s intensiv auseinandersetzen werden. Beispielsweise geht es um spezielle Eigenschaften moderner Betone, die entscheidend sowohl für ihre Art der Verarbeitung als auch ihrer Prozessführung auf modernen Baustellen sind. Die Zielsetzung für das gesamte Programm sind die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für eine rheologiebasierte Gestaltung von Bauprozessen sowie für die Entwicklung neuer, nachhaltiger Baustoffe und bahnbrechender Verarbeitungstechnologien. Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen des Forschungsvorhabens eröffnen sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu 3D-Druck für komplexe Bauteile, Gebäude oder Brücken.

Weiterführende Infos gibt es direkt unter den Forschungsthemen des Instituts für Baustoffe.

Prof. Dr.-Ing. Mechtcherine, Koordinator SPP2005, Bild: André Terpe
3D – Betondruck, als Zukunftsvision auf Basis der Forschungsergebnisse des Sonderforschungsprogramms, Bild: Uli Steiger / Mechtcherine, Haist, Garrecht

Doka-Exkursion 2018

Gruppenbild im Doka-Schalungsforum, Amstetten, Foto: A. Pils

Vom 22. – 24.01.2018 folgten acht Studenten aus den Vertiefungen GEM und Baubetriebswesen mit zwei Mitarbeitern des Instituts für Baubetriebswesens der Einladung der Dresdener Niederlassung der Deutschen Doka Schalungstechnik GmbH nach Amstetten (Österreich) in die Zentrale der Doka Group. Das Programm sah zwei Seminartage mit sowohl theoretischen, als auch praktischen Teilen vor. Der erste Seminartag begann mit einer Vorstellung der Doka Group, der übergeordneten Umdasch Group und einem Überblick über das Portfolio des Schalungsherstellers. In Vorbereitung auf den Nachmittag, gab es ein gemeinsames Mittagessen in der werkseigenen Mensa. In der zweiten Tageshälfte stand der Praxisteil an. Beginnend mit einem Rundgang im Doka-Schalungsforum folgte anschließend die Herstellung einer Deckenschalung mit dem Dokadek-System unter Beteiligung fast aller Seminarteilnehmer. Nach diesem   lehrreichen Tag klang der Abend bei einem gemeinsamen Abendessen, im sogenannten „Mostviertel“ natürlich begleitet von verschiedenen Sorten Most, mit vielen angeregten Gesprächen aus.

Der zweite Seminartag begann mit einer Werksbesichtigung des Standortes Amstetten, bei der den Teilnehmern viele interessante Eindrücke in die hochautomatisierte Fertigung von Schalungsträgern, -stützen, -tafeln, und -rahmen gegeben wurde. Im Anschluss an den Rundgang sprach die Leiterin des Betonlabors über ihre Arbeit und die Besonderheiten bei der Herstellung von Sichtbeton, insbesondere bezogen auf die Rolle der Schalhaut und des Trennmittels. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden die noch offenen Fragen der Teilnehmer beantwortet und mit dem Einblick in besonders anspruchsvolle Projekte das Berufsbild des Doka-Schalungstechnikers skizziert.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Hagen Jurisch (Deutsche Doka Schalungstechnik NL Dresden) für die Einladung, bei Herrn Stephan Hacker (Deutsche Doka Schalungstechnik Landeszentrale Maisach) für die Gestaltung des Seminarprogrammes und bei den Mitarbeitern der Doka Group aus Amstetten für die Gastfreundschaft.

 

Bericht: Florian Kopf

Dresdner Stahlbaufachtagung am 14.03.2018

Am 14.03. veranstaltet die Professur für Stahlbau die diesjährige Stahlbaufachtagung. Die Themen richten sich mit ihrer Komplexität in erster Linie an Planungsbüros, Baufirmen, Ingenieure und Konstrukteure sowie diejenigen, die sich inhaltlich und praxisorientiert mit den Europäischen Regelwerken sowie den technischen Entwicklungen zur Bemessung und Ausführung von Stahlbaukonstruktionen auseinandersetzen müssen.  Weitere Infos bezüglich der Redebeiträge und zur Anmeldung gibt es hier.

Erfolgreiche Habilitation von Dr.-Ing. Wolfgang Weber

Dr.-Ing. Wolfgang Weber habilitiert zum Thema „Analytik und Numerik der Wellenausbreitung mit Anwendung auf den dynamischen Faserauszug“, Bild: André Terpe

Es waren recht ungewöhnliche Gäste, die sich neben den Studierenden des dritten Semesters am Montagnachmittag zur Vorlesung BIW 1-04 – „Kinetik und Grundlagen der Kontinuumsmechanik“ im Hörsaal der philosophischen Fakultät eingefunden hatten. Nicht nur unser Dekan sondern auch verschiedene Professoren und Mitarbeiter der Fakultät waren Teil des Auditoriums. Der Anlass für diese besondere Vorlesung war durchaus ernst und feierlich: eine öffentliche Probevorlesung im Habilitationsverfahren von Dr.-Ing. Wolfgang Weber. Zu hören und zu lesen gab es dann für die Anwesenden Formeln und Terme.  Der Arbeits- und Energiesatz wurde hergeleitet, Grundlagen also. Von ganz anderen Schwierigkeiten und Berechnungen viel größerer Komplexität war dagegen der wissenschaftliche Vortrag geprägt, den Herr Dr. Weber mit anschließendem Kolloquium bereits am Mittag innerhalb seines Habilitationsverfahrens gehalten hatte.  In seiner wissenschaftlichen Arbeit „Analytik und Numerik der Wellenausbreitung mit Anwendung auf den Faserauszug“ hat Herr Dr. Weber Werkzeuge und deren Zusammenhang dargestellt, mit denen man in Zukunft in der Lage sein wird,  schneller und effektiver das Problem des Faserauszuges zu analysieren und zu berechnen. Die Habilitationskommission war überzeugt von der Wertigkeit seiner Arbeit und beschloss am frühen Abend den Fortgang des Verfahrens.

Für unsere Fakultät stellt eine Habilitation ein ganz besonderes, feierliches Ereignis dar. Wir gratulieren Herrn Dr.-Ing. Wolfgang Weber zu seinem erfolgreichen Abschluss und wünschen weiterhin viele wissenschaftliche Erfolge.

Ungewöhnliche Perspektive für unsere Professoren: Die besten Plätze im Hörsaal waren für die Habilitationskommission vorgesehen. Bild: André Terpe
Ein Körper bewegt sich auf einer schiefen Ebene, welche Kräfte und Gesetzmäßigkeiten finden Eingang in die Formel? Bild: André Terpe
Heute gehörten nicht nur Studierende zum Auditorium Bild: André Terpe

 

 

 

 

 

 

 

 

Die komplexen Formeln auf der Hutkrempe stellen kein Problem für einen echten Mechaniker dar. Bild: André Terpe
Habilitationskommission und Habilitant: v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Kästner, Prof. Dr.-Ing. habil. Daniel Balzani, Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle, Dr.-Ing. Wolfgang Weber, Prof.Dr.-Ing. habil. Kai Willner, Prof. Dr.-Ing. habil. Bernd W. Zastrau, Prof. Dr.-Ing. Viktor Mechtcherine, Bild: André Terpe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagesseminar Glasdächer und Glasfassaden: Konstruktive Gestaltung und vermeidbare Schäden

im Vordergrund dieser neuen Weiterbildung steht die konstruktive Durchbildung von »Glasdächern und Glasfassaden«. Einer kurzen Einführung in die Herstellung und Veredelung von Flachglas folgen die Grundlagen für das materialgerechte Konstruieren mit Glas, ergänzt durch die praktische Montage eines Fassadenausschnittes im Hörsaal. Anschließend wird anhand typischer Schadensbilder auf vermeidbare Fehler in der Konstruktion und der Ausführung hingewiesen. Die gutachterliche Beurteilung von Schäden wird an Fallbeispielen erläutert.
Weiterer Schwerpunkt des Tagesseminares sind baurechtlich vorgeschriebene experimentelle Nachweise der Trag- und Resttragfähigkeit von Glaskonstruktionen. Innerhalb eines Glaspraktikums am Nachmittag werden solche Prüfungen in der Versuchshalle des Institutes vorgeführt und die Möglichkeit geboten, typische Brucheigenschaften von Glas unmittelbar zu erleben. Für innovative Glasbaukonstruktionen ist weiterhin eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. Entsprechende Bauteilversuche werden ebenfalls in der Versuchshalle des Friedrich-Siemens-Laboratoriums gezeigt.

 

Anmeldung unter: glasbau-dresden.de