Wohnen im Grünen

UVS
25. August 2008
Wohnen im Holzhaus

Bei einer Gartenschau erwartet man nicht unbedingt Anregungen für alternatives Leben oder Bauen. In Neu-Ulm gibt es aber genau das: In einem der drei Bereiche, die zusammen die dortige Landesgartenschau bilden, gibt es – eingebettet in Gartenlandschaft, soviel Bezug zum Thema muss sein – Beispiele für Wohnexperimente in Theorie und Praxis.

Wohnen im Holzhaus – gibt’s natürlich schon, aber immer wieder sieht man neue Möglicheiten. Die Firma artecto hat ein Haus mit großer Glasfront und integrierter Küche sowie nahezu hausgroßer Dachterrasse aufgestellt – was im Sommer die Wohnfläche im Ernstfall glatt verdoppelt.

Unkonventionell die Idee, im Plastikkubus zu wohnen – als Wochenendhaus denkbar, sagte Volkes Stimme bei der Begehung, doch wenn da mehr als zwei solch marsianischer Ensemble stehen, wird’s schon wieder langweilig bis abschreckend. Energiemanagement hingegen, ebenfalls in einem eher futuristisch anmutenden Pavillon angepriesen, ist ein Thema, das kommt. Man kann die Erkenntnisse ja auch im normalen Bau anwenden und muss nicht in ein Haus auf dem Mars ziehen…

Bauen mit Beton

Dass es bei Beton darauf ankommt, was man daraus macht, sagen die Betonhersteller schon lange. In Neu-Ulm demonstrieren sie eindrucksvoll (aber in der Umsetzung ein wenig wirklichkeitsfremd), wie sie das meinen: Ein recht großer Komplex demonstriert, wie die junge Mutter ihrer zehnjährigen Tochter im perfekten Denglisch erklärte, Outdoor-Wohnen mit allen Schikanen. Sichtbeton, Ultraleichtbeton, lichtdurchlässiger oder sich selbst reinigender Beton bilden einen ansehnlichen und beeindruckenden Komplex mit Wasserfall, Teich, Wänden mit Durchblick, Sitzmöbeln und Küche. Überdacht ist da allerdings nichts, was die Anlage zu einem sehr luxuriösen Zusatzangebot macht.

Gar nicht großzügig leben die drei Bewohner von Minimalwohnräumen. Fast wie im Zoo (!Vorsicht! Löwe nässt durchs Gitter! Nicht füttern!“ deutet ein rotes Schild auf das Experiment hin: „!Achtung! Diese raum.27-Objekte sind bewohnt“. Der Kfz-Sachverständige Eberhard Knopf sitzt vor seinem 3x3x3-Meter-Kubus und trinkt Kaffee. Er scheint öfter draußen zu sitzen, braungebrannt wie er ist. Bereitwillig gibt er Auskunft, antwortet immer geduldig, obwohl er sich sicher oft aktiv den Satz ins Gedächtnis rufen muss, dass es keine dummen Fragen gibt…

Leben im 9-Kubikmeter-Haus

Seine Nachbarin Bärbel Schmid sieht er nicht, weil ihr Haus versetzt hinter seinem ist. Sie werkelt in der kleinen Hütte herum, ein Plakat im – traditionell ausgedrückt: – Vorgarten gibt Auskunft. Frau Schmid ist ein Kunstwerk, sie gibt Performances.

Der oder die dritte im Bunde ist nicht zu sehen, der Wohnraum geschlossen. Vielleicht ist er/sie geflohen, weil die Mülltonne voll war (sie stand, mit Dosen gut angereichert, mitten im Raum). Vielleicht aber wollte er/sie sich auch nur informieren, was es sonst noch für Möglichkeiten alternativen Wohnens gibt oder Nachschub holen…

Wechsel zu einem Masterstudiengang

Im Rahmen der diesjährigen Plenarversammlung des Fakultätentages für Bauingenieurwesen und Geodäsie (FTBG) wurde der folgende Beschluss durch die Mitglieder des Fakultätentages verabschiedet:

Der FTBG empfiehlt seinen Mitgliedsfakultäten, Bauingenieur-Absolventen aus Bachelor-Studiengängen von Mitgliedsfakultäten des FTBG den Einstieg in ein Bauingenieur-Masterstudium grundsätzlich ohne die Erfüllung zusätzlicher inhaltlicher Auflagen (z. B. in Form von durch ECTS-Punkte nachzuweisenden Kursen) zu gestatten.

Durch die theoretisch-methodische Ausrichtung universitärer Bachelor-Studiengänge sind die Grundlagen und inhaltlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches wissenschaftlich orientiertes Masterstudium an Universitäten bereits institutionell nachgewiesen.

In gleicher Weise empfiehlt der FTBG auch, Studenten seiner Mitgliedsfakultäten aus universitären Diplom-Bauingenieurstudiengängen den direkten Zugang in ein Bauingenieur-Masterstudium zu ermöglichen, sofern der Student bereits die ECTS-Leistungspunkte des Diplomstudiengangs gemäß Studienplan im Umfang eines Bachelor-Abschlusses erfolgreich nachweisen kann.

Waschbeckenerlass

UVS
22. August 2008

„Sehr geehrte Damen und Herren,

bezogen auf die VwW Waschbecken von 02.04.2006 und den Waschbeckenerlass vom 14.02.1994 gebe ich bekannt, dass zur Umsetzung des Gebotes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit bei Neu-, Um-, Erweiterungsbauten und Sanierungsmaßnahmen in Folge von GBM, KBM oder Bauunterhaltungsmaßnahmen keine Handwaschbecken in Büro- und Verwaltungsräumen installliert werden (Ausstattungsnorm für landeseigene Gebäude).

Handwaschbecken in Toilettenvorräumen werden nur mit Kaltwasseranschluss ausgestattet.

Ich bitte um Kenntnisnahme und Bekanntmachung in Ihrem Veranstwortungsbereich“

Gerne doch. Ich gehe jetzt heim, Hände waschen…

RFID im Bauwesen

UVS
15. August 2008

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Baubetriebswesen der TU Dresden und dem Arbeitskreis „RFID im Bau“ findet am 30. September 2008 von 15 – 18:30 Uhr ein Workshop rund um das Thema „RFID im Bauwesen“ statt. Veranstaltungsort ist die SYSTEMA Systementwicklung Dipl.-Inf. Manfred Austen GmbH, Manfred-von-Ardenne-Ring 6, 01099 Dresden.

Nach der Vorstellung der Forschungs-Arbeitsgemeinschaft durch Prof. Peter Jehle von der Professur für Bauverfahrenstechnik (Institut für Baubetriebswesen der TU Dresden) folgen vier halbstündige Vorträge zu den Themen

  • RFID in der Baulogistik: Integriertes Wertschöpfungsmodell mit RFID in der Bau- und Immobilienwirtschaft
  • Mikroelektronik trifft Bauwerk: Das „Intelligente Bauteil“ durch RFID-Technik
  • RFID im Fertigteilbau: Gesteigertes Qualitätsmanagement und mehr Transparenz im Lebenszyklus der Stahlbetonfertigteile
  • RFID-Technik und Bauqualität: Funktionelle Einheit in der Bauphysik?

Eine Podiumsdiskussion zur RFID-Anwendung im Bauwesen beschließt die Veranstaltung.

Agenda und Anmeldung als PDF

Zeit zum Zusehen: Gehry und Foster

UVS
13. August 2008

Da es hier in den Semesterferien ein wenig ruhiger wird, folgen in loser Folge Filme zum Ansehen und Weiterdenken. Die heutigen zwei Filme sind Aufzeichnungen der TED Talks, auf die wir schon vor einiger Zeit hingewiesen haben.

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Der jetzt veröffentlichte Vortrag von Frank Gehry aus dem Jahr 1990 zeigt den noch nicht so legendären Gehry, der in einer 50minütigen Diashow seine Werke zeigt und darüber sinniert und plaudert. Wir erfahren Dinge aus dem Kreativprozess („I take pieces and bits, and look at it, and struggle with it, and cut it away…“) und über Gehry’s Probleme („This model on the left is pretty awful. I was ready to commit suicide when this was built … If any of you have ideas on it, please contact me. I don’t know what to do“). Gehry’s Visionen von 1990 sind ansehenswert, keine Frage!

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Sir Norman Foster sprach im Januar 2007 auf der DLD (Digital Life Design) Konferenz in München. Auch Foster stellt seine eigenen Arbeiten vor, diskutiert sie und setzt sie in größere Zusammenhänge. Das Konzept der „green agenda“ ist sein Thema. Foster zeigt Projekte, die vom Willis Building (1975) mit dem damals als Pionierleistung angesehenen Dachgarten bis zum London Gherkin (2004) reichen.

Film über Spielplatzeröffnung

UVS
7. August 2008

Spielplatz-Film bei Dresden-Fernsehen

Spielplatz-Film bei Dresden-Fernsehen

Als die Studentinnen und Studenten des Bauball-Teams den Spielplatz für den „Riese Efeu“ den Kindern zur Nutzung übergaben, war auch das Fernsehen da: Der Beitrag von Dresden-Fernsehen ist als kleines Filmchen auf deren Seiten zu sehen – mit dieser „Anmoderation“:

Der Projektspielplatz von Studenten TU Dresden wurde heute in der Friedrichstadt eröffnet.

Auf dem Gelände des Kinderladens Riese Efeu e.V. haben angehende Bauingenieure ein Holzklettergerüst gebaut. Aus einer gepflasterten Spielfläche wurde so in 750 Arbeitsstunden ein Klettergerüst mit Sandkasten. An dem sozialen Projekt haben sich insgesamt 40 Studenten des sechsten Semesters in der TU Dresden beteiligt. Weitere Aktionen sollen folgen. So können sich vielleicht auch im nächsten Jahr einige Kinder über einen neuen Spielplatz freuen.

Ausstellung mit Groteguts Textilbeton-Kunst

AusstellungsplakatPlakat zur Ausstellung „Beton-Blätter“

Einhart Groteguts Beton-Blätter sind erstmals in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen: Vom 5. bis zum 19. September werden die Werke im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau, Moritzburger Weg 67, 01109 Dresden (Raum „Tessenow“, Haus A. 2. Obergeschoss) gezeigt. Öffnungszeiten: 15 bis 20 Uhr – und am Tag des offenen Denkmals (14. September) von 10 bis 20 Uhr.

In seinen Bildern führt Grotegut zwei Welten zusammen, die man bislang nicht miteinander in Verbindung gebracht hat: Kunst und (Textil-)Beton. Es gibt keine Leinwand: Textilbeton ist bei Grotegut Grundlage und Bild in einem. Dem grauen Baustoff mischt der Dresdner Künstler Farbpigmente bei und trägt Schicht um Schicht hauchdünn neue Informationen auf, ritzt mit einem Spachtel Formen in das Bild – ein langwieriger kreativer Prozess, der zu erstaunlichen Ergebnissen führt.

Die Auseinandersetzung mit dem neuen innovativen Baustoff begann als Auftragsarbeit für den Sonderforschungsbereich 528: Grotegut sollte die oft abstrakte Grundlagenforschung mit seinen Mitteln visualisieren. Am Ende der Auseinandersetzung mit dem auch für ihn neuen (und neuartigen!) Werkstoff entstanden einige Plastiken und 15 großformatige Bilder – von denen 13 als „Beton-Blätter“ in einem Kalender 2008 publiziert wurden.

Eine Auswahl der Kunst aus Textilbeton wurde bei der (erfolgreichen) Begutachtung des Sonderforschungsbereichs 528 „Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung“ im Beyer-Bau gezeigt – die Ausstellung im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau ist die erste öffentliche Präsentation der Beton-Blätter.

Die Vernissage findet am 4. September um 20 Uhr im Rahmen des fünften Polnisch-Sächsischen Wirtschaftsforums statt. Die einführenden Worte spricht Ulrich van Stipriaan, die musikalische Umrahmung gestalten Christoph Dehne (Drums) und Torsten Lang (Gitarre) – und selbstverständlich ist der Künstler anwesend und steht für Gespräche zur Verfügung.

Geologie der Böhmischen Masse

Zirkular

Die GeoDresden 2009 findet vom 30. September bis zum 2. Oktober in Dresden statt. Ausrichter dieses Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften sind das Museum für Mineralogie und Geologie Dresden, die Technische Universität Dresden und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft.

Geowissenschaften in Dresden haben eine lange Tradition. Die Wurzeln des Museums für Mineralogie und Geologie in Dresden lassen sich bis zur 1560 gegründeten Kunstkammer am sächsischen Hof zurückverfolgen. Das Museum als Ausstellungs-, Sammlungs- und Forschungseinrichtung wurde 1728 gegründet. Es handelt sich um eine der ältesten Einrichtungen seiner Art. Berühmte Persönlichkeiten wie H. B. Geinitz, E. Kalkowsky und H. Prescher wirkten hier. Die Geschichte des Museums war immer eng mit der TU Dresden und deren Vorläufer-Institutionen verknüpft. Vom Bestehen des Museums an bis zum heutigen Tage waren und sind dessen Direktoren und Wissenschaftler in der Lehre an der Universität tätig. Attraktive geowissenschaftliche Forschungsthemen werden gemeinsam mit Hochschullehrern und Studenten der TU Dresden bearbeitet.

Themen der Veranstaltung reichen von der Grundlagenforschung bis zu den Angewandten Geowissenschaften. Eine Besonderheit wird die internationale Session „From Cadomian subduction to Variscan collision: Geology of the Bohemian Massif “ sein, die auf das International Geoscience Program „IGCP 497: The Rheic Ocean. It`s origin, evolution and correlatives“ zurück geht, das von der UNESCO und der IUGS vergeben und vom Museum für Mineralogie und Geologie Dresden federführend geleitet wird. Die spektakuläre geologische Umgebung von Dresden wird für ein attraktives Exkursionsangebot genutzt.

Anmeldung zum Kongress und Call for Papers.

Gebäude-Energie-Management (G|E|M) hilft Probleme der Zukunft lösen

Rohre

Die Preisanzeigen an den Tankstellen klettern seit Jahren unaufhaltsam: Energie wird knapper – und deswegen teurer. Die Klimaentwicklung beschert uns vermehrt Hochwasser, Tornados und andere Katastrophen: Wir müssen uns gewaltig anstrengen, diesen Anforderungen gewachsen zu sein. Das Innenleben unserer Gebäude – und zuvor der Baustellen – wird immer komplexer: Hier sind Leute gefragt, die die Koordination und das Management übernehmen können.

Die Fakultät Bauingenieurwesen an der TU Dresden hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Eine gezielte Ausbildung für diese Anforderungen gab es bislang nicht – nun werden wir sie bieten!“ sagt Prof. Rainer Schach, Dekan der Fakultät. Gebäude-Energie-Management, kurz G|E|M, lautet die Bezeichnung der neuen Studienrichtung, die als „modifizierte Vertiefung“ in das bestehende Bauingenieur-Studium integriert wird. In zehn Semestern erfolgt eine Ausbildung, die zwischen den klassischen Feldern der Architektur und des Bauingenieurwesens liegt: Mit gestalterischen Fähigkeiten, mit umfassenden Ingenieurkenntnissen – und obendrein mit zusätzlichem Wissen aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Ökologie. Prof. Schach: „Mit diesem maßgeschneiderten Angebot bilden wir zukunftsorientiert aus.“

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Brückenbau ohne Widerspruch

UVS
18. Juli 2008
BrückenbauerBrückenbauer in Dresden: Professoren beim Sommerfest der Fakultät Bauingenieurwesen. Bild: Uwe Reuter

Na, geht doch: Man kann in Dresden eine Brücke bauen und Spaß dabei haben – und kein Mensch geht auf die Barrikaden oder fordert den sofortigen Abbruch der Arbeiten. Es ging freilich auch nicht um den Erhalt des Welterbe-Titels, es ging eigentlich um nichts: Nur ein Spaß und eine kleine Herausforderung im Rahmen des Sommerfestes, zu dem die Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden geladen hatte.

Spaß hatten auch die rund 25 Kinder, die mitgekommen waren – immerhin machten fast ein Fünftel der Besucher des Festes aus, dass im und am Beyer-Bau stattfand. Speziell für die Kids hatte Holger Flederer vom Institut für Stahl- und Holzbau eine kleine Vorlesung arrangiert – Nachwuchs brauchen die Firmen bekanntlich, weil ihnen in Zukunft viele Bauingenieure fehlen, da kann man nicht früh genug anfangen zu werben.

Wolfgang Weber vom Institut für Mechanik und Flächentragwerke führte charmant und eloquent durch das Programm, und am reichhaltigen Buffett konnten sich die Gäste quasi gegenseitig bedanken: Es war mit Hilfe der Fakultätsmitglieder zusammengestellt worden – und ein Vorher-Nachher-Bild (das wir uns hier verkneifen…) hätte bewiesen, dass es allen bestens geschmeckt hat!