Glas ist nicht nur Schmuck am Weihnachtsbaum

„Alle Jahre wieder…“ hatten die Studierenden der Technischen Universität Dresden die Gelegenheit, den Glasbau-Profis in der Industrie über die Schulter zu schauen. Am 18. Dezember 2018 ging es für die Interessierten des Glasbaus mit Herrn Dr. Nicklisch vom Institut für Baukonstruktion auf Weihnachtsexkursion.

Der Weg führte uns zunächst nach Thalheim zur Guardian Flachglas GmbH, die pro Tag 725 t Glas produziert. Bei einer Werksführung konnten wir die Herstellung des Glases im Floatverfahren nachvollziehen. Dabei haben wir unser theoretisches Wissen aus der Vorlesung mit vielen praxisnahen Erfahrungen angereichert. Aus den Rohstoffen Sand, Kalk, Soda und Glasscherben entsteht eine 1580 °C heiße Schmelze, die auf flüssigem Zinn durch die Floatkammer fließt und sich zunehmend homogenisiert. Mit Hilfe von Toprollern werden verschiedene Glasdicken eingestellt. Das Glas erhält im Floatverfahren seine optischen und mechanischen Eigenschaften. Später kann es zugeschnitten und weiter verarbeitet werden. Anschließend haben wir uns eine Anlage angeschaut, in der Gläser hauchdünn beschichtet werden. So wird beispielsweise ein Sonnenschutz auf Gläsern realisiert. Auch die Herstellung von Verbundglas ist an diesem Standort möglich.

Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten von Glas konnten wir bei der Schollglas Technik GmbH in Nossen sehen. Im Rahmen einer Führung durch die Produktionshallen lernten wir vieles über die Herstellung von Verbundsicherheitsglas im Autoklaven. Auch die Produktion von Isolierverglasung für Fassadenelemente konnten wir miterleben. Dabei kommen zum Teil „Warme-Kante“-Abstandshalter zum Einsatz, die Wärmeverluste vermindern. Weiterhin haben wir das Siebdruckverfahren kennen gelernt, mit welchem beliebige Motive auf das Glas aufgebracht werden können.

Ein großer Dank geht an die Organisatoren sowie die Unternehmen, die diese Exkursion ermöglicht haben. Speziell danken wir Herrn Greiner, Frau Knolle und Herrn Riedel von Guardian und Herrn Küpper und Herrn Seher von Schollglas. Wir konnten vor Ort alle Fragen rund um die Themen Glasherstellung und -verarbeitung klären und nahmen faszinierende Eindrücke mit in die Weihnachtsferien.

Bericht: Anja Liebscher

 

Glasbruch durch Nickelsulfid-Einschluss Bild: Felix Nicklisch
Besichtigung der mechanischen Glasbearbeitung bei Schollglas, Bild: Felix Nicklisch

 

Herzlichen Glückwunsch an Dipl.-Ing. Daniel Ehlig zur erfolgreichen Verteidigung seiner Promotion

Am Donnerstag, den 20.12.2018 verteidigte Herr Dipl.-Ing. Daniel Ehlig erfolgreich seine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen des Promotionsverfahrens zum Thema „Tragverhalten von Carbonbeton als Biegeverstärkung von Stahlbetonplatten unter Brandbelastung“ und konnte diese mit einem sehr guten Ergebnis abschließen. Neben dem Vorsitzenden der Promotionskommission Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle waren als Gutachter Prof. Dr.-Ing Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach, Prof. Dr.-Ing. Andreas Rogge (Bundesanstalt für Materialforschung/-prüfung) und Prof. Dr.-Ing. Peer Haller als Mitglieder der Promotionskommission anwesend.

Wir gratulieren herzlich und wünschen Herrn Ehlig alles erdenklich Gute und viel Erfolg auf seinem weiteren Schaffensweg.

Promotion Daniel Ehlig
Geschafft! Daniel Ehlig und die Promotionskommission, Bild: Katrin Hansens

 

ACCESS-X-Mas Party

AT
11. Dezember 2018

Gestern trafen sich die Teilnehmer des ACESS-Master Kurses zu einer kleinen internationalen Weihnachtsfeier. Neben den traditionellen deutschen Weihnachtsspeisen wie Dresdner Stollen, Pfefferkuchen und alkoholfreiem Glühwein konnte man Spezialitäten aus den Ländern der Kursteilnehmer probieren. Die kleine Zusammenkunft hat sich in den vergangenen Jahren zu einer guten Tradition bei den internationalen Teilnehmern des englischsprachigen Kurses in der Vorweihnachtszeit entwickelt.

Yesterday, the students of the Access Master Course met for a small international Christmas party. In addition to the traditional German Christmasfood, you could taste specialities from the countries of the course participants. In recent years, the small gathering has developed into a good tradition among international participants of the English-language course in the Christmastime.

 

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Kaliske begrüßt die Gäste. Bild: André Terpe

Energy Globe World Award: C³-Projekt für den weltweit bedeutendsten Umweltpreis nominiert!

Mehr als 2.300 Projekte aus 182 Ländern haben sich im vergangenen Jahr für den renommierten Preis beworben, der seit 1999 jährlich von der österreichischen Energy Globe Foundation ausgelobt wird. Mit dem Ziel, die Zukunft unseres Planeten zu schützen und das Recht der künftigen Generationen auf ein gesundes und erfülltes Leben auf der ganzen Welt zu wahren, entschloss sich der Gründer Wolfgang Neumann eine Auszeichnung zu erschaffen, die das allgemeine Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit erhöht und Vorzeigelösungen aus einer Vielzahl von Ländern präsentiert. Damit soll der Award nicht nur Menschen dazu motivieren, nach neuen Lösungen zu suchen, sondern auch Regierungen überzeugt werden, die notwenigen Rahmenbedingen zu schaffen, die es zum besseren Schutz unserer Umwelt und Gesellschaft bedarf.

Der Energy Globe World Award wird in fünf Kategorien vergeben: Erde, Feuer, Wasser, Luft und Jugend. Der C³-Verein ist in der Kategorie Erde nominiert und darf mit zwei weiteren Nominierten auf die Auszeichnung hoffen. Die Preisverleihung wird am 27. Januar 2019 in der historischen Stadt Yazd im Iran stattfinden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Jad Khodor erhält als Bester seines Studiengangs am 7. Dezember die Lohrmann-Medaille

Jad Khodor; Bild: Karsten Eckold

Jad Khodor kommt aus dem Libanon. Seinen Bachelor erwarb er mit »sehr gut« an der dortigen Rafik Hariri University. »Danach beschloss ich, den Master im Ausland abzulegen. Wegen der hohen Standards in Bildung und Forschung entschied ich mich für Deutschland«. Und ihm kam das ACCESS-Master-Programm der TUD-Fakultät Bauingenieurwesen gerade recht. »Dieses internationale Programm wird in Englisch absolviert, das war mir sehr sympathisch. Deutsch konnte ich nicht.« Das brachte er sich dann in seiner Freizeit selbst bei. Im Oktober 2014 startete sein Studium an der Fakultät Bauingenieurwesen. Etwas mehr als zwei Jahre später legte er seine Masterarbeit zum Thema »Analysis of concrete flow in the pipe and the influence of the lubrication layer on the concrete pumpability using numerical approaches« am Institut für Baustoffe vor. Betreut von Prof. Viktor Mechtcherine beschäftigte er sich damit, numerisch zu modellieren, wie verschiedene Betone am besten in Rohrleitungen von Betonpumpen fließen. »Beton soll schnell strömen und darf die Rohre der Betonpumpe bei optimaler Konsistenz nicht verstopfen.« Praktische Erprobungen bei der Dresdner Firma Semper Beton bestätigten seine Modellierung. Zusätzlicher Lohn war ein glattes »sehr gut« für seinen Masterabschluss. Als bester Student seines Studiengangs wurde Jad Khodor außerdem von der Fakultät für die Lohrmann- Medaille der TU Dresden vorgeschlagen. Gemeinsam mit 18 weiteren Besten aller Fakultäten erhält er sie am 7. Dezember 2018. »Ich freue mich besonders, dass dazu meine Eltern aus dem Libanon anreisen«, kann der 25-Jährige den Tag kaum erwarten. Wenn sie wieder abreisen, bleibt Jad Khodor für weitere vier Jahre in Dresden. Er promoviert am Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke zur Thematik der Ermüdung von Bauteilen aus Stahl, Holz und Gummi. Gemeinsam mit Jad Khodor werden am 7. Dezember die 98 besten Absolventen der TU Dresden ausgezeichnet. Neben 19 Lohrmann-Medaillen wird TUD- Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen elf Ehrenfried-Walter-von-Tschirnhaus-Urkunden, 31 Victor-Klemperer-Urkunden, 33 Enno-Heidebroek-Urkunden und fünf Carl-Gustav-Carus-Urkunden übergeben. Die Laudatio hält Prof. Gerhard Fettweis zum Thema »Fascination, challenges and hints for starting a research carreer«. Die Veranstaltung beginnt am 7. Dezember 2018 um 14 Uhr im Festsaal Dülferstraße.

Karsten Eckold

 

 

Stahlbauexkursion im Dezember

AT
9. November 2018

Am 18.12. 2018 findet eine zweite Stahlbauexkursion in diesem Jahr statt, Anmeldungen dazu sind bis zum 07.12. im Sekretariat der Professur für Stahlbau auf der August-Bebel-Str. 30 im Zimmer 006-31 möglich, die Teilnahme ist kostenfrei. Geplant ist die Besichtigung der Baustelle zur Erweiterung des Hangar H230 am Flughafen Dresden Klotzsche, Beginn: 14.00 Uhr, geplantes Ende ca.: 16.00 Uhr.

Weitere Infos im Sekretariat der Professur für Stahlbau.

Wissenschaftliche Arbeit zum Pumpen von Beton ist Finalist für den Otto von Guericke Preis 2018

AT
8. November 2018

Die deutsche Baubranche boomt. Gründe dafür sind der seit einigen Jahren anhaltende Konjunkturaufschwung in Deutschland, der steigende Wohnungsbedarf in den Innenstädten und die ungewöhnlich günstigen finanziellen Rahmenbedingungen für Bauherren. Beton als wichtigstes Baumaterial bescherte der deutschen Transportbetonindustrie im Jahr 2017 einen Umsatz von über 3,6 Milliarden Euro. Jedoch führen zunehmend komplexere Betonzusammensetzungen und anspruchsvollere Rohrführungen der Betonpumpen häufiger zu Störfällen oder Sach- und Personenschäden auf den Baustellen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) haben Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Dresden jetzt eine Möglichkeit gefunden, den bisherigen Problemen beim Pumpen von Frischbeton wirksam vorzubeugen. Professor Viktor Mechtcherine und Dr.-Ing. Egor Secrieru haben eine wissenschaftsbasierte und zugleich praxistaugliche Methode zur Charakterisierung von Betonförderprozessen in realen Pumpleitungen entwickelt, mit der das Pumpverhalten verschiedenster Betonarten verlässlich vorhergesagt werden kann. Koordiniert wurde das Projekt vom AiF-Mitglied Forschungsgemeinschaft Transportbeton e.V. (FTB). Für ihre Leistungen wurden die Ingenieure für den Otto von Guericke-Preis der AiF 2018 nominiert . Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben. Weiterlesen…

Dreiminütiger Film zum Nominierungsprojekt: Video

 

Beitragsbild: Prof. Viktor Mechtcherine und Dr.-Ing. Egor Secrieru, Bild: IGF Screenshot aus Film zum Projekt

 

Better – Smarter – Stronger – fib 2018 Congress in Melbourne, Australien

fibcongress2018
fib congress2018 – Melbourne

Vom 07.  bis 11. Oktober fand der von der fédération internationale du béton organisierte fib congress 2018 statt.

Unter dem Motto „Better – Smarter – Stronger“ trafen sich Wissenschaftler, Forscher und Fachleute in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne. Die Verbesserung der technischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und ökologischen Leistungsfähigkeit von Betonkonstruktionen stand dabei im Mittelpunkt des Kongresses. Während der Kongress-Woche wurden pro Tag bis zu 120 Vorträge angeboten, welche in paralellen Sessions stattfanden. Für die über 600 Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern der Welt  bot sich eine hervorragende Möglichkeit, Forschungsergebnisse zu präsentieren, Wissen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Mit jeweils einem Vortrag waren auch 3 Wissenschaftliche Mitarbeiter vom Institut für Massivbau der TU Dresden vertreten.

Zusammen mit Vertretern der Leibniz Universität Hannover, RWTH Aachen, der BAM aus Berlin und der Ruhr-Universität Bochum hat sich Marc Koschemann auf den weiten Weg nach Melbourne gemacht, um das gemeinsame Verbundforschungsvorhaben  „WinConFat – Materialermüdung von On- und Offshore Windenergieanlagen aus Stahlbeton und Spannbeton unter hochzyklischer Beanspruchung“ dem internationalen Fachpublikum vorzustellen. Das von Koschemann zu bearbeitende Teilprojekt befasst sich mit dem Verbund unter Zugschwellbeanspruchung (Verbundermüdung).

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde sein Beitrag „Bond behaviour of reinforced concrete under high cycle fatigue pull-out loading“ in der Kategorie Research als Best Paper (Bester Forschungsbeitrag) ausgezeichnet.

fibcongress2018 - Marc Koschemann
fib congress2018 – Marc Koschemann
Best paper award fib congress2018
Best paper award fib congress2018

 

Brücken verbinden. Preisverleihung für StudentInnen und AbsolventInnen der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen.

Im Rahmen einer Gestaltungsstudie – Neue Wege in die Stadt – der Stadt Bautzen sollte eine schlanke Fußgängerbrücke mit etwa 130 m Spannweite entworfen und ihre Realisierbarkeit untersucht werden. Die geplante Brücke soll den am Westufer der Spree gelegenen Protschenberg mit der Ortenburg am Ostufer verbinden und somit eine touristisch attraktive Verbindung zwischen der Bautzener Altstadt und einem geplanten Parkplatz mit Bürgerwiese schaffen. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung Bautzen wurde vom Institut für Massivbau der TU Dresden wurde dazu ein Studentischer Gestaltungswettbewerb initiiert.

Eine fachkundige Jury um Prof. Manfred Curbach analysierte und bewertete die unterschiedlichen Entwürfe der Studenten. Dabei spielte die Einpassung in die Örtlichkeit eine wesentliche Rolle, schließlich soll die geplante Brücke die bekannte Stadtkulisse der Spreeperle so wenig wie möglich negativ beeinflussen. Weitere wichtige Bewertungskriterien waren neben einer stimmigen Materialwahl auch Umfang und Tiefe der konstruktiven und statischen Durchbildung. Am Ende wurden die vergebenen Punkte zusammengezählt, die meisten Punkte konnten die Entwürfe mit schlanken Spannbandbrücken verzeichnen.

Zur Preisverleihung wurden die Studenten am 29.10.2018 in den erst kürzlich restaurierten historischen Ratssaal im Rathaus nach Bautzen eingeladen. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister und den anderen Mitgliedern der Jury würdigte Prof. Curbach die Arbeit der Studenten und beglückwünschte sie zu Ihren Leistungen.

Perfekt sind die Entwürfe der Studenten freilich nicht, doch kommt das ambitionierte Projekt der Spreequerung damit einen großen Schritt voran. Der 2. Platz geht an die beiden Entwürfe mit der höchsten Punktzahl – der Platz auf dem obersten Treppchen bleibt frei und ist zugleich Ansporn für eine spätere Überarbeitung, Optimierung und vielleicht sogar Kombination der Entwürfe.
Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert den teilgenommenen Studentinnen und Studenten ganz herzlich!

Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

Leitung: Prof. Manfred Curbach, Technische Universität Dresden, Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für Massivbau.
Weitere Mitglieder der Jury sind Alexander Ahrens, Oberbürgermeister Stadt Bautzen; Juliane Naumann, Bürgermeisterin Stadt Bautzen, Dezernat II – Bauwesen; Karl-Heinz Lehmann, Stadtrat Bautzen; Steffen Schröder, Curbach Bösche Ingenieurpartner und Oliver Steinbock, Institut für Massivbau

Den Sachsenspiegel-Einspieler können Sie sich in der MDR-Mediathek anschauen.

Vom Bastelleim zum Superklebstoff – wie gut kann man Glas kleben?

Neben den klassischen Baustoffen Holz, Stahl und Beton nimmt Glas eine immer bedeutendere Rolle im Ingenieurbau ein. Wurden früher Verglasungen fast ausschließlich eingesetzt um – verbaut als Fenster – Licht und Sonne in unsere Gebäude zu lassen, so werden diesem Werkstoff heute immer mehr konstruktive Fähigkeiten abverlangt. Statische Funktionen beispielsweise müssen Bauteile aus Glas in Form von Fassaden und Dächern bei modernen Gebäuden mittlerweile ohne tragende Rahmen aus Holz oder Metall übernehmen. Dementsprechend wichtig sind bei komplexen Bauteilen die Verbindungen zwischen den verschiedenen Komponenten. Eine immer größere Rolle spielt neben verschiedenen Arten von Verschraubungen das Kleben. Klebeverbindungen weisen mitunter völlig andere Eigenschaften als Schraubverbindungen auf.
Um komplexe Bauteile aus Glas bemessen und um Haltbarkeiten für Gebäude über viele Jahre garantieren zu können, finden im Friedrich-Siemens-Labor durch die Wissenschaftler der Professur für Baukonstruktion seit langem umfangreiche Forschungen zum Werkstoff Glas statt. Dem Kleben von Glas mit sich selbst – also Glas auf Glas aber auch mit anderen Werkstoffen wie Metall, Kunststoff oder Holz gilt dabei besonderes Augenmerk, vor allem wenn die Verbindungen in die Festigkeitsberechnungen von gesamten Bauteilen mit einfließen.  „Wenn geklebte Verbindungen zwischen Glasteilen nicht nur dichten sondern auch statisch wirksam werden um planmäßig Kräfte abzutragen, ist das eine ungeregelte Bauart und erfordert eine Bauartzulassung oder Zulassung im Einzelfall“ erklärt dazu Dr.-Ing. Jan Ebert vor den Teilnehmern eines Fachseminars zum Kleben von Glas. „Bei den Ausführungen solcher Verklebungen ist auf der Baustelle eine Fremdüberwachung erforderlich“, so Ebert weiter,  die Anwendung der Klebetechniken unterliegt strengen Regeln und Auflagen.
Die Materie ist dabei durchaus komplex, meist sind die so hergestellten Klebeverbindungen Teil von Konstruktionen, deren Sicherheit und Standfestigkeit über viele Jahre garantiert sein muss. Standardisierte Verfahren, von der Auswahl des Klebstoffs bis hin zu einem exakt einzuhaltenden Regime bei der Verarbeitung der Materialien sind daher von großer Bedeutung und Teil vieler Untersuchungen im Labor. Wie verhält sich ein Klebstoff bei dauerhaftem Kontakt mit Wasser, mit Reinigungsmitteln oder anderen Chemikalien, was verändert sich in einer Klebung durch jahrelanges Einwirken von Sonnenlicht, also durch UV-Bestrahlung?  Alle Einflüsse, denen eine Klebeverbindung im Laufe ihres Lebens ausgesetzt ist, müssen genau geprüft und bemessen werden um ein Versagen geklebter Bauteile auch nach vielen Jahren auszuschließen. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Fachleute, die Glasbauteile planen und an die, die auf den Baustellen die Verklebungen mit Glas herstellen. Mit einem speziellen Fachseminar zum Kleben von Glas konnten sich interessierte Anwender dieser Bau-Technologien in unserem Friedrich Siemens Labor mit den neusten Entwicklungen beim Kleben von Glas theoretisch und praktisch auseinandersetzen.

 

Wie kann die Dauerhaftigkeit einer Verklebung garantiert werden; Bild: André Terpe
Institut für Baukonstruktion; Glasworkshop, Glas kleben; TU Dresden Fakultät Bauingenieurwesen; Bild: André Terpe

 

 

 

 

 

 

 

 

Herstellen einer Lastabtragenden Verbindung zwischen zwei Glaselementen; TU Dresden Fakultät Bauingenieurwesen; Bild: André Terpe