Stahlbautagung: Im Mittelpunkt der Eurocode

Hermann KokengeBlick in den Hörsaal bei der gut besuchten Stahlbaufachtagung

Am 25. März fand im Hörsaalzentrum der TU Dresden die Dresdner Stahlbaufachtagung 2010 mit dem Thema „Stahlhochbaukonstruktionen im europäischen Kontext“ statt. Die Veranstaltung erlebte ihre inzwischen 4. Auflage und fand mit ca. 270 Teilnehmern eine ausgezeichnete Resonanz.

Die Einführung der Eurocodes und der europäischen Produkt- und Ausführungsnormen führt zu weitreichenden Veränderungen für die Bemessung und Ausführung von Stahlbaukonstruktionen. Der Eurocode 3 liegt in allen Teilen im Weißdruck vor. Die Nationalen Anhänge zu den Normenteilen werden im Laufe des Jahres weitestgehend fertiggestellt und veröffentlicht sein. Das Zurückziehen der entgegenstehenden nationalen Normen soll Ende des Jahres eingeleitet werden und im Anschluss die bauaufsichtliche Einführung erfolgen. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Dresdener Stahlbaufachtagung 2010 der Stabilitätsbemessung, den Kranbahnanlagen, Schweißverbindungen und Stahlhohlprofilkonstruktionen nach DIN EN 1993. Im zweiten Teil wurden Ausführung und Korrosionsschutz von Stahlkonstruktionen erläutert, Schadensfälle im Stahlbau sowie das imposante Stahltragwerk der Riesentropenhalle Gondwanaland des Leipziger Zoos vorgestellt.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Dipl.-Ing. Ulrich Werner, Direktor der Bauakademie Sachsen, sprach Dipl.-Ing. Hans Ulrich Batzke, Präsident des Deutschen Stahlbauverbandes, die Grußworte. Er unterstrich in seiner Rede die Vorteile der Stahlbauweise in Bezug auf die technischen Möglichkeiten, die gestalterischen Qualitäten und insbesondere in Verbindung mit der aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussion. Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer von Bauforumstahl, übernahm fachkundig die Moderation und führte durch die Tagung. Die Reihe der Fachvorträge eröffnete Prof. Dr. Richard Stroetmann, Direktor des Instituts für Stahl- und Holzbau der TU Dresden und Spiritus Rector der Stahlbaufachtagung, mit einer kurzen Einführung über den Bearbeitungsstand der Nationalen Anhänge und die baurechtliche Umsetzung der Eurocodes. Inhalt seines anschließenden Vortrages waren die Stabilitätsberechnungen von Stabtragwerken nach DIN EN 1993-1-1. Dipl.-Ing. Benjamin Braun, ehemals am Institut für Konstruktion und Entwurf der Universität Stuttgart und jetzt an der BAW in Karlsruhe, setzte mit einem Vortrag zum Plattenbeulen nach DIN EN 1993-1-5 fort. Die Morgensitzung wurde mit Ausführungen von Dr.-Ing. Holger Flederer, Oberingenieur am Lehrstuhl für Stahlbau der Technischen Universität Dresden, beendet. Inhalte seines Vortrages waren die Berechnung und Bemessung von Kranbahnen nach DIN EN 1993-6.

In der Vormittagssitzung wurden Regelungen zu geschweißten Verbindungen nach Eurocode 3, Teil 1-8 erörtert. Die Vorträge von Dr.-Ing. Michael Volz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der die Grundlagen zur Bemessung und Ausführung von geschweißten Verbindungen erläuterte, und Dr.-Ing. Stefan Herion, ebenfalls vom KIT, der sich speziell der Bemessung und Konstruktion von Stahlhohlprofilverbindungen widmete, ergänzten sich in idealer Weise.

Den ersten Nachmittagsblock eröffnete Dr.-Ing. Michael Volz mit einem weiteren Referat. Inhalt des Vortrages war die Ausführung von Stahlkonstruktionen nach DIN EN 1090-2, der unter anderem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bzgl. der gegenwärtig gültigen nationalen Normen DIN 18800-7 herausstellte sowie die damit verbundenen Konsequenzen für Unternehmen, die im Stahlbau fertigen. Dr. Andreas Schütz, Geschäftsführer des Instituts für Korrosionsschutz Dresden GmbH, gab anschließend einen Überblick über typische Korrosionsschutzbeschichtungen im Stahlbau und erläuterte die Regelungen für die Systemauswahl und Ausführung der EN ISO 12944 an anschaulichen Beispielen und Schadensfällen.

Die letzte Vortragsgruppe begann Prof. Dr.-Ing. Steffen Kind von der Fakultät Bauingenieurwesen der Hochschule Darmstadt mit ausgewählten Schadensfällen im Stahlbau. Nach einer Strukturierung von Schadensursachen und Schadenskategorien wies er in unterhaltsamer und anschaulicher Weise auf typische Fehler bei der Planung und Ausführung hin und verdeutlichte an Schadensbeispielen deren Konsequenzen.
Dipl.-Ing. Diethard Kiehn, Projektleiter der Eiffel Deutschland Stahltechnologie GmbH, zeigte anschließend mit seinem Vortrag zum Stahltragwerk der Riesentropenhalle Gondwanaland im Leipziger Zoo ein herausragendes Beispiel eines weitgespannten Stahlgittertragwerks aus Stahlhohlprofilen mit ETFE-Folienkissen, das künftig das Highlight für die Besucher des Zoos sein wird.

TU Dresden wählt neuen Rektor: Professor Kokenge tritt nicht wieder an

UVS
29. März 2010
Hermann KokengeProf. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden

Nach umfassender juristischer Prüfung ist der Rektor der TU Dresden, Professor Hermann Kokenge, vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) informiert worden, dass eine dritte Amtszeit für ihn nicht möglich ist. Professor Hermann Kokenge ist seit Herbst 2003 Rektor der TU Dresden. Nach dem alten Sächsischen Hochschulgesetz, welches bis Dezember 2008 galt, hätte er insgesamt bis zu drei Amtszeiten mit je drei Jahren im Amt bleiben können. Das neue Sächsische Hochschulgesetz, welches seit dem 01. Januar 2009 in Kraft ist, sieht jedoch nur zwei Amtszeiten, dafür aber mit je fünf Jahren vor. Deshalb wurde vom Wissenschaftsministerium sorgfältig geprüft, ob Professor Kokenge nochmals als Rektor kandidieren darf.

„Die TU Dresden will in der Exzellenzinitiative erfolgreich abschneiden. Dazu braucht sie ein starkes Rektorat. Ich hoffe und wünsche mir deshalb sehr, dass die Rektorwahl nun schnell realisiert wird, damit  die Vorbereitungen der TU Dresden in der Exzellenzinitiative kontinuierlich fortgesetzt werden können“, fasst Professor Hermann Kokenge zusammen.

Die Stelle für einen neuen Rektor der TU Dresden wurde bereits am 18. Februar 2010 von der TU Dresden ausgeschrieben. Außerdem wird zeitnah der Hochschulrat der TU Dresden einberufen, welcher laut Gesetz an einer Entscheidung zur Rektorwahl mitwirken muss.

„Ich bedanke mich bei Magnifizenz für seine jahrelange engagierte Arbeit“, sagt  Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer. „Prof. Hermann Kokenge hat besonders in den vergangenen Monaten die wichtigsten Grundlagen für die Bewerbung der TU Dresden bei der bundesweiten Exzellenzinitiative gelegt. Ich bin mir sicher, dass der Nachfolger diese Arbeit erfolgreich weiterführen wird.“

[Quelle: Pressestelle der TU Dresden]

Erfolgreiches Treffen der Straßenbauer

Informationstag des StraßenbaulaborsProf. Wellner eröffnet den Informationstag des Straßenbaulabors

Der Andrang war größer als erwartet, so dass die Veranstaltung kurzfristig umgelegt werden musste: Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich beim diesjährigen Informationstag des Straßenbaulabors der TU Dresden vor allem über das Regelwerk informieren. Prof. Dr.-Ing. Frohmut Wellner vom veranstaltenden Institut für Stadtbauwesen und Straßenbau führte kenntnisreich in das Thema ein; Dipl.-Ing. Frank-Hermann Göpfert von der LISt Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen mbH wies Perspektiven für den Straßenbau in Sachsen auf und konnte mit interessanten Zahlen aufwarten.

Die Standardisierung (RStO) und rechnerische Dimensionierung (RDO Asphalt) ist das vielbeachtete Thema in diesen Tagen – und der derzeitige Stand der Überarbeitung des hierzu relevanten Regelwerkes für Asphaltbefestigungen war sicher ein Grund für das rege Interesse an der Veranstaltung, die sich noch weiteren Detailfragen widmete und – dies ganz sicher der andere Grund zur Teilnahme für Viele – ausreichend Raum und Zeit für den Erfahrungsaustausch gab.

Neue AbsolventInnen des MSc Programms Urban Wood

UVS
24. März 2010
Bestanden!Urban Wood: Master of Sciences und ihre Ausbilder

Am 26. Feber 2010 ging der zweite Durchgang des MSc Programms Urban Wood mit der Graduierungsfeier an der Technischen Universität Wien zu Ende. Sechs TeilnehmerInnen bekamen den akademischen Grad „Master of Science“ verliehen. Weiteren sechs Personen, die an Einzelmodulen teilgenommen hatten, wurde ein Zertifikat überreicht.

Prof. Bob Martens, Vice Director Continuing Education Center, begrüßte die AbsolventInnen sowie ihre FreundInnen und Familienangehörigen. Er zeigte sich erfreut über die guten Leistungen der Studierenden und hob einmal mehr die Wichtigkeit der Forschung im Bereich der Architektur hervor.

Als Ehrengäste konnten zwei sehr renommierte ArchitektInnen begrüßt werden. Prof. Francoise-Hélène Jourda und Prof. Thomas Herzog betonten in ihren Ansprachen beide die Bedeutung dieser postgradualen Ausbildung. Sie sind davon überzeugt, daß das Know-how über die Planung nachhaltiger Gebäude aus erneuerbaren Ressourcen wie Holz künftig sehr gefragt sein wird.

Anschließend überreichten die beiden Lehrgangsleiter Prof. Peer Haller vom Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen der TU Dresden und Prof. Wolfgang Winter den AbsolventInnen ihre Urkunden. Leider konnte die dritte Lehrgangsleiterin, Prof. Clara Bertolini vom Politecnico di Torino, nicht an der Zeremonie teilnehmen. Die Feier wurde von einem Streichquartett des Orchesters der TU Wien begleitet. Nach dem offiziellen Teil der Zeremonie gaben zwei TeilnehmerInnen einen interessanten Rückblick auf zwei Jahre Urban Wood.

Das Continuing Education Center der Technischen Universität Wien gratuliert seinen AbsolventInnen und wünscht ihnen alles Gute für die Zukunft.
Frau Tani Atsuko, B.A., M.A/S, MSc (Japan)
Herr Dipl.-Ing. Markus Englisch, MSc (Deutschland)
Frau Dipl.-Ing. Michaela Gruber, MSc (Österreich)
Frau Ikue Nomura, B.Arch., MSc (Japan)
Frau Dipl.-Ing. Pia Panosch, MSc (Österreich)
Herr Dipl.-Ing. Gerulf Weber, MSc (Österreich)

Der nächste Durchgang des postgradualen MSc Programms Urban Wood startet am 30. August 2010. Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte das Programm Management oder besuchen Sie unsere Website.
[Quelle: Continuing Education Center · Vienna University of Technology]

Ausstellungseröffnung BauMeisterArbeit

AusstellungseröffnungAusstellungseröffnung BauMeisterArbeit

Eine ganz besondere Ausstellung wurde heute im Fakultätszimmer der Fakultät Bauingenieurwesen eröffnet: Zehn Blätter aus dem Jahre 1917 zeigen, wie man damals auf dem zweiten Bildungsweg den Titel eines Baumeisters erwerben konnte: Prof. h.c. Dr.-Ing. Barbara Hauptenbuchner, von 1994 bis 2007 als geschäftsführende Leiterin des Fakultätsrechenzentrums der Fakultät Bauingenieurwesen tätig, hatte insgesamt 23 großformatige Blätter zum Thema „Schulanlage für eine Dorfschulgemeinde“ gefunden, die ihr Vater Karl Hugo Böhme im Rahmen seiner Weiterbildung gezeichnet hatte. Auf den Zeichenkartons ist das Projekt einer Schulanlage für eine Dorfschulgemeinde mit Schul­gebäude, Turnhalle, Lehrerwohnhaus, Feuerwehrturm, der Gestaltung der Außenanlagen (Schulhof, Garten, Bachüberbrückung) dargestellt. Entsprechend der zeitgemäßen ganzheitlichen Betrachtung der Bauaufgaben gehören dazu Lagepläne, Grundrisse, Aufrisse , Quer- und Längsschnitte und Detailzeichnung (Fenster, Türen usw.). Spannungen, wie die des Turnhallenbinders und der Stützmauer am Bach, werden grafisch ermittelt. Ergänzt werden musste die Arbeit durch einen Kostenanschlag, der aber nicht mehr vorhanden ist. Die Ausstellung zeigt zehn ausgewählte Zeichnungen.
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Hubert-Engels-Medaille für Dipl.-Ing. Eberhard Jüngel

Verleihung Hubert-Engels-MedailleEberhard Jüngel (links) erhielt die Hubert-Engels-Medaille aus den Händen von Prof. Jürgen Stamm

Die Hubert-Engels-Medaille, die zum Andenken an den Pionier des modernen wasserbaulichen Versuchswesens jährlich von der Gesellschaft der Förderer des Hubert-Engels-Labors ausgelobt wird, hat in diesem Jahr Dipl.-Ing. Eberhard Jüngel erhalten. Der Leiter des Betriebs Zwickauer Mulder/Obere Weiße Elster in der Landestalsperrenverwaltung des Freistaats Sachsen erhielt die Medaille „in Anerkennnung seiner hervorragenden fachlichen Leistungen auf dem breiten Arbeitsgebiet des Baus und Betriebs sowie der Überwachung und Unterhaltung von Talsperren und Gewässern“ im Rahmen des Dresdner Wasserbaukolloquiums, das am Mittwoch und Donnerstag im Dresdner Kongresscentrum stattfindet.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stamm vom veranstaltenden Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden würdigte Jüngel als eine Persönlichkeit, die „in besonderer Weise erfolgreich im Bereich des Wasserbaus tätig ist“. Besondere Verdienste habe er sich im Jahr 2002 bei der Steuerung der Talsperren während des August-Hochwassers und bei der nachfolgenden Beseitigung der aufgetretenen Schäden erworben. „Herr Jüngel hat durch seine beruflichen Aktivitäten das Ansehen und die Bedeutung der „Wasser“- Bauingenieurs in der breiten Öffentlichkeit in besonderer und herausragender Weise dargestellt“, sagte Prof. Stamm.

Eberhard Jüngel hat an der Technischen Universität Dresden in den Jahren 1966 bis 1971 konstruktiven Wasserbau studiert. Seine berufliche Laufbahn begann beim Bau des Pumpspeicherwerks Markersbach und wurde mit der Tätigkeit als Bauleiter in der Komplexbauleitung der Talsperre Eibenstock – der größten ihrer Art in Sachsen – fortgesetzt. Ab 1989 war Jüngel aktiv beim Aufbau der Landestalsperrenverwaltung beteiligt; dort ist er seit 1991 als Betriebsleiter tätig.

Ehrenmedaillen für Prof. Stritzke

Eindrücke vom Brückenbausymposium20. Dresdner Brückenbausymposium: Prof. Jürgen Stritzke (oben rechts) erhielt die Ehrenmedaillen der TU Dresden und der Bundesingenieurkammer. Dank auch an Ministerialrat Joachim Naumann, der in wenigen Wochen 65 wird, für sein Engagement (unten Mitte).

Gleich zwei Ehrenmedaillen erhielt heute Univ.-Prof. i. R. Dr.-Ing. Jürgen Stritzke beim 20. Dresdner Brückenbausymposium. Der Rektor der Technische Universität Dresden, Prof. Hermann Kokenge, verlieh dem ehemaligen Inhaber der Professur für Massivbrückenbau und Initiator wie Motor des Brückenbausymposiums die Ehrenmedaille der TU Dresden für seine Verdienste. „Vor allem mit dem Brückenbausymposium haben Sie das Renommee der TU Dresden gesteigert und ihren guten Ruf gemehrt“, sagte Prof. Kokenge. Und Dr.-Ing. Jens Karstedt, Präsident der Bundesingenieurkammer, überreichte Prof. Stritzke die Ehrenmedaille der Bundesingenieurkammer für seine „dauerhaften Verdienste um das Ingenieurwesen unseres Landes“. Jürgen Stritzke, sagte Dr. Karstedt, habe sich durch seine Arbeit „als Ingenieur, als Hochschul-Lehrer und als Mensch mit Herz bleibende Verdienste“ um den Berufsstand der Bauingenieure gemacht.

Mit Blick auf die Verleihung des Brückenbaupreises wies der Rektor in seiner Begrüßung darauf hin, dass  die Ausbildung im Bauingenieurwesen an der TU Dresden eine über 150jährige Tradition habe. In der 1851 gegründeten Königlich Sächsischen Polytechnischen Schule wurde in der Sektion B das gesamte Bauingenieurwesen, der Wasser-, Straßen- und Brückenbau, zusammengefasst. „Dies übrigens gegen den vehementen Protest der Dresdner Kunstakademie, zu der bis dahin auch die „Baukunst“ gehörte,“ sagte der Rektor und betonte, dass „wir auf diese lange Tradition stolz sind, und wir fühlen uns ihr zugleich auch verpflichtet, die hohe Qualität unserer Ausbildung nicht nur zu bewahren, sondern den Anforderungen der Zeit zu entsprechen.“  Was die Bauingenieure angeht, führen diese Bestrebungen offensichtlich zum Erfolg: „Nach einem Vergleich der TU9 (der größten technischen Universitäten in Deutschland) studieren bei uns übrigens mit insgesamt 943 immatrikulierten Studierenden die meisten angehenden Bauingenieurinnen und Bauingenieure.“

Das 20. Brückenbausymposium war mit knapp 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie in den Vorjahren bestens besucht – es gilt als der Branchentreff für deutschsprachige Brückenbauer schlechthin und findet mittlerweile auch international Beachtung. Neben den Fachvorträgen – in diesem Jahr waren es insgesamt ein Dutzend, die im umfangreichen Tagungsband zum Nachlesen abgedruckt sind – ist der Meinungsaustausch und das Networking ein wesentlicher Bestandteil des Symposiums, das live im Audimax der TUD stattfindet und parallel in einen anderen Hörsaal übertragen wird, weil der größte Hörsaal der TU nur rund tausend Zuhörern Platz bietet. Auch auf den Gängen im Foyer und in der ersten Etage, auf denen Firmen ihre Produkte präsentierten und Kaffeestationen einluden, gab es ausreichend Gelegenheit für informelle Gespräche – wenn sich die Brückenbauer in Dresden treffen, ist das quasi wie eine große Familienfeier.

Viel Lob für den Initiator Jürgen Stritzke, das der gerne an sein Team weitergab, das die Arbeit hinter den Kulissen (und während des Symposiums auch sichtbar an allen Ecken und Enden) leistet und daher mit zum Erfolg der Veranstaltung beiträgt. Aber es gab noch jemanden, der geehrt wurde: Ministerialrat Joachim Naumann vollendet in wenigen Tagen sein 65. Lebensjahr und wird daher beim nächsten Brückenbausymposium nicht mehr in offizieller Funktion auftreten. In den vergangenen Jahren hatte der Leiter des Referates Brücken-, Tunnel- und sonstige Ingenieurbauwerke in der Abteilung Straßenbau des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit seinen Beiträgen aus der Sicht von Deutschlands erstem Brückenbauer immer viel Beachtung gefunden.

Brückenbaupreis 2010

Sieger Dipl.-Ing. Wolfgang EilzerSieger Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer

Die Sieger des Brückenbaupreises stehen fest! Die Preisträger sind die Elbebrücke Mühlberg (Brandenburg/Sachsen) Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ und Stadthafenbrücke Sassnitz (Insel Rügen) in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“. Als maßgeblich verantwortliche Ingenieure wurden Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer sowie Prof. Dr. Mike Schlaich und Dipl.-Ing. Andreas Keil ausgezeichnet. Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer ist beim sogenannten „Auge von Mühlberg“ eine Kombination aus innovativer Konstruktionsidee und schlichter Eleganz gelungen. Die 700 m lange Elbebrücke erfüllt auch ökologische Vorgaben optimal. Prof. Mike Schlaich und Dipl.-Ing. Andreas Keil haben in ihrem Bauwerk Form und Funktion beispielhaft miteinander verbunden. Die kühn geschwungene, extrem schlanke Brücke verbindet die Stadt Sassnitz über 22 m Höhenunterschied hinweg mit dem Stadthafen.

Mit den Preisträgern erlebten rund 1.300 Gäste die feierliche Verleihung des Deutschen Brückenbaupreises 2010 am Vorabend des Brückenbausymposiums im Audimax der TU Dresden. Der Preis, den die Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Verband Beratender Ingenieure VBI 2006 erstmals verliehen, wurde in den Kategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fußgänger- und Radwegbrücken“ ausgelobt. Neben dem Bauwerk wurden jeweils die beteiligten Ingenieure mit der Preisskulptur ausgezeichnet, deren schöpferische Leistung maßgeblich zum Entstehen des Bauwerks beigetragen haben.

Prof. Dr. Mike Schlaich und Dipl.-Ing. Andreas KeilProf. Dr. Mike Schlaich und Dipl.-Ing. Andreas Keil

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) unterstützt und fördert den Deutschen Brückenbaupreis als Schirmherr im Rahmen der Initiative Baukultur. Hauptsponsor ist die Deutsche Bahn AG. Laudatoren waren die Präsidenten der BIngK und des VBI, Dr.-Ing. Jens Karstedt und Dr.-Ing. Volker Cornelius. Der Dresdner Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVBS, betonte in seiner Ansprache den Zusammenhang von Baukultur und innovativen Ingenieurleistungen. Mit dem Brückenbaupreis will die Bundesregierung auf die Bedeutung von Brücken und ihren Erbauern hinweisen. Die beste Brücke für Mücke ist freilich noch nicht gebaut  – es ist die Waldschlösschenbrücke.

Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, lobte den Beitrag des Brückenbaupreises zur Förderung der Baukultur in Deutschland. 26.800 Brücken unterhält die Bahn in Deutschland – mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren: Viel Stoff für neue Vorhaben! „Wir hoffen, dass der Preis Ansporn und Motivation für Planer und Ausführende, aber auch für die Bauherren und Finanzierungsgeber künftiger Brückenbauprojekte ist, durch innovative Ideen ein Optimum aus Wirtschaftlichkeit, Gestaltung und Funktionalität zu finden.“ sagte Dr. Grube – aber für viele war seine wichtigste Botschaft: Auch in zwei Jahren wird die Bahn Hauptsponsor dieser Veranstaltung sein.

Zum Deutschen Brückenbaupreis 2010 waren 27 Bewerbungen eingegangen. Daraus hat die Jury je Kategorie drei Bauwerke nominiert und je ein Siegerbauwerk gekürt. Neben den Preisträgern Elbebrücke Mühlberg und Stadthafenbrücke Sassnitz nominierte die Jury folgende Bauwerke zum Deutschen Brückenbaupreis 2010: In der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ die Muldebrücke bei Wurzen (Sachsen) und die Rügenbrücke (Strelasundquerung); in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“ die Altmühlbrücke Eichstätt (Bayern) und die Havenbrücke Bremerhaven.

Leben heißt Lernen

glasbau2010
Prof. Bernhard Weller eröffnet die glasbau2010

Zum 7. Mal findet heute in Dresden die glasbau statt. Mit 270 Anmeldungen gibt es soviel Zuspruch wie nie zuvor: Die Tagung hat sich zu einem anerkannten Treff der Branche entwickelt. Façade Engineering ist das diesjährige Thema, um das sich die Vorträge ranken – und die Gespräche in den Pausen: Es wurde eigens eine Kaffeepause mehr eingeplant, um dem immensen Gesprächsbedarf der TeilnehmerInnen untereinander gerecht zu werden.

„Leben ist Lernen – und wir lernen nicht aus!“ sagte Prof. Weller an einer Stelle seines Vortrags, in dem er die Arbeit des mittlerweile 28köpfigen Teams im Institut vorstellte. Das hätte ein gutes Motto für die gesamte Tagung sein können, denn in den Fachvorträgen (über die später noch detailiert berichtet werden wird) gab es eine Menge Lernstoff und Zugewinn an Erkenntnissen. Wer es verpasst hat: Es gibt einen Tagungsband und – auch das ist mittlerweile Tradition – ein Sonderheft der Zeitschrift Stahlbau; in beiden Publikationen kann man den Geist der Tagung erlesen.

Über 30.000 Objekte in Geologischer Sammlung

Vitrine mit verschiedenen Quarzvarietäten und Opal.

Die Technische Universität Dresden (TUD) wurde 1828 aus der Technischen Bildungsanstalt in Dresden und Übernahme der Direktion durch die Königlich Sächsische Kommerziendeputation gegründet. Das Domizil der Anstalt befand sich vorerst sehr bescheiden im Gartenpavillon auf der Brühlschen Terrasse und in einem Gewölbe des Kuffenhauses am Zeughausplatz. Hervorragende Lehrer werden für die Anstalt gewonnen, u.a. Johann Andreas Schubert, Erbauer der ersten betriebsfähigen deutschen Dampflokomotive »Saxonia«. Schon in der Gründungszeit wurden in den einzelnen Instituten und an den Lehrstühlen historische Exponate gesammelt, die bis in die heutige Zeit gepflegt worden. Heute kann die TUD auf 40 Sammlungen stolz sein, die teilweise Weltbedeutung haben. Etwa zwei Drittel der Sammlungen werden in Teilbeständen für die Ausbildung von Studenten, für Ringvorlesungen sowie für Weiterbildungsangebote genutzt. Einige der Sammlungen sind ständig für die Öffentlichkeit nutzbar, andere können auf Voranmeldung besucht oder zu Studienzwecken genutzt werden.

Die älteste Sammlung der TU Dresden ist die Geologischen Sammlung mit mehr als 30.000 Objekten.  Sie ist ein wichtiges Arbeitsmittel für die Ausbildung der Studenten des Bauingenieurwesens, der Geodäsie, Geographie, Chemie und Physik. Ein Teilbestand davon, die Bausteinsammlung, wird von Denkmalpflegern, Bauverwaltungen und Fachplanern genutzt. Derzeit entsteht ein Stadtführer zu Bau und Dekorationsgesteinen in Dresden und für das Netzwerk „Steine in deutschen Städten!“.

Die Teilsammlungen werden nach und nach auf den Seiten des Lehrstuhls systematisch beschrieben – gerade frisch publiziert ist der Beitrag zur Teilsammlung 1 – Mineralogie.