Glas ist nicht nur Schmuck am Weihnachtsbaum

„Alle Jahre wieder…“ hatten die Studierenden der Technischen Universität Dresden die Gelegenheit, den Glasprofis in der Industrie über die Schulter zu schauen. Am 17. Dezember 2019 ging es für die Interessierten des Moduls „Konstruktiver Glasbau“ und „Glasfassaden“ mit Herr Dr. Nicklisch und Herr Hänig vom Institut für Baukonstruktion auf Weihnachtsexkursion.

Der erste Halt unserer Exkursion führte uns nach Grimma zur Flachglas Sachsen GmbH. Dieses Unternehmen verarbeitet die angelieferten Glasscheiben aus Floatglas, ESG und TVG zu Mehrscheiben-Isoliergläsern und erfüllt spezielle Kundenwünsche, wie Sonnenschutzverglasungen, Photovoltaikbeschichtungen oder ähnliches. Auch sind die Mitarbeiter sehr bestrebt ständig neue Entwicklungen und Projekte vorzuweisen. Bei der sehr ausführlichen Führung konnten wir neben der Herstellung und Verarbeitung tiefe Einblicke in das aktuelle und schon weit entwickelte Projekt einer mit Fluid kapillardurchströmten Isolierglasscheibe gewinnen. Spannende Vorträge der verschiedenen Abteilungsleiter und dem Geschäftsführer Herr Witte vermittelten Wissen über die Herausforderungen bei der Isolierglasherstellung sowie über das Unternehmen in Grimma.

Der Weg führte uns weiter nach Haldensleben bei Magdeburg zu Euroglas GmbH. Hier wurde uns durch die Dimensionen der hunderte Meter langen Anlage schnell klar, was es bedeutet Flachglas in einem unendlich langen Glasband herzustellen. Das hoch automatisierte Floatglaswerk produziert pro Tag aus ca. 1000 Tonnen Rohstoffen aus der Umgebung in einem hochautomatisierten Prozess mit weniger als 20 Mitarbeitern innerhalb einer Schicht ca. 700 Tonnen Glas.

Bei einer sehr aufschlussreichen Werksführung konnten wir das Wissen über die imposante Glasherstellung im Floatverfahren aus den Vorlesungen hautnah erleben.

Angefangen von der Rohstoffzulieferung von Sand, Kalk, Dolomit, Soda und Glasscherben über die ca. 1600°C heiße Schmelzwanne, das Abkühlen über dem Zinnbad, das Erreichen der gleichmäßigen Dicke mit Toprollern und den Zuschnitt in das handelsübliche Transportmaß 3,21 m x 6,00 m wurde uns alles sehr ausführlich und mit einem großen Wissensschatz erklärt und gezeigt.

Ein großer Dank geht an die Organisatoren sowie die Unternehmen Flachglas Sachsen GmbH und Euroglas GmbH, die diese spannende Exkursion ermöglicht haben. Wir konnten vor Ort alle Fragen rund um die Themen Glasherstellung und -verarbeitung klären und nahmen faszinierende Eindrücke mit in die Weihnachtsferien.
Bericht: Maria Heinrich

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