„Gorbitz macht schlau!“ – Fakultät Bauingenieurwesen beim Westhangfest in Gorbitz

Es gibt nicht so oft die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit Einblicke in den Arbeitsalltag von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren zu geben und Menschen für unsere Forschungsthemen zu begeistern. Am letzten Samstag bot sich für uns eine solche Gelegenheit – auf dem Westhangfest in Dresden-Gorbitz.

Unter dem Motto „Gorbitz macht schlau!“ bot das Stadtteilfest zahlreiche Mitmach- und Informationsangebote für Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Wir waren mit einem Stand der Fakultät Bauingenieurwesen vertreten, der sich großer Beliebtheit erfreute. Die Besucherinnen und Besucher, ob groß oder klein, zeigten großes Interesse an unserer Arbeit.



Aus den Bereichen Baukonstruktion, Massivbau und Baustoffe hatten wir allerlei Ausstellungsstücke und Experimente vorbereitet. An einem Carbonbetonträger konnten die Besucher beispielsweise selbst nachvollziehen, wie Dehnungsmessstreifen Verformungen messen und zur Überwachung von Bauwerken eingesetzt werden. Für Kinder gab es einen „Fühlkasten“, in dem sie verschiedene Dämmstoffe anfassen und vergleichen konnten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters CARE waren mit Betontrampolin, Baustoffquiz und Betonkanu-Planschpool angerückt.

Der Stand wurde über den gesamten Tag hinweg gut besucht, und wir freuen uns, dabei gewesen zu sein.

Fotos: Toni Kretschmer, Stefan Gröschel

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Preis der Ostdeutschen Bauindustrie 2026: Zwei Auszeichnungen für Absolventinnen der Fakultät Bauingenieurwesen

copy Marcus Hartelt

Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) hat auch in diesem Jahr herausragende Abschlussarbeiten aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Architektur mit dem Preis der Ostdeutschen Bauindustrie ausgezeichnet. Mit der seit 2004 vergebenen Auszeichnung würdigt der Verband innovative wissenschaftliche Arbeiten und setzt zugleich ein Zeichen für die Bedeutung des akademischen Nachwuchses in der Bauwirtschaft.

Besonders erfreulich: Gleich zwei Absolventinnen der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden wurden im Bereich Bauingenieurwesen ausgezeichnet.

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Preisträgerin Tanja Stoll mit Regina Kraushaar (Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung). Bild: Marcus Hartelt

Den Hauptpreis erhielt Tanja Stoll für ihre Abschlussarbeit zur Lagerungsfähigkeit temperaturabgesenkter Asphalte. Darin untersuchte sie den Einfluss unterschiedlicher Lagerungszeiten auf die Verarbeitbarkeit sowie die Materialeigenschaften dieser Asphaltmischungen. Die Arbeit greift aktuelle Fragestellungen einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Baupraxis auf und liefert wichtige Erkenntnisse für die praktische Anwendung.

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Gruppenbild aller Preisträger, von links: Leo Dinkelacker und Alexander Ostrovskis (HTWK Leipzig – Hauptpreisgewinner Architektur), Luzie Dörfelt (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Architektur), Anna Reichel (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Tanja Stoll (TU Dresden – Hauptpreisgewinnerin Bauingenieurwesen). Bild: Marcus Hartelt

Mit einem Sonderpreis wurde Anna Reichel ausgezeichnet. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Ermüdungssicherheit von Verbunddübelleisten in Klothoidenform bei Querbeanspruchung. Die Ergebnisse leisten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der vergleichsweise jungen Stahl-Stahlbeton-Verbundbauweise.

BIVO-Präsident Jörg Muschol betonte die Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten für die Zukunft des Bauens:

„Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, dass die Zukunft des Bauens nicht erst morgen beginnt, sondern bereits heute an unseren Hochschulen entwickelt wird. Ob ressourcenschonender Straßenbau, innovative Tragwerkslösungen, die Umnutzung ehemaliger Industriestandorte oder die Neugestaltung urbaner Räume – die Preisträgerinnen und Preisträger liefern konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit.“

Neben den Auszeichnungen im Bauingenieurwesen wurden auch Arbeiten aus dem Bereich Architektur prämiert. Den Hauptpreis erhielten Alexander Ostrovskis und Leo Dinkelacker (HTWK Leipzig) für ihr Transformationskonzept zur Nachnutzung sächsischer Spinnmühlen als Standorte für Indoor-Farming. Der Sonderpreis ging an Luzie Dörfelt (TU Dresden), die ein Konzept zur Umgestaltung der St. Petersburger Straße in Dresden entwickelte.

Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert Tanja Stoll und Anna Reichel herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und wünscht ihnen für ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg.

Titelbild v. l. n. r.: Dr. Robert Momberg (BIVO-Hauptgeschäftsführer), Baupreisjurymitglied Prof. Dr.-Ing. Klaus Holschemacher (HTWK Leipzig), Regina Kraushaar (Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung), Leo Dinkelacker und Alexander Ostrovskis (HTWK Leipzig – Hauptpreisgewinner Architektur), Luzie Dörfelt (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Architektur), Anna Reichel (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Tanja Stoll (TU Dresden – Hauptpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Jörg Muschol (BIVO-Präsident), Baupreisjurymitglied Peter Weber (Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB), Prof. Dipl.-Ing. Dorothea Becker (Betreuerin Architektur HTWK Leipzig), Dr.-Ing. Christiane Weise (Betreuerin Bauingenieurwesen TU Dresden).

Alle Bilder: Marcus Hartelt

Digitalisierung als Schwerpunktthema der Baustatik-Baupraxis-Tagung 2026 an der TU Dresden

Wie kann Bauen digitalisiert werden? Wo entstehen Daten, welche werden tatsächlich benötigt, und wie können diese Daten durchgängig über die verschiedenen Nutzungszyklen eines Bauwerks erfasst, gesammelt und für alle Beteiligten nutzbar bleiben? Wofür ist das überhaupt wichtig, und wie kann KI die Prozesse beschleunigen und das Bauen ökonomischer machen – oder ist die digitale Transformation des Planens vielleicht sogar die Voraussetzung, um immer komplexere planerische Fragestellungen gerade in Bezug auf Ressourceneffizienz oder Nachhaltigkeit zu lösen?

Mit Impulsen zu diesen Fragestellungen eröffneten die Plenarvorträge von Dipl.-Ing. Jens Hoffmann (STRABAG) und Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Wüchner (TU München) den ersten Tag der Baustatik-Baupraxis-Tagung 2026 an der TU Dresden.

Besonders an den Schnittstellen zwischen Entwurf, Planung, Ausführung, Betrieb, Umbau oder Rückbau – also den Übergängen zwischen den verschiedenen Phasen eines Bauwerks – bestehen die eigentlichen Probleme: „kommt es häufig zu Datenbrüchen“, so Hoffmann. Digitalisierung im Bauwesen bedeutet für ihn vor allem, Informationen konsistent weiterzuführen und kontinuierlich in digitale Modelle zu integrieren – nur so entstehen echte „digitale Zwillinge“ eines Bauwerks.

Auf die Modell-Auflösung, den Zweck und das richtige Datenmodell sowie auf den Prozess bis hin zum digitalen Zwilling ging Prof. Wüchner ein. Er unterstrich die wachsende Bedeutung digitaler Werkzeuge für die Planung komplexer Bauwerke.

Den Plenarvorträgen an beiden Konferenztagen kommt auf der Baustatik-Tagung eine besondere Bedeutung zu: Sie bilden den inhaltlichen Rahmen und geben entsprechende Impulse für die Veranstaltung. Die gesamte Themenbreite der Tagung wurde in verschiedenen parallelen Vortragsblöcken abgebildet. (zur Programmübersicht)

Gelegenheit zum direkten Gespräch bot das abendliche Konferenzdinner im Hilton Dresden, kulturelles Highlight war ein Orgelkonzert in der Dresdner Hofkirche.