Studenten wärmten sich am Glas-Schmelzofen

Exkursion zur Floatglasanlage der Euroglas GmbHExkursion zur Floatglasanlage der Euroglas GmbH

Was gibt es besseres, als sich während der kalten Wintertage an einem riesigen Schmelzofen zu wärmen? Die Studenten der Module Konstruktiver Glasbau und Glasfassaden erlebten am Dienstag auf der Exkursion zur Floatglasanlage der Euroglas GmbH in Osterweddingen bei Magdeburg hautnah, wie Flachglas hergestellt wird. Die moderne Anlage hat erst im Jahr 2006 die Produktion aufgenommen. Durchschnittlich 600 Tonnen produziert diese Floatglaslinie täglich als kontinuierliches Glasband, das am Ende zu „handlichen“ 6,00 x 3,21 Meter großen Glastafeln geschnitten wird. Der Produktionsprozess läuft dabei weitgehend automatisch ab. Besonders faszinierte ein Blick ins Innere des Schmelzofens. Durch ein Spezialglas konnte das Aufschmelzen der Grundstoffe Quarzsand, Soda und Kalk bei etwa 1600°C beobachtet werden. Dafür ist natürlich eine enorme Energiemenge nötig. Innerhalb einer halben Stunde verbraucht eine solche Anlage die gleiche Menge Gas, die zum Heizen eines Einfamilienhauses im ganzen Jahr notwendig wäre. Die enorme Hitze spürten die Exkursionsteilnehmer am eigenen Leib: Selbst in mehreren Metern Abstand zum Ofen und zum Zinnbad lagen die Temperaturen noch bei über 30 °C. Gut, dass der Winter draußen Abkühlung bot.

Brückenbauexkursion 2010

Brückenbauexkursion 2010Brückenbauexkursion 2010

Geschafft, aber auch beeindruckt, kamen 17 Studenten des 8. Semesters und zwei Betreuer nach zehn ereignis- und brückenreichen Tagen von der Brückenbauexkursion des Institutes für Massivbau nach Frankreich wieder in Dresden an. Zwischen Abfahrt und Ankunft lagen über 4.500 km, über 50 Brücken, acht Zeltplätze und unzählige schöne Erlebnisse.

Erster Stopp war an der Marne westlich von Paris, wo Eugène Freyssinet vor über 60 Jahren eine ganze Serie von Segment-Spannbetonbrücken baute. Fasziniert von der Genialität Freyssinets ging es weiter nach Paris. Neben Eiffelturm und Sacre-Coeur war hier das Labor der École des Ponts et Chaussées ein Hauptziel. Ein Treffen mit Prof. Manfred Curbach, der sich hier zu dem Zeitpunkt zu Studien aufhielt, und den Wissenschaftlern der großen französischen Ingenieurschule rundete die interessanten Vorträge mit einer ausgiebigen Laborführung ab.

Nordwestlich von Paris gab es Führungen am Pont de Normandie und Tancarville – großartige Zeugnisse der französischen Brückenbaukunst und für die Studenten ein Spaziergang durch einen Hohlkasten und Spannglieder zum Anfassen. Danach ging es Richtung Süden, wo vor allem das Viaduc de Millau alle beeindruckte. Der höchsten Brücke Europas folgten die ältesten: viele kleinere Viadukte aus der Römerzeit und schließlich der Pont du Gard. Über Marseille und ein Bad im Mittelmeer ging es durch die malerische Provence und durch das Ardechetal nach Lyon.

Lyon gefiel nicht nur durch die wunderschöne Altstadt, sondern auch durch die vielen Fußgängerbrücken! Und da Ausprobieren Teil des Lernens ist, testeten die Studenten ausgiebig das Schwingungsverhalten der Fußgängerbrücken.
Die Besichtigung des Katzenbergtunnels rundete die Fahrt ab, bevor es wieder nach Dresden ging.

Theorie in der Praxis überprüft

Exkursion nach LeipzigGlasbau-Exkursion nach Leipzig

Fassadenplanung, vor allem an öffentlichen Gebäuden, stellt für den planenden Ingenieur in technischer Hinsicht eine besondere Herausforderung dar. Da die Ausführung der Gebäudehülle häufig mit Glas realisiert wird, erfordert der konstruktive und bauphysikalische Umgang mit dem Baustoff von allen Projektbeteiligten neben fundiertem Fachwissen auch Innovation und die Fähigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit. Ein eigenes Bild über die Resultate konnten sich rund 50 BauingenieurstudentenInnen aus Dresden an ausgesuchten Beispielen in Leipzig machen.

Die Exkursion der Lehrveranstaltungen »Konstruktiver Glasbau«, »Gebäudehülle« und »Energieeffizientes Entwerfen« begann mit einer Führung über die Baustelle des neuen Paulinums und Augusteums der Universität Leipzig. Der verantwortliche Bauleiter des Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) erläuterte anschaulich den architektonischen Entwurf des Ensembles und das Fassadenkonzept. Anschließend erfuhren die StudentenInnen vom Vorsitzenden des Paulinervereins interessante Details über die Historie der ursprünglichen Universitätskirche und deren Sprengung im Mai 1968 sowie über die weitere Entwicklung bis zu dem heutigen Neubau.

Die zweite Station führte zu dem Museum der bildenden Künste mit seiner eindrucksvollen Hülle aus Profilbaugläsern, die zur Erhöhung der Resttragfähigkeit mit einem speziell entwickelten Kunststofffilm beschichtet wurden. Ein besonderer Umgang mit historischer Bausubstanz konnte an den baulichen Resten des Kaufhauses am Brühl erläutert werden. Die historische Fassade wurde 1966 mit Formteilen aus Aluminium verkleidet, was dem Gebäude den Namen »Bemmenbüchse« oder »Blechbüchse« gab. In den nächsten Tagen erfolgt der vollständige Abriss des Gebäudes, dessen denkmalgeschützte Metallfassade an einem Parkhausneubau verwendet wird.

Den Abschluss der Exkursion bildete ein Besuch im BMW Werk Leipzig. Das Zentralgebäude wurde nach einem Entwurf von der Architektin Zaha Hadid realisiert und 2005 unter anderem mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Viele Elemente in dem gestalterisch ambitionierten Gebäude bestehen aus Glas in den unterschiedlichsten Anwendungen. Dort konnte das in den Lehrveranstaltungen vermittelte Wissen anschaulich diskutiert werden. Die Studierenden freuten sich über das vielseitige Programm.

China in elf Tagen

Exkursion nach ChinaExkursion nach China

Viele Eindrücke von wasserbaulichen Projekten und noch mehr Einblicke in die Landeskultur Chinas haben elf Studenten und Studentinnen des Bauingenieurwesens in der Vertiefung Wasserbau sowie drei Betreuer von einer elftägigen Exkursion nach China mit nach Hause gebracht. Während der Exkursion konnten die Teilnehmer Kontakte und Verbindungen zu Universitäten und Institutionen in Beijing, Yichang, Hangzhou und Shanghai knüpfen und ausbauen.

Gleich nach der frühmorgendlichen Ankunft in Chinas Hauptstadt erfolgte bereits nach einer Stippvisite des Himmeltempels ein freundlicher Empfang in der Tsinghua-Universität, der durch Studenten vor Ort organisiert war. Die Kontakte hatte Bernhard Lohmann, der Regionalbotschafter der TU Dresden in Beijing ist, angebahnt. Wie alle Regionalbotschafter hat er an der TU Dresden studiert und leistet jetzt vor Ort als Ansprechpartner und Erstkontakt Einstiegshilfe für Besucher aus Dresden. Auch in Shanghai hatte ein Regionalbotschafter, nämlich Feng Jiang, den Besuch der Tongji-Universität organisiert.

Chinesische MauerChinesische Mauer

Touristisch-kulturelle Höhepunkte der Reise waren ein Besuch des Platzes des himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) und der Verbotenen Stadt sowie eine Besteigung der Großen Mauer. Später in der 19-Millionen-Metropole Shanghai begeisterten die höchste Hotellobby der Welt (Grand Hyatt Shanghai Hotel, 54. Etage), der Besuch auf dem dem dritthöchsten Gebäude der Welt, dem World Financial Center, mit atemberaubendem Blick über die Skyline  sowie die Nanjing Road als Haupteinkaufsmeile von Shanghai.

Zwei weitere Besichtigungspunkte boten die Schnittstelle zwischen Tourismus und Bauingenieurwesen: Dr. Mo Fan, stellvertretender Generaldirektor der Shanghai Maglev Transportation Engineering Gesellschaft, bat die Besucher aus Dresden in den Transrapid, wo man im VIP-Bereich die 30 km lange Strecke mit einer Spitzengeschwindigkeit von bei 430 km/h genoss. Für die Wasserbauer der Höhepunkt des Besuchsprogramms schlechthin war allerdings ein Besuch des 3-Schluchten-Staudamms bis in die Kernzonen des Bauwerks hinein, was in der Regel nur für hohe Staatsgäste und VIPs üblich ist. Großes Staunen über das größte wasserbauliche Absperrprojekt (mit fünfstufige Schleusentreppe, Mauerkrone, Krafthaus, Steuerzentrale, Besucherzentrum) der Welt!

Etliche Universitätsbesuche, Laborbesichtigungen, Infogespräche und Diskussionen rundeten das Programm ab, zu dem auch ein Besuch der Stadt Hangzhou gehörte, die seit Oktober 2009 neue Partnerstadt Dresdens ist. Hierbei wurde extra auf Wunsch ein Umweg in Kauf genommen, um über die weltweit längste Meeres-Brücke, die 36 km lange Hangzhou-Bay-Bridge, zu fahren. Eine Bootsfahrt auf dem Westsee (dem Markenzeichen Hangzhous, der „schönsten Stadt Chinas“), der Besuch in einem Teemuseum einschließlich Kostprobe und eine Bühnenshow auf dem Westsee bildeten den touristischen Teil des Besuchs in Hangzhou, ein Besuch bei der Stadtverwaltung Hangzhou leitete zum fachlichen Teil über. Hier wurden zahlreiche städtebauliche sowie wasserbauliche Projekte und Renaturierungsvorhaben diskutiert. Die Baustellenbesichtigung eines aktuellen Hochwasserschutzprojektes (Hangzhou Sanbao Drainage Project) und ein Empfang durch das Hangzhou Forestry & Water Conservancy Bureau bot die Chance, tiefer in die Materie einzusteigen. Bei der Organisation dieser Termine hatte die Reisegruppe sich auf die Hilfe der Stadtverwaltungen Dresdens und Hangzhous verlassen können.

Die durchweg positive Resonanz auf diese Reise von Seiten aller Teilnehmer zeigte den Verantwortlichen, dass sie mit der zwar anstrengenden, aber auch anspruchsvollen Fachexkursion richtig lagen. „Wir streben an, künftig in ähnlicher Form eine adäquate Studentenexkursion für Vertiefer der Fachrichtung Wasserbau und Umwelt in einem 2-Jahres-Rhythmus anzubieten“, sagte Professor Jürgen Stamm, der Direktor des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden.

Einladung zu zwei Exkursionen

Domberg MeißenBlick auf Dom und Burg in Meißen

Der Verein Freunde des Bauingenieurwesens veranstaltet zwei Exkursionen, zu denen noch TeilnehmerInnen willkommen sind: am kommenden Freitag geht es zum Dom in Meißen. Treffpunkt ist am 9. Juli um 12.30 an der Säule im Beyer-Bau, eine Einschreibung findet ausnahmsweise nicht statt – also kommen und mitfahren. Der Kostenbeitrag für diese Exkursion beträgt 3 Euro. Am 14. Juli gibt es eine Exkursion zum Schlosshotel Dresden. Bei dem Bau dieses luxuriösen Hotels werden historische Gewölbe ins Gebäude integriert. Treffpunkt ist am 14.7. um 15 Uhr an der Treppe des Verkehrsmuseums – allerdings nur für diejenigen, die sich zuvor eingeschrieben haben (bis zum 8. 7. 18 Uhr im BEY 167). Die Teilnahme ist kostenlos, aber es gibt einen Hinweis: Festes Schuhwerk ist Pflicht!

Stahlbauexkursion 2010

UVS
22. Juni 2010
Stahlbau-ExkursionStahlbau-Exkursion 2010

Die diesjährige Stahlbauexkursion führte über 30 Studenten unter Begleitung von Prof. Stroetmann und Mitarbeitern des Lehrstuhls für Stahlbau zur Baustelle des neuen Kraftwerkblocks R am Standort Boxberg und anschließend zur Züblin Stahlbau GmbH nach Hosena.

Beim Kraftwerk Boxberg, das von der Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG betrieben wird, erhielten die ExkursionsteilnehmerInnen von Herrn Neudel, einem langjährigen Mitarbeiter von Plauen Stahl Technologie GmbH, Informationen über die Baumaßnahmen zum Neubau des Blocks R. Zum Leistungsumfang der Plauen Stahlbau Technologie GmbH gehören das Kesselgerüst sowie die umgebenden Stahlkonstruktionen. Anschließend erläuterte Herr Wilde, Mitarbeiter der Firma Hitachi Power Europe, die Entwicklung und Funktionsweise des Braunkohlekraftwerkes. Die Versorgung mit dem fossilen Brennstoff erfolgt durch den nahegelegenen Tagebau Nochten. Die Montagearbeiten des neugebauten Kraftwerksblocks, der nach den Vorträgen besucht wurde, sind bereits weitestgehend abgeschlossen; Teilbereiche des Kraftwerks befinden sich derzeit im ersten Probebetrieb.

Die zweite Station der Exkursion war das Werk der Firma Züblin Stahlbau GmbH in Hosena. Der Geschäftsführer Ulrich Pfabe erläuterte den Studenten die Struktur des Unternehmens und die möglichen Aufgabenfelder eines Ingenieurs. Anschließend erklärte er anhand aktueller Bauprojekte die Tätigkeitsfelder innerhalb der Gesellschaft. Deutlich wurde in seinen Ausführungen, dass großes Interesse an gut ausgebildeten Bauingenieurabsolventen besteht, die dringend beim Expansionskurs des Unternehmens benötigt werden. Neben dem Industrie- und Kraftwerksbau hat sich Züblin Stahlbau auch in der Planung und Ausführung von Industriefassaden spezialisiert. Der für den Stahlbau typische Bereich des Hallenbaus macht einen vergleichsweise kleinen Teil des Umsatzes im Unternehmen aus.

Im Anschluss an die Vorträge wurden die Studierenden in Gruppen über das Werksgelände und durch die Fertigungshallen geführt. Dabei ließen sich die Arbeitsschritte zur Fertigung einer Stahlkonstruktion – von der Lagerung und Materialkennzeichnung über den Zuschnitt, die Vormontage und das Verschweißen bis hin zur Konservierung – an interessanten Projektbeispielen verfolgen. Dabei ergaben sich zahlreiche Fragen, die von Mitarbeitern des Unternehmens und der Leitung fachkompetent und anschaulich beantwortet wurden.

Geotechnische Exkursion

Geotechnik-ExkursionGeotechnik-Exkursion

In die Gegend von Borna und zur Saale-Elster Talbrücke im Süden von Halle führte die diesjährige Geotechnische Exkursion. Hier der Bericht von Andreas Winkler!

Für den Bau einer neuen Autobahn bei Borna wird der besonders durch Altbergbau geprägte sehr setzungsempfindliche, wenig tragfähige Baugrund durch den Einsatz der dynamischen Intensivverdichtung verbessert. Dipl.-Ing. J. F. Kirstein von der ausführenden Firma, BVT DYNIV GmbH, gab eine Übersicht über das Bauvorhaben, informierte u.a. über die Möglichkeit des Einbaus einer zusätzlichen vertikalen Dränage und die Überprüfung der Verdichtung mit dem Menard-Pressiometer.

Die Exkursionsteilnehmer hatten die Möglichkeit, die Ausführung des Verfahrens vor Ort selbst zu erleben. Aus einer Höhe von ca. 18 m wurde von einem Kranausleger ein ca. 35 t schweres Gewicht aus mehreren übereinanderliegenden Stahlplatten fast vollständig frei auf die Geländeoberfläche fallen gelassen. Die hohe eingetragene Energie führt beim Aufprall zu einer starken Verdichtung des Bodens. Im „gefährlichsten“ Teil der Exkursion konnten sich die Teilnehmer von dem hohen Wirkungsgrad des Verfahrens anhand eines ca. 7 m tiefen Erdtrichters mit senkrechter Wandung überzeugen. Diese Vertiefung entstand durch starke Kompression des Baugrunds infolge mehrmaliger Einwirkung des Fallgewichts.

Für den Neubau der ICE Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-Berlin wird im Süden von Halle die ca. 6,5 km lange Saale-Elster-Talbrücke errichtet. Im Rahmen der Exkursion konnte ein sich im Rohbau befindlicher Teil der Brücke besichtigt werden. Nach dem steilen Aufstieg zur Brückenoberkante wurden die Teilnehmer mit einem interessanten Einblick in den eingeschalten Teilbereich des Brückenhohlkastens belohnt. Ein Vertreter der Deutschen Bahn, Dipl.-Ing. M. Felgner, erläuterte sehr anschaulich die hohen Anforderungen bei der Bauausführung besonders hinsichtlich Naturschutz, zeitlicher Koordination der Bautätigkeit und Einhaltung der Normen. Die Beschreibung zur Herstellung der Brückenpfeilergründungen ohne Baustraßenzugang fand bei den geotechnisch interessierten Studenten besonderes Interesse. Die Herstellung der Flachgründung erfolgt in diesem Fall von der Oberseite der im Rohbau befindlichen Brücke innerhalb eines vorher eingebrachten Spundwandkastens. Die Lastabtragung erfolgt vom Fundament über die Spundwände in den tragfähigen Boden.

Exkursion Berlin: Glas im Grenzbereich

Impressionen einer ExkursionImpressionen einer Exkursion [Fotos: Friedrich May, Stefan Unnewehr]

Öffentliche Gebäude – insbesondere Regierungsbauten – scheinen auf die planenden Architekten und Ingenieure eine besondere Wirkung auszuüben: Sie verlassen die bekannten Wege des Konstruierens und treiben die verwendeten Werkstoffe an ihr physikalisches Limit. Davon, wie schmal der Grat zwischen Materialeffizienz und Materialschaden ist, konnten sich rund 20 BauingenieurstudentInnen am vergangenen Freitag in Berlin ihr eigenes Bild machen.

Als Semesterabschluss der Kurse „Konstruktiver Glasbau“, „Gebäudehülle“, sowie „Entwurf und Energieeffizienz“ führte die Route zunächst über die Baustelle des neuen Großflughafens „Berlin Brandenburg Airport“, die durch ihre Größe und Logistik imponierte. Ein Planer der Firma Seele erläuterte anschaulich die Fassadenkonstruktion der Haupthalle, die von einem Seilnetzsystem ausgesteift werden wird.

Im Anschluss zeigte der Baudirektor der Regierungsbauten den Studenten und Assistenten sowohl äußerst gelungenen als auch weniger überzeugenden Einsatz von Glas in der Fassade, als Überdachung sowie als begehbare und befahrbare Verglasung – die Dresdner Glasbauer bereicherten die Diskussion mit fachlich fundierten Hinweisen. Ein kleines Bonbon stellte der Besuch des Reichstagspräsidentenpalais dar, dessen Glasdach am Institut für Baukonstruktion entwickelt und geprüft worden ist, neben eindrucksvoll transparenten Konstruktionen wie der Kuppel über dem ehemaligen Reichstag.

Mit einem Blick auf die Stadt durch die gigantischen Scheiben Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie erfuhr der Tag seinen abschließenden, baukulturellen Höhepunkt und einen gebührenden Ausklang.

Die Studentinnen und Studenten freuten sich über die gehörige Portion Praxiswissen als willkommener Abwechslung zu den trockenen Vorbereitungen auf die anstehenden Prüfungen.

Vortrag zur Rügenbrücke

RügenbrückeDie Rügenbrücke. Bild: Mirko Boy – www.pixelio.de

Am 30. Juli findet an der Fakultät Bauingenieurwesen ein Vortrag über eine der größten und schönsten Brücken Deutschlands statt. Die Rügenbrücke (zweite Strelasundquerung) verbindet mit ihren 4.100m Länge Rügen mit der Stadt Stralsund auf dem Festland. Die Konstruktion vereint fast alle im Brückenbau möglichen Bauweisen vom Spannbeton-Hohlkasten über Verbundbauweise bis zum reinen Stahlbau. Während des Baus wurde ein gigantisches, in China gefertigtes Vorschubgerüst verwendet. Für den Einhub der Stahlteile kam Europas größter Schwimmkran zum Einsatz.
Weitere Details zur Konstruktion und Bauausführung der Brücke gibt am 30.07. um 18:30 im Raum BEY 68 Ulrich Gawlas (EHS Beratende Ingenieure im Bauwesen). Er war verantwortlich für die Oberbauleitung beim Projekt zweite Strelasundquerung. Ulrich Gawlas hat umfangreiches Detailwissen zur technischen Abläufen der Bauausführung und ist für seinen ansprechenden Vortragsstil bekannt. Bereits 2007 hat er Studenten der TU Dresden im Rahmen der Stahlbauexkursion über die damalige Baustelle der Rügenbrücke geführt. Auch dieses Mal ist eine Exkursion Anlass des Vortrags: Die Bauingenieurwesen-Studenten des Jahrgangs 2004 planen für diesen Sommer eine Abschlussfahrt. Während der Exkursion wird unter anderem die neue Rügenbrücke in Stralsund besichtigt. Die Studenten haben daher im Vorfeld der Fahrt den Vortrag organisiert, zu dem ausdrücklich alle Interessierten eingeladen sind.

Große Stahlbauexkursion 2009

UVS
15. Juni 2009
Teilnehmer der StahlbauexkursionTeilnehmer der Stahlbauexkursion

In der Woche nach Pfingsten fand die diesjährige dreitägige „Große Stahlbauexkursion“ der Fakultät Bauingenieurwesen statt. Die 36köpfige Gruppe aus Studierenden des 2. bis 10. Semesters sowie Prof. Stroetmann und Lars Sieber von der Professur für Stahlbau steuerten auf ihrer Busreise durch Mittel- und Westdeutschland zahlreiche interessante Ziele an.
Nach einem frühen Start gegen 6:30 Uhr vor dem Beyerbau ging es zuerst auf die Baustelle der Riesentropenhalle „Gondwana-Land“ des Leipziger Zoos. Hier wird im Moment durch das Unternehmen Eiffel Deutschland Stahltechnologie die Dachkonstruktion der Halle als Stabwerkskuppel aus Stahlhohlprofilen mit einer freien Spannweite von 154 m und einer Höhe von ca. 35 m montiert. Danach stand der Besuch der Nessetalbrücke, einem Brückenneubau im Zuge der BAB A4 auf dem Programm. Die 416 m lange, neunfeldrige Stahlver-bundbrücke mit Stützweiten von bis zu 52 m besteht aus zwei getrennten Überbauten. Der nördliche befindet sich bereits in der Endlage, der südliche wird derzeit noch montiert und eingeschoben. Das Abschlussprojekt des ersten Tages war das PalaisQuartier in der Frankfurter Innenstadt. Zu diesem Gebäudeensemble gehören Hochhäuser mit 99 und 136 m Höhe, das nach historischem Vorbild wieder aufgebaute Thurn-und-Taxis-Palais und die Shoppingmall MyZeil mit der imposanten freigeformten Stahl-Glas-Konstruktion für Dach und Fassade.
Der zweite Tag begann mit der Besichtigung der Stahlbaufertigung von Donges Steeltec, eines der größten Stahlbauunternehmen Deutschlands. Im Anschluss ging es nach Luxemburg zum Werk von ArcelorMittal in Belvaux. Während bei Donges große Bauteile für Kesselgerüste und Brücken in der Fertigung beeindruckten, waren bei ArcelorMittal das Erschmelzen von Stahlschrott im Elektroofen und die Stranggussanlage für die „Beamblanks“ besonders interessant.
Eines der beiden Highlights am letzten Tag war der Besuch der Baustelle an der Kennedybrücke in Bonn. Die 1948/49 erbaute dreifeldrige Vollwandträgerbrücke mit einer Spannweite von 195,8 m in der Mittelöffnung wird derzeit saniert. Darüber hinaus wird der Brückenquerschnitt verbreitert, da diese wichtige Rheinquerung den stetig steigenden Verkehrsanforderungen angepasst werden muss. Das letzte aber nicht weniger spektakuläre Ziel der Exkursion war die Baustelle des Fußballstadions BayArena in Leverkusen. Nach dem Rückbau des alten Stadiondaches werden derzeit das gesamte Stadion sowie angrenzende Flächen durch ein kreisrundes speichenförmiges Dachtragwerk mit einer Haut aus Polykarbonatplatten überspannt. Der äußere Druckring besteht aus einem Kreishohlprofil mit rund 1 m Durchmesser, der von zigarrenförmigen V-Stützen gelagert wird.