Carbonbeton für Sanierung der Hyparschale Magdeburg

Sie gilt nicht nur als kulturelles Wahrzeichen, sondern auch als eines der architektonisch interessantesten Bauwerke der Stadt. Die nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtete Hyparschale in Magdeburg ist eine der größten Betonschalenkonstruktionen ihrer Art. Die Hyparschale wurde im Jahr 1969 im Stadtpark Rotehorn als Mehrzweckhalle für Messen, Konzerte und sonstige Veranstaltungen errichtet. Das markante Bauwerk steht seit dem Jahr 1990 unter Denkmalschutz.

Hyparschale Magdeburg, Foto: Heiko Wachtel

Die in die Jahre gekommene Hyparschale stand viele Jahre leer und wurde 1997 nach einem ersten Schadensgutachten für Nutzungszwecke gesperrt. Der Abriss konnte im Jahr 1998 durch mehrere Gutachten verhindert werden.

Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe die Gebäudehülle herzurichten, so dass sie den heutigen Anforderungen des Denkmalschutzes entspricht. Als Sanierungskonzept soll die innovative Carbonbeton-Technologie bei der Verstärkung der Schalenkonstruktion zur Anwendung kommen. Carbon ist im Vergleich zu Stahl deutlich tragfähiger und wesentlich leichter. Zunächst sollen im Frühjahr 2019 die Dachschalen saniert werden. Das Otto-Mohr-Laboratorium wurde beauftragt, in einem der vorgespannten Fundamentbalken die tatsächlich vorhandene Vorspannkraft messtechnisch zu bestimmen. Die gewonnenen Werte werden vom Statikbüro für die Berechnung und Modellierung verwendet.

Für die Sanierung und den Umbau des Baudenkmals in eine Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und kulturelle Darbietungen ist ein Budget von rund 16,9 Millionen Euro vorgesehen. Der Magdeburger Stadtrat muss allerdings noch zustimmen.

Quelle: Volksstimme.de

Berlin: Sanierungskonzept mit Carbonbeton gewinnt Fassadenwettbewerb

SG
29. August 2018

Das Haus der Statistik, errichtet im Stil der Neuen Sachlichkeit, ist ein Gebäudekomplex im Berliner Ortsteil Mitte. Er wurde 1968-1970 zur Staatlichen Verwaltung für Statistik der DDR gebaut, nach der deutschen Wiedervereinigung seitens der bundesdeutschen Behörden genutzt und fand ab dem Jahr 2008 keine weitere Verwendung. Um dem weiteren Verfall entgegenzuwirken und einen Abriss durch die deutsche Bundesebene zu vermeiden, konnte das Land Berlin den Baukomplex vollständig erwerben und die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) mit einer zügigen Sanierung und Herrichtung der Bestandsgebäude beauftragen.

Im Februar 2018 wurde ein offener Wettbewerb initiiert, der das beste Konzept für die Sanierung und Gestaltung der inzwischen schwer beschädigten Fassade küren soll. Vorangegangene Gutachten und strategische Überlegungen ergaben, dass die reine Instandsetzung der Fassade nicht zielführend ist, sondern lediglich der Ersatz der Fassade den wesentlichen Anforderungen an Gestaltung, Nutzerkomfort, Gebäudetechnik und Energieeffizienz (gemäß der EnEV) gerecht werden kann.

Das Berliner Architekturbüro de+ konnte die Wettbewerbsjury mit einer planmäßig behutsamen und zeitgemäßen Rekonstruktion der Originalfassade – unter Verwendung von Carbonbeton – überzeugen und den Wettbewerb schließlich gewinnen. Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM äußerte sich zum Wettberb so: „Wir standen vor der großen Herausforderung, einerseits dem Haus der Statistik ein neues und modernes Gesicht zu verleihen, andererseits dafür Sorge zu tragen, dass sich das Gebäudeensemble nahtlos in das historische und für Berlin typische Stadtbild einfügt und die Zeichen der Vergangenheit nicht verwischt werden. Für viele Berlinerinnen und Berliner besteht mit dem Gebäude als Zeugnis des DDR-Städtebaus auch eine emotionale Verbundenheit. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit allen Beteiligten für einen Entwurf entschieden, der eine Rekonstruktion der alten Fassade mit modernen und gestalterisch wertvollen Elementen vorsieht und damit das Potential hat, diesen exponierten Ort im Herzen Berlins wieder für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen“, so Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM.

In dem Entwurf ist die Fassade farblich fast komplett in Weiß gehalten. Die Brüstungselemente werden aus Carbonbeton, Dämmkern und konstruktivem Leichtbeton konzipiert und auf die Bestandsdecken montiert. Zudem soll ein neuer Baukörper entlang der Otto-Braun-Straße mit einem öffentlichen Dachgarten sowie einer Grünfassade eine von Pflanzen bestimmte Umgebung für die Stadtgesellschaft zum Erholen, Treffen und Kommunizieren kreieren. Auch die Dachflächen des Bestandsgebäudes werden soweit möglich eine extensive Begrünung erhalten. „Das Haus der Statistik bildet ein für das Zentrum Berlins einmaliges Gebäudeensemble, das aus bauhistorischer und geschichtlicher Sicht unbedingt erhalten werden muss. Vor diesem Hintergrund haben wir ein neues und in seiner Anmutung modernes Konzept entworfen, welches eindeutig sichtbar aus der heutigen Zeit stammt und neben der Nutzung auch mit der Ausbildung der Fassade zukunftsweisende Aspekte aufweisen soll“, so die Architekten des Entwurfs, Claudia Euler und Jan Dilling.

Die Konzeptrealisierung erfolgt in zwei Bauabschnitten und soll Mitte 2023 fertig sein.

Quelle: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Gefragte Expertenmeinung von Prof. Manfred Curbach

Im Zuge des tragischen Brücken-Unglücks in Genua/Italien erreichen unser Institut momentan viele Anfragen von Pressevertretern (MDR, DLF,WDR,DPA,RTL, N-TV usw.), welche die fundierte Expertenmeinung von Prof. Curbach in Ihre Berichterstattung einflechten möchten. Die Fragen der Journalisten zielen zumeist auf die Möglichkeit ab, ob vergleichbare Vorfälle auf deutschem Boden denkbar sind. Dabei spielt der Zustand der Brücken in Deutschland und wie diese auf ihre Sicherheit kontrolliert werden eine wesentliche Rolle.

Kurzfristig konnte am frühen Dienstag Abend ein TV-Interview für RTL realisiert werden, heute schlossen sich Kollegen vom Sachsenspiegel und Sat-1 an, zudem wurden mehrere Radio-Interviews aufgezeichnet und bereits gesendet.

Brückenexperte Prof. Manfred Curbach im Interview
Brückenexperte Prof. Manfred Curbach im Interview

Beitrag vom DLF: Großer Sanierungsbedarf bei deutschen Brücken
Tagesschau: Live-Schalte
MDR Sachsenspiegel: Wie sicher sind Sachsens Brücken?

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Verteidigung.

Nach einem sehr kurzen Zeitraum von knapp über 3 Jahren konnte Frau Dipl.-Ing. Evmorfia Panteki am Dienstag erfolgreich ihre wissenschaftliche Arbeit im Rahmen des Promotionsverfahrens zum Thema „Bond of reinforcement in concrete under high loading rates: A finite element analysis of structural effects“ verteidigen und mit einer sehr guten Promotionsleistung abschließen.

In ihrer Arbeit beschäftigte sie sich mit dem Verbund zwischen Bewehrung und Beton unter hohen Belastungsraten und untersuchte dabei strukturelle und Probekörperträgheitseffekte. Dabei lieferte sie, auf numerischen Berechnungen basierend, auch Vorschläge zur Optimierung von Versuchsaufbauten.

Neben dem Vorsitzenden der Promotionskommission Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle waren als Gutachter Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Häußler-Combe von der Technischen Universität Dresden sowie Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Mark (Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr.-Ing. Manfred Keuser (Universität der Bundeswehr München) als Mitglieder der Promotionskommission anwesend.

Wir gratulieren herzlich zum Doktortitel und wünschen Dr. Evmorfia Panteki alles erdenklich Gute und viel Erfolg auf ihrem weiteren Schaffensweg.

Belastungsversuche im Görlitzer Jugendstilkaufhaus

Im Zuge der Sanierung des 1912 errichteten Jugendstil-Kaufhauses in Görlitz führen Spezialisten vom Otto-Mohr-Labor des Instituts für Massivbau aktuell Belastungsversuche der Geschossdecken durch. Über Zugstangen und Hydraulikzylinder wird die Belastung gleichmäßig auf die Deckenflächen aufgebracht, ein über 10 Meter langer Stahlrahmen im Kellergeschoss leitet die Kräfte dann sicher ins Mauerwerk ab. Die Verformungen der Decke werden während des Versuches über induktive Wegaufnehmer an der Deckenunterseite aufgezeichnet.

Das Kaufhaus Görlitz diente unter anderem als Drehort für den Film „Grand Budapest Hotel“ (2014), ein kurzer Beitrag vom MDR findet sich hier:

https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-jugendstil-kaufhaus-stoecker-sanierung-deckenbelastung-100.html