„Ist das Kunst“?

Das hört Architekt Gerd Priebe neuerdings öfter, wenn Passanten an der Bautzner Str. 76 vorbeigehen und interessiert auf die graue übergroße Linse vor dem Kutscherhaus schauen, die ein wenig an ein UFO erinnert.
Teilweise kommen die Leute auch einfach auf das Gelände, um das Objekt von allen Seiten betrachten zu können, sagt Priebe mit einem Schmunzeln im Gesicht. In der zur Straße abgewandten Seite befindet sich eine große Öffnung, der Blickfang an der viel befahrenen Hauptstraße ist begehbar und stellt einen Pavillon dar. Das runde Häuschen wurde mit dem Beton der Zukunft erbaut – dem Carbonbeton. Anders als gewöhnlicher Stahlbeton enthält Carbonbeton im Inneren kein schweres Stahlgeflecht, sondern ein dünnes Gerüst aus Carbonfasern. Die Schalen des Pavillons sind dabei lediglich zwischen 2,5 und fünf Zentimeter dick und weisen den Weg zu einem neuen Typus moderner und leichter Gebäude. Der formschöne Baukörper wird in den nächsten Jahren als Studienobjekt dienen, verschiedene Test sollen z. B. das Schwingungs- und Verformungsverhalten sowie die Rissbildung untersuchen.

Team vom Institut für Massivbau der TU Dresden zu Besuch bei Architekt Gerd Priebe
Team des Instituts für Massivbau zu Besuch bei Architekt Gerd Priebe

Architekt Priebe nimmt die Herausforderungen unserer Zeit an und setzt auf das Leitmotiv: „Mehr mit weniger. Mehr Qualität, mehr Konsistenz – weniger Ressourcenbedarf und weniger CO2-Belastung“. Neben der weiteren Forschung und Entwicklung an neuen Lösungen, Formen, Konstruktionen und Herstellungsverfahren plant er mittelfristig die Herstellung einer Wohnlinse mit einem Durchmesser von 18,0 m.
 

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