Preis der Ostdeutschen Bauindustrie 2026: Zwei Auszeichnungen für Absolventinnen der Fakultät Bauingenieurwesen

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Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) hat auch in diesem Jahr herausragende Abschlussarbeiten aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Architektur mit dem Preis der Ostdeutschen Bauindustrie ausgezeichnet. Mit der seit 2004 vergebenen Auszeichnung würdigt der Verband innovative wissenschaftliche Arbeiten und setzt zugleich ein Zeichen für die Bedeutung des akademischen Nachwuchses in der Bauwirtschaft.

Besonders erfreulich: Gleich zwei Absolventinnen der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden wurden im Bereich Bauingenieurwesen ausgezeichnet.

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Preisträgerin Tanja Stoll mit Regina Kraushaar (Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung). Bild: Marcus Hartelt

Den Hauptpreis erhielt Tanja Stoll für ihre Abschlussarbeit zur Lagerungsfähigkeit temperaturabgesenkter Asphalte. Darin untersuchte sie den Einfluss unterschiedlicher Lagerungszeiten auf die Verarbeitbarkeit sowie die Materialeigenschaften dieser Asphaltmischungen. Die Arbeit greift aktuelle Fragestellungen einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Baupraxis auf und liefert wichtige Erkenntnisse für die praktische Anwendung.

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Gruppenbild aller Preisträger, von links: Leo Dinkelacker und Alexander Ostrovskis (HTWK Leipzig – Hauptpreisgewinner Architektur), Luzie Dörfelt (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Architektur), Anna Reichel (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Tanja Stoll (TU Dresden – Hauptpreisgewinnerin Bauingenieurwesen). Bild: Marcus Hartelt

Mit einem Sonderpreis wurde Anna Reichel ausgezeichnet. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Ermüdungssicherheit von Verbunddübelleisten in Klothoidenform bei Querbeanspruchung. Die Ergebnisse leisten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der vergleichsweise jungen Stahl-Stahlbeton-Verbundbauweise.

BIVO-Präsident Jörg Muschol betonte die Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten für die Zukunft des Bauens:

„Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, dass die Zukunft des Bauens nicht erst morgen beginnt, sondern bereits heute an unseren Hochschulen entwickelt wird. Ob ressourcenschonender Straßenbau, innovative Tragwerkslösungen, die Umnutzung ehemaliger Industriestandorte oder die Neugestaltung urbaner Räume – die Preisträgerinnen und Preisträger liefern konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit.“

Neben den Auszeichnungen im Bauingenieurwesen wurden auch Arbeiten aus dem Bereich Architektur prämiert. Den Hauptpreis erhielten Alexander Ostrovskis und Leo Dinkelacker (HTWK Leipzig) für ihr Transformationskonzept zur Nachnutzung sächsischer Spinnmühlen als Standorte für Indoor-Farming. Der Sonderpreis ging an Luzie Dörfelt (TU Dresden), die ein Konzept zur Umgestaltung der St. Petersburger Straße in Dresden entwickelte.

Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert Tanja Stoll und Anna Reichel herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und wünscht ihnen für ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg.

Titelbild v. l. n. r.: Dr. Robert Momberg (BIVO-Hauptgeschäftsführer), Baupreisjurymitglied Prof. Dr.-Ing. Klaus Holschemacher (HTWK Leipzig), Regina Kraushaar (Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung), Leo Dinkelacker und Alexander Ostrovskis (HTWK Leipzig – Hauptpreisgewinner Architektur), Luzie Dörfelt (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Architektur), Anna Reichel (TU Dresden – Sonderpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Tanja Stoll (TU Dresden – Hauptpreisgewinnerin Bauingenieurwesen), Jörg Muschol (BIVO-Präsident), Baupreisjurymitglied Peter Weber (Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB), Prof. Dipl.-Ing. Dorothea Becker (Betreuerin Architektur HTWK Leipzig), Dr.-Ing. Christiane Weise (Betreuerin Bauingenieurwesen TU Dresden).

Alle Bilder: Marcus Hartelt

Erfolgreiche Antwort auf die Ressourcenknappheit

Verleihung des Rohstoff Effizienz Preises im BMWi. Im Bild (v.l.n.r.): Dr. Frank Schladitz, Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer, Vorsitzender der Jury Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Foto: Raum11/Jan Zappner
Verleihung des Rohstoff Effizienz Preises im BMWi. Im Bild (v.l.n.r.): Dr. Frank Schladitz, Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer, Vorsitzender der Jury Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. Foto: Raum11/Jan Zappner

Gerade eine Woche ist es her, da wurde das C³-Konsortium Carbon Concrete Composite unter der Federführung der TU Dresden mit dem Nachhaltigkeitspreis Forschung ausgezeichnet. Nun haben die Forscher um Prof. Manfred Curbach einen weiteren Grund zur Freude: Sie sind auch die Gewinner des Deutschen Rohstoffeffizienz-Preises 2015. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) prämiert seit 2011 unter fachlicher Leitung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) herausragende Beispiele für eine ressourcenschonende und intelligente Nutzung von Rohstoffen. Damit soll verdeutlicht werden, wie eine Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz in der Praxis gelingen kann. Nicht nur innovative Ansätze aus Wirtschaft wurden ausgezeichnet. Ein besonderes Augenmerk lag ebenfalls auf anwendungsorientierten Forschungsergebnissen. So wurden in der Kategorie Forschung das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC und das C³-Konsortium Carbon Concrete Composite nominiert. Im Rahmen der Fachkonferenz „Rohstoffe effizient nutzen – erfolgreich am Markt“ überreichte der Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Beckmeyer den Rohstoffeffizienz-Preis an das C³-Konsortium. „In Anbetracht vielfältiger gesellschaftlicher und ökologischer Entwicklungen sowie der Knappheit natürlicher Rohstoffe ist der Bausektor gezwungen, nach neuen Ansätzen zu suchen. Carbonbeton ist die Antwort auf die Ressourcenknappheit. Er eröffnet uns enorme Möglichkeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen und nachhaltig und effizient zu bauen“, sagt Prof. Manfred Curbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins C³ – Carbon Concrete Composite und Direktor des Institutes für Massivbau an der TU Dresden.

Die Bauindustrie gehört zu den wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Ihre Innovationsfähigkeit wird einen enormen Einfluss darauf haben, ob die
Klimaziele – die Reduktion des CO2-Austoßes, Energieeinsparungen und Ressourcenschonung – erreicht werden. Um diese Ziele schneller umzusetzen und das unternehmerische Risiko zu minimieren, muss das Fachwissen aus Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich gebündelt werden. Genau diese Kompetenzen vereint das C³-Konsortium. Seit 2014 haben sich über 130 Partner aus ganz Deutschland zusammengeschlossen und forschen an dem neuartigen Verbundwerkstoff, mit dem Ziel, in den kommenden Jahren Carbonbeton in den Markt einzuführen und dem Bausektor eine rohstoffeffiziente Alternative zum Stahlbeton anzubieten.