Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2026

Die Verleihung des ZÜBLIN-Stahlbaupreises an Studierende sowie Absolvierende der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Mit dem auf 3.000 Euro dotierten Stahlbaupreis werden herausragende Arbeiten gewürdigt, die zur An-wendung und Weiterentwicklung der Stahlbauweise beitragen und im Rahmen des Studiums oder einer Promotion angefertigt wurden.

Der Fachjury gehörten Marco Eckert – technischer Geschäftsführer, Lars Feulner – Leiter der Konstruktion, jeweils von der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena, Ralf Braun – Bereichsleiter Süd der Ed. Züblin AG in Stuttgart, sowie Uta Lambrette von der Fakultät Architektur und Landschaft und Prof. Dr. Richard Stroetmann, Direktor des Instituts für Stahl- und Holzbau der TU Dresden, an.

Jury und Nominierte für den Züblin-Stahlbaupreis 2026 vor dem Beyer-Bau der TU Dresden. Bild: André Terpe

Die eingereichten Entwürfe sowie Studien- und Abschlussarbeiten griffen aktuelle Themen aus der Stahlbaupraxis und -forschung auf und spiegelten die große Bandbreite des Fachgebiets wider. Insgesamt überzeugten die Beiträge durch ein sehr hohes fachliches Niveau. Sie wurden von den Studierenden und Absolvierenden der TU Dresden im Rahmen der Jurysitzung präsentiert (Bild 1). In den anschließenden Diskussionen überzeugten die Nominierten mit ihren Fachkenntnissen zu den eingereichten Arbeiten.

Die feierliche Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2026 fand traditionell am Abend im Rahmen des Bauballs der TU Dresden statt, der jährlich von den Studierenden des 6. Fachsemesters der Fakultät Bauingenieurwesen ausgerichtet wird. Prof. Stroetmann eröffnete die Preisverleihung und hob in seinen einleitenden Worten das anhaltend große Engagement der Züblin Stahlbau GmbH in Lehre und Forschung hervor. Besonders würdigte er die langjährige Zusammenarbeit sowie die vielfältige Unterstützung des Instituts für Stahl- und Holzbau sowie der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden, etwa durch Stipendien, die Auslobung des Stahlbaupreises, die Förderung studentischer Projekte sowie Angebote zu Exkursionen und Abschlussarbeiten. Ergänzend dazu bedankte sich Frau Lambrette für die zahlreichen Einreichungen und zeigte sich besonders erfreut über die starke Beteiligung aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Architektur. Im Anschluss ergriff Herr Marco Eckert das Wort und stellte das Unternehmen sowie ausgewählte aktuelle Projekte vor. Anhand dieser Beispiele wurde die große Bandbreite der Tätigkeitsfelder von Stahlbauingenieuren ebenso deutlich wie die anspruchsvollen Aufgaben, denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Planung und Umsetzung stellen. Zudem ging Herr Eckert auf die hohe Qualität und thematische Vielfalt der eingereichten Arbeiten ein und betonte die damit verbundene Herausforderung, eine Auswahl und Reihenfolge der Preistragenden festzulegen.

Babette Birkle untersuchte im Rahmen ihrer Projektarbeit den Einfluss von Schweißprozessparametern auf die Ausdehnung der Wärmeeinflusszone. Als Verbindungsformen hat sie Stumpf- und Kehlnähte untersucht, die anhand von Schliffbildern und Härtemessungen digital vermessen und statistisch ausgewertet wurden. Die Ergebnisse von Frau Birkle zeigen, dass die Stahlsorte, das Herstellungsverfahren sowie die Nahtform (einseitig oder beidseitig geschweißt) einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Ausdehnung der Wärmeeinflusszone haben. Dagegen beeinflussen die Streckenenergie E, die Abkühlzeit 𝑡8/5 und die Blechdicke 𝑑 die Ausdehnung der wärmebeeinflussten Zone. Die Projektarbeit von Frau Birkle wurde mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Der Entwurf des Tanzhauses Dresden-Hellerau mit dem Titel „Pirouettenhaus“ von Mariana Kalmykova und Daniel Zaharescu von der Fakultät Architektur und Landschaft wurde mit dem 2. Preis gewürdigt. Die Arbeit des Duos überzeugte durch die Ausgewogenheit von architektonischer Gestaltung, Funktionalität und gestaltgebender Tragstruktur. Das Pirouettenhaus mit polygonalem Grundriss erstreckt sich über vier Geschosse, die je Etage rotierend zueinander angeordnet sind. Als radial orientierte Struktur wurde eine Stahlskelettkonstruktion entworfen. Zusätzlich wurden Holznebenträger zur Verkürzung der Spannweiten für die Decken verwendet. Im Ergebnis entstanden Räume, die mit einer effizienten Tragstruktur rund 27 m stützenfrei überspannt werden.

Der 1. Preis wurde an Anna Reichel für Ihre Diplomarbeit zur Bemessung von Orthoverbundplatten für Straßenbrücken mit Verbunddübelleisten verliehen. Im Fokus Ihrer Untersuchungen stand die Ermüdungssicherheit der Verbunddübelleisten in Klothoidenform bei Beanspruchung in Querrichtung. Hierzu führte Frau Reichel umfangreiche Parameterstudien anhand von Finite-Elemente-Modellen durch. Sie ermittelte die Ermüdungslastspiele für unterschiedliche Leistenkonfigurationen bei Ansatz des Ermüdungslastmodells 4 nach DIN EN 1991-2 über die planmäßige Nutzungsdauer von Straßenbrücken und leitete hieraus Schadensäquivalenzfaktoren ab. Am Beispiel einer Großbrücke, die nach derzeitiger Planung mit Kopfbolzendübel ausgeführt werden soll, führte Frau Reichel die Auslegung der Verbundmittel als Dübelleisten durch, wies die Ermüdungssicherheit nach und verdeutlichte mit einem Wirtschaftlichkeitsvergleich das Potential der Verbunddübelleisten im Brückenbau. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der fachlichen Tiefe, der Praxisrelevanz und der gründlichen Bearbeitung des Themas in der Diplomarbeit. Die ausgezeichneten Arbeiten verdeutlichen eindrucksvoll die thematische Breite und fachliche Tiefe ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen im Stahlbau, die von der Metallurgie des Schweißens, der Tragwerksplanung und -berechnung über die Bewertung bestehender Strukturen bis hin zu interdisziplinären Entwurfs- und Forschungsansätzen reichen. Die Jury und die betreuenden Institute der Technischen Universität Dresden gratulieren den Preisträgerinnen und dem Preisträger (Bild 2) herzlich zu ihren hervorragenden Arbeiten!

Bericht:

Dipl.-Ing. Malte Homeyer, Institut für Stahl- und Holzbau, Technische Universität Dresden

Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2026 beim Bauball der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden, v.l.n.r.: Uta Lambrette (TU Dresden), Prof. Dr. Richard Stroetmann (TU Dresden), Daniel Zaharescu (2. Preis), Babette Birkle (3. Preis), Mariana Kalmykova (2. Preis), Anna Reichel (1. Preis), Marco Eckert (Züblin Stahlbau GmbH). Bild: Malte Homeyer

16. Fachtagung Baustatik- Baupraxis vom 28. bis zum 29. Mai

Am 28. und 29. Mai richtet das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke der Technische Universität Dresden im Hörsaalzentrum TU Dresden die 16. Fachtagung „Baustatik und Baupraxis“ aus. Die Veranstaltung findet im dreijährigen Turnus an wechselnden Hochschulstandorten statt und wird von der Forschungsvereinigung Baustatik – Baupraxis e.V. organisiert.

Die Tagung versteht sich als Forum für den Austausch zwischen Ingenieurpraxis und Forschung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen bei Berechnungsmethoden und Bemessungskonzepten sowie Erfahrungen aus der Umsetzung anspruchsvoller Bauvorhaben. Thematisch gegliederte Vortragsblöcke greifen die fachübergreifenden Aspekte der Baustatik auf.

Webseite der Veranstaltung und Anmeldung

Antrittsvorlesung von Christina Scheffler – Jetzt zum nachschauen: Antrittsvorle­sung „Beyond Concrete: Fibers and Polymers for Tomorrow’s Buildings“ als Online-VideoAntrittsvorlesung von Christina Scheffler

Materialien neu gedacht

Mit den universitätsweiten Antrittsvorlesungen stellt die Technische Universität Dresden ihre neuen Professorinnen und Professoren vor – und gibt Einblick in Themen, die das wissenschaftliche Profil der Universität künftig prägen werden.

Am 16. April 2026 zeigte Christina Scheffler, wohin die Reise im Bauwesen gehen kann. Unter dem Titel „Beyond Concrete: Fibers and Polymers for Tomorrow’s Buildings“ nahm sie das Publikum mit in eine Forschungswelt, in der Materialien neu gedacht werden.

Im Zentrum ihres Vortrags stand die Frage, wie sich Baustoffe ressourcenschonender und gleichzeitig leistungsfähiger gestalten lassen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf faserverstärkten Verbundmaterialien, textilen Bewehrungen und den oft entscheidenden Grenzflächen zwischen den Komponenten. Auch bioinspirierte Ansätze – etwa nach dem Vorbild pflanzlicher Strukturen – spielen eine wichtige Rolle, um Material effizienter einzusetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Kreislaufführung von Fasern und Polymeren im Bauwesen. Statt linearer Nutzung verfolgt Scheffler das Ziel, Materialien wiederzuverwenden und in geschlossenen Zyklen zu denken – ein Ansatz mit wachsender Relevanz angesichts begrenzter Ressourcen.

Eingebettet ist diese Forschung unter anderem in große Verbundprojekte wie den Sonderforschungsbereich TRR 280 und das Graduiertenkolleg 2250, in denen interdisziplinär an nachhaltigen und leistungsfähigen Bauweisen gearbeitet wird.

Die Veranstaltung bot nicht nur fachliche Einblicke, sondern auch Raum für Austausch und Vernetzung – und machte deutlich, wie eng Forschung, Innovation und die Zukunft des Bauens miteinander verknüpft sind. Fotos: Sven Elger

Bauingenieurinnen auf BeWISE 2026-Konferenz

Foto: Sebastian Weingart

Noch bis zum 17. April findet in Dresden die dreitägige BEWISE-Women in Science and Engineering 2026 -Konferenz statt. Mit Workshops und Coaching-Sessions richtet sich die Veranstaltung insbesondere an Frauen in der Wissenschaft.

Adressiert sind vor allem Wissenschaftlerinnen in der Qualifizierungsphase aus DFG-koordinierten Programmen. Aus der Fakultät Bauingenieurwesen sind gleich drei solcher Verbünde eingeladen: das Exzellenzcluster CARE, der SFB/TRR 280 sowie der SFB/TRR 339.

Keynote-Speakerin gestern: Frau Prof. Scheffler, Professur Polymere im Bauwesen an der Technischen Universität Dresden und Teamleiterin am Leibniz-Institut für Polymerforschung.

Link zur Veranstaltung

Von links: Dr.-Ing. Lena Leicht, Institut für Massivbau und Prof. Dr.-Ing. Christina Scheffler, Professur Polymere im Bauwesen. Foto: Sebastian Weingart

Vernetzungstreffen Nachhaltigkeit – gemeinsame Veranstaltung der Ingenieurkammer Sachsen und des Nachhaltigkeits-AG Bauwesen der TU Dresden e. V.

Die Transformation des Bauwesens hin zu mehr Nachhaltigkeit erfordert neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft. Insbesondere an den Schnittstellen von technologischer Innovation, materialökologischer Verantwortung und regionaler Wertschöpfung entstehen neue Ansätze für eine ressourcenschonende und zugleich leistungsfähige Baukultur.

Im Rahmen des Vernetzungstreffens Nachhaltigkeit der Technischen Universität Dresden und der Ingenieurkammer Sachsen laden wir Sie herzlich zur Vorstellung des Exzellenzclusters CARE  (Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction) der TU Dresden und der RWTH Aachen ein.

Programm:

16:45 Uhr – Einlass
17:00 Uhr – Begrüßung – Prof. Dr.-Ing. Birgit Beckmann, Dekanin Fakultät Bauingenieurwesen, und Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, Präsident Ingenieurkammer Sachsen
17:15 Uhr – Vorstellung CARE – Vision und Forschungsbereiche – Prof. Dr.-Ing. Viktor Mechtcherine
17:45 Uhr – Projektvorstellung FRAME – Additive Fertigung mit Lehm – Leonie Gleiser M.Sc.
ab 18:30 Uhr – Offenes Get2Gether bei Getränken & Snacks

Anmeldung über die Seiten der Ingenieurkammer Sachsen

Einladung zur Teilnahme an der öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren „Multiscale Modeling of Friction and Wear for Rubber-like Materials“

Die Fakultät Bauingenieurwesen lädt zur öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren von Herrn Dipl.-Ing. Felix Hartung ein.

Das Thema der Dissertation lautet:
„Multiscale Modeling of Friction and Wear for Rubber-like Materials“

Die Verteidigung findet am
Freitag, dem 08.05.2026, 14:15 Uhr
im Sitzungszimmer BEY E16, George-Bähr-Straße 1, 01069 Dresden statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Einladung zur Teilnahme an der öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren „Wirksamkeit von Fahrbahnplatten auf Eisenbahngewölbebrücken“

Die Fakultät Bauingenieurwesen lädt zur öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren von Herrn Conrad Lutz Otto Pelka, M.Sc. ein.

Das Thema der Dissertation lautet:
„Wirksamkeit von Fahrbahnplatten auf Eisenbahngewölbebrücken“

Die Verteidigung findet am
Montag, dem 20.04.2026, 13:15 Uhr
im Sitzungszimmer BEY E16, George-Bähr-Straße 1, 01069 Dresden statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Glasbau-Tagung in Dresden: Aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Praxis

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und neue Konstruktionsansätze im Glasbau standen im Zentrum der diesjährigen Tagung an der Technische Universität Dresden. Fachleute aus Industrie und Forschung präsentierten dazu aktuelle Arbeiten und diskutierten zentrale Fragestellungen in ihren Vorträgen.

Das Programm umfasste Beiträge zu Entwicklungen in Forschung und Normung, zu innovativen Anwendungen in der Glasarchitektur sowie zu komplexen Fassadenkonstruktionen. Dabei wurden sowohl technische Lösungen als auch neue Forschungsansätze vorgestellt.

Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch interaktive Workshops, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Themen ermöglichten. Am Abend boten kurze Pecha-Kucha-Präsentationen Einblicke in laufende Forschungsprojekte und leiteten in den informellen Austausch über.

Herzlichen Glückwunsch an Frau Dipl.-Ing. Verena Curoşu zur erfolgreichen Verteidigung Ihrer Promotion

Am 31.03.2026 verteidigte Frau Dipl.-Ing. Verena Curoşu erfolgreich ihre wissenschaftliche Arbeit im Rahmen des Promotionsverfahrens mit dem Thema „The extended phase-field method: A method to efficiently simulate crack propagation“. Neben dem Vorsitzenden der Promotionskommission, Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx (TU Dresden), waren als Gutachter Prof. Dr.-Ing. Stefan Löhnert (TU Dresden), Prof. Dr.-Ing. habil. Sven Klinkel (RWTH Aachen) und Prof. Dr.-Ing. Ralf Müller (Technische Universität Darmstadt) anwesend. Als weiteres Mitglied der Promotionskommission war Prof. Dr.-Ing. Birgit Beckmann (TU Dresden) anwesend. Die Fakultät gratuliert herzlich.

Promotionskommission, von links: Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx (TU Dresden), Prof. Dr.-Ing. Stefan Löhnert (TU Dresden), Dipl.-Ing. Verena Curoşu, Prof. Dr.-Ing. habil. Sven Klinkel (RWTH Aachen), Prof. Dr.-Ing. Ralf Müller (Technische Universität Darmstadt), Prof. Dr.-Ing. Birgit Beckmann (TU Dresden)

„Beyond Concrete: Fibers and Polymers  for Tomorrows Buildings“ – Universitätsweite Antrittsvorlesung mit Professorin Christina Scheffler

Wenn an der Technische Universität Dresden neue Professor:innen ihre Arbeit vorstellen, geht es nicht nur um persönliche Forschungsschwerpunkte. Die universitätsweiten Antrittsvorlesungen sind ein Schaufenster für jene Köpfe, die das wissenschaftliche Profil der TUD strategisch prägen sollen – international sichtbar, interdisziplinär vernetzt und mit klarem Blick auf die Zukunft.

Am 16. April 2026 steht dabei eine Wissenschaftlerin im Mittelpunkt, die genau für diese Verbindung aus Innovation und Relevanz steht: Christina Scheffler. Ihr Vortrag trägt den programmatischen Titel „Beyond Concrete: Fibers and Polymers for Tomorrow’s Buildings“ – und verspricht nicht weniger als einen Perspektivwechsel im Bauwesen.

Materialien neu denken

Beton ist aus der modernen Architektur nicht wegzudenken – doch seine ökologischen und technischen Grenzen sind längst bekannt. Genau hier setzt Schefflers Forschung an. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Baustoffe intelligenter, ressourcenschonender und leistungsfähiger gestalten lassen.

Als Leiterin der Forschungsgruppe Fiber-Engineering und Akteurin in mehreren Großprojekten der TUD arbeitet sie an innovativen Verbundmaterialien. Im Fokus stehen dabei textile Bewehrungen, neue mineralische Bindemittel und vor allem die Grenzflächen dazwischen – jene unscheinbaren Übergänge, die über Stabilität und Lebensdauer ganzer Bauwerke entscheiden.

Besonders spannend: Scheffler orientiert sich dabei auch an der Natur. Bioinspirierte Strukturen, wie sie etwa in Pflanzenfasern vorkommen, dienen als Vorbild für neuartige Materialkombinationen. Das Ziel ist klar: weniger Materialeinsatz bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit.

Kreislauf statt Einweg

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Kreislaufführung von Fasern und Polymeren im Bauwesen. Während klassische Baustoffe oft nach einmaliger Nutzung entsorgt werden, denkt Scheffler in geschlossenen Materialzyklen. Fasern sollen wiederverwendet, Polymere neu integriert werden – ein Ansatz, der angesichts globaler Ressourcenknappheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Diese Forschung ist nicht nur theoretisch relevant, sondern fest eingebettet in große Verbundprojekte wie den Sonderforschungsbereich TRR 280 und das Graduiertenkolleg 2250. Hier wird interdisziplinär daran gearbeitet, Bauwerke sicherer, nachhaltiger und effizienter zu machen.

Wissenschaft im Dialog

Die Antrittsvorlesung selbst ist dabei mehr als ein klassischer Vortrag. Sie ist Einladung zum Austausch – zwischen Disziplinen, Institutionen und Menschen. Nach der Veranstaltung bietet ein Get-together Raum für Gespräche, neue Ideen und mögliche Kooperationen.

Wer sich also für die Zukunft des Bauens interessiert, sollte sich diesen Termin vormerken: Am 16. April 2026 um 16:40 Uhr im Fritz-Foerster-Bau zeigt Christina Scheffler, wie Materialien von morgen schon heute gedacht werden.

Der Vortrag und die sich anschließende Diskussion finden in englischer Sprache statt.

16. April 2026
16:40 – 18:10 Uhr (6. DS) s.t.
FOE/244, Fritz-Foerster-Bau, Mommsenstraße 6, 01069 Dresden
Link zur Anmeldung