Glasbau-Tagung in Dresden: Aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Praxis

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und neue Konstruktionsansätze im Glasbau standen im Zentrum der diesjährigen Tagung an der Technische Universität Dresden. Fachleute aus Industrie und Forschung präsentierten dazu aktuelle Arbeiten und diskutierten zentrale Fragestellungen in ihren Vorträgen.

Das Programm umfasste Beiträge zu Entwicklungen in Forschung und Normung, zu innovativen Anwendungen in der Glasarchitektur sowie zu komplexen Fassadenkonstruktionen. Dabei wurden sowohl technische Lösungen als auch neue Forschungsansätze vorgestellt.

Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch interaktive Workshops, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Themen ermöglichten. Am Abend boten kurze Pecha-Kucha-Präsentationen Einblicke in laufende Forschungsprojekte und leiteten in den informellen Austausch über.

„Beyond Concrete: Fibers and Polymers  for Tomorrows Buildings“ – Universitätsweite Antrittsvorlesung mit Professorin Christina Scheffler

Wenn an der Technische Universität Dresden neue Professor:innen ihre Arbeit vorstellen, geht es nicht nur um persönliche Forschungsschwerpunkte. Die universitätsweiten Antrittsvorlesungen sind ein Schaufenster für jene Köpfe, die das wissenschaftliche Profil der TUD strategisch prägen sollen – international sichtbar, interdisziplinär vernetzt und mit klarem Blick auf die Zukunft.

Am 16. April 2026 steht dabei eine Wissenschaftlerin im Mittelpunkt, die genau für diese Verbindung aus Innovation und Relevanz steht: Christina Scheffler. Ihr Vortrag trägt den programmatischen Titel „Beyond Concrete: Fibers and Polymers for Tomorrow’s Buildings“ – und verspricht nicht weniger als einen Perspektivwechsel im Bauwesen.

Materialien neu denken

Beton ist aus der modernen Architektur nicht wegzudenken – doch seine ökologischen und technischen Grenzen sind längst bekannt. Genau hier setzt Schefflers Forschung an. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Baustoffe intelligenter, ressourcenschonender und leistungsfähiger gestalten lassen.

Als Leiterin der Forschungsgruppe Fiber-Engineering und Akteurin in mehreren Großprojekten der TUD arbeitet sie an innovativen Verbundmaterialien. Im Fokus stehen dabei textile Bewehrungen, neue mineralische Bindemittel und vor allem die Grenzflächen dazwischen – jene unscheinbaren Übergänge, die über Stabilität und Lebensdauer ganzer Bauwerke entscheiden.

Besonders spannend: Scheffler orientiert sich dabei auch an der Natur. Bioinspirierte Strukturen, wie sie etwa in Pflanzenfasern vorkommen, dienen als Vorbild für neuartige Materialkombinationen. Das Ziel ist klar: weniger Materialeinsatz bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit.

Kreislauf statt Einweg

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Kreislaufführung von Fasern und Polymeren im Bauwesen. Während klassische Baustoffe oft nach einmaliger Nutzung entsorgt werden, denkt Scheffler in geschlossenen Materialzyklen. Fasern sollen wiederverwendet, Polymere neu integriert werden – ein Ansatz, der angesichts globaler Ressourcenknappheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Diese Forschung ist nicht nur theoretisch relevant, sondern fest eingebettet in große Verbundprojekte wie den Sonderforschungsbereich TRR 280 und das Graduiertenkolleg 2250. Hier wird interdisziplinär daran gearbeitet, Bauwerke sicherer, nachhaltiger und effizienter zu machen.

Wissenschaft im Dialog

Die Antrittsvorlesung selbst ist dabei mehr als ein klassischer Vortrag. Sie ist Einladung zum Austausch – zwischen Disziplinen, Institutionen und Menschen. Nach der Veranstaltung bietet ein Get-together Raum für Gespräche, neue Ideen und mögliche Kooperationen.

Wer sich also für die Zukunft des Bauens interessiert, sollte sich diesen Termin vormerken: Am 16. April 2026 um 16:40 Uhr im Fritz-Foerster-Bau zeigt Christina Scheffler, wie Materialien von morgen schon heute gedacht werden.

Der Vortrag und die sich anschließende Diskussion finden in englischer Sprache statt.

16. April 2026
16:40 – 18:10 Uhr (6. DS) s.t.
FOE/244, Fritz-Foerster-Bau, Mommsenstraße 6, 01069 Dresden
Link zur Anmeldung

Wasserbau zwischen Technik und Natur: 49. Wasserbaukolloquium in Dresden

Aktuelle Entwicklungen und neue Perspektiven prägten die Diskussionen des diesjährigen Wasserbaukolloquiums in Dresden.

Das 49. Wasserbaukolloquium brachte am 12. und 13. März 2026 Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis im Internationales Congress Center Dresden zusammen. Unter dem Leitthema „Wasserbau zwischen Technik und Natur – multifunktionale Lösungen für die Zukunft“ diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Herausforderungen und innovative Ansätze im Umgang mit der Ressource Wasser.

Veranstaltet wurde das traditionsreiche Kolloquium vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technische Universität Dresden. Zur Eröffnung begrüßte Institutsleiter Univ.-Prof. Dr.-Ing. J. Stamm die Gäste und betonte die Bedeutung interdisziplinärer Lösungen angesichts zunehmender Nutzungskonflikte und klimatischer Veränderungen.

Es folgten Grußworte aus Politik und Fachverbänden: Für das Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sprach U. Menke. Prof. Dr.-Ing. H. Milke überbrachte die Grüße der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, Landesverband Sachsen/Thüringen. Den Abschluss bildete B. Lange für den Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, Landesverband Sachsen.

Dipl.-Ing. Clara Möricke erhält die Hubert-Engels-Medaille für Ihre Diplomarbeit

Ein erster Höhepunkt war die Verleihung der Hubert-Engels-Medaille durch Dr.-Ing. R. Zimmermann, Vorsitzender des Fördervereins. Ausgezeichnet wurden Dipl.-Ing. Clara Möricke für ihre herausragende Diplomarbeit sowie apl. Prof. Dr.-Ing. habil. Detlef Aigner für sein wissenschaftliches Lebenswerk. Aigner prägte über viele Jahre als Laborleiter das Hubert-Engels-Labor der TU Dresden und damit die experimentelle Wasserbauforschung maßgeblich.

Einen bewusst fachübergreifenden Akzent setzte der abschließende Einführungsvortrag von Prof. Dr. C. Neinhuis. Unter dem Titel „Pflanzen-Wasser-Interaktionen: Vom Umgang mit einer wertvollen Ressource“ eröffnete er eine neue Perspektive auf wasserbauliche Fragestellungen. Sein Plädoyer: Die Natur nicht nur als Rahmenbedingung, sondern als Vorbild zu begreifen. Pflanzen zeigten eindrucksvoll, wie sich Prozesse effizient steuern und regulieren lassen – ein Ansatz, der auch für technische Lösungen im Wasserbau zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Für sein Lebenswerk erhält Prof. Dr.-Ing. habil. Detlef Aigner die Hubert-Engels-Medaille. Er war viele Jahre Laborleiter im Hubert-Engels-Labor der TU Dresden. Von links: Prof. Stamm, Prof. Aigner, Dr. Rocco Zimmermann, Dr. Ulf Helbig

Der erste Fachvortragsblock knüpfte daran mit einem klar technischen Schwerpunkt an. Prof. Dr. D. Caviedes-Voullièmes stellte in seinem Beitrag „Hochleistungsfähige Simulation der Hydrodynamik in der Umwelt – Instrumente für Wasserbau und Geowissenschaften“ moderne Modellierungsansätze vor. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, sich als neuer Leiter der Professur für Environmental Fluid Dynamics and Modeling am Institut zu präsentieren. Seine Forschung unterstreicht die wachsende Rolle numerischer Simulationen als zentrales Werkzeug zur Analyse komplexer wasserbaulicher Systeme.

Das Kolloquium machte insgesamt deutlich, dass die Zukunft des Wasserbaus in der intelligenten Verknüpfung von Technik und Natur liegt. Multifunktionale Lösungen, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Anforderungen gleichermaßen berücksichtigen, stehen dabei im Mittelpunkt – ein Anspruch, der die Diskussionen der zwei Tage prägte und den weiteren fachlichen Austausch nachhaltig bestimmen dürfte.

Jetzt noch zu unseren großen Fachtagungen im März anmelden!

Der März steht an der Fakultät Bauingenieurwesen jährlich im Zeichen des fachlichen Austauschs, denn mit dem Dresdner Wasserbaukolloquium, dem Brückenbausymposium, der Tagung Glasbau sowie der Stahlbaufachtagung finden gleich vier renommierte Veranstaltungen statt. Die Tagungen greifen aktuelle Herausforderungen des Bauwesens auf und bieten Raum für Wissenstransfer und Vernetzung. Für alle Veranstaltungen sind noch Anmeldungen möglich.

12.–13. März | 49. Dresdner Wasserbaukolloquium

International Congress Center Dresden

Das traditionsreiche Wasserbaukolloquium widmet sich in diesem Jahr dem Leitthema
„Wasserbau zwischen Technik und Natur: Multifunktionale Lösungen für die Zukunft“.

Die Tagung richtet sich an Fachleute aus Verwaltung, Ingenieurpraxis, Verbänden und Wissenschaft. Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

  • Naturbasierte und multifunktionale Lösungen in Kulturlandschaften
  • Resiliente Infrastrukturen und klimaangepasste Wasserbaumaßnahmen
  • Digitale Werkzeuge von KI-Modellen bis zum Smart River
  • Renaturierung, Sedimentmanagement und Biodiversität
  • Wasserwirtschaft in Bergbaufolgelandschaften
  • Nutzungskonflikte zwischen Gewässern und Landflächen

Weitere Informationen und Onlineregistrierung

18.–19. März | 35. Brückenbausymposium

Messe Dresden

Mit rund 1.500 Teilnehmenden zählt das Brückenbausymposium zu den größten Fachveranstaltungen der Fakultät. Die 35. Ausgabe bietet erneut ein umfassendes Forum zu aktuellen Entwicklungen im Brückenentwurf, in der Bauausführung sowie in der Instandhaltung moderner Ingenieurbauwerke.

Weitere Informationen und Onlineregistrierung

19.–20. März | Glasbau2026

Dülfersaal, TU Dresden

Die Glasbau2026 widmet sich innovativen Anwendungen und Forschungsergebnissen rund um den Werkstoff Glas. Das begleitende Jahrbuch greift folgende Schwerpunkte auf:

  • Bauwerke und Projekte
  • Bemessung und Konstruktion
  • Forschung und Entwicklung
  • Bauprodukte und Bauarten

Weitere Informationen und Onlineregistrierung

26. März | Stahlbaufachtagung

Den Abschluss des Tagungsmonats bildet die Stahlbaufachtagung mit einem Fokus auf den Brückenbau, neue Eurocodes sowie die Nachrechnung und Ertüchtigung bestehender Bauwerke. Fachbeiträge beleuchten aktuelle Entwicklungen der europäischen Normung. Die Vorträge werden wie gewohnt im Tagungsband dokumentiert.

Mehr Infos und Anmeldung

Institut für Massivbau initiiert Ausstellung im Dresdner Kulturpalast

Wie verändern Brücken unser Lebensgefühl, unseren Stadtraum und die Art, wie wir öffentliche Räume nutzen? Dieser Frage widmet sich ab 23. Januar 2026 die Ausstellung “Brücken neu denken. im Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast Dresden. Die Schau ist eine Kooperation mit dem Institut für Massivbau der TU Dresden und läuft bis zum 26. Februar 2026. Im Fokus steht ein differenzierter Blick auf Brücken als mehr als funktionale Verbindungen: Sie sind soziale Orte, prägende Stadträume und Ausdrucksformen kultureller Praxis. Die Ausstellung zeigt historische Entwicklungswege, internationale Referenzen sowie innovative Entwürfe von Studierenden – darunter Visionen für eine neue Carolabrücke in Dresden, die nach ihrem Einsturz im September 2024 (und folgendem Abriss) neu gedacht werden muss. Gleichzeitig informiert die STESAD über den aktuellen Planungsprozess zur Carolabrücke. Hierfür erarbeiten aktuell vier Planungsbüros unabhängig voneinander Entwürfe.

Das Begleitprogramm, das von den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten koordinierten Programmen SFB/Transregio 280 „Konstruktionsstrategien für materialminimierte Carbonbetonstrukturen – Grundlagen für eine neue Art zu bauen“ sowie den Schwerpunktprogrammen SPP 100+ „Verlängerung der Lebensdauer komplexer Baustrukturen durch intelligente Digitalisierung“ und SPP 2255 „Kulturerbe Konstruktion“ unterstützt wird, vertieft einzelne Themen der Ausstellung und schafft eine Plattform für gemeinsame themenbezogene Debatten Gezeigt werden Modelle, Skizzen und konzeptionelle Pläne sowie ein begleitendes Veranstaltungsprogramm mit Filmabend, Vorträgen und Diskussionen, die über rein technische Aspekte hinausgehen und Fragen der Aufenthaltsqualität, Identifikation und Stadtgestaltung verhandeln.

Öffnungszeiten: Di–Sa, 13:00–18:00 Uhr
Ort: ZfBK im Kulturpalast Dresden
Eintritt: frei

Dipl.-Ing. Leonie Koch mit Lohrmann-Medaille als Beste des Studiengangs Bauingenieurwesen ausgezeichnet

Dipl.-Ing. Leonie Koch (6. v. l.) wurde als beste Absolventin des Studiengangs Bauingenieurwesen im Studienjahr 2024/2025 mit der Wilhelm Gotthelf Lohrmann-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung würdigt die Technische Universität Dresden jährlich ihre herausragendsten Absolvent:innen.

Urkunde der besten Absolvent:innen: Rektorin, Luise Kropp, Sarah Orden Schiniotakis, Sara Peter, Sergio Andres Antuna Uzeda, Markus Hentschel, Kai Meiselbach, Luca Murrer, Hannes Schädel, Maike Wegener, Prorektor Bildung und lebensbegleitendes Studieren (v.l.n.r.). Bild: André Wirsing

Jede Fakultät sowie der Studierendenrat können jeweils eine Person vorschlagen, die sich nicht nur durch eine exzellente Abschlussarbeit, sondern auch durch sehr gute Leistungen während des gesamten Studiums ausgezeichnet hat. Mit der Verleihung der Medaille möchten die Rektorin der TU Dresden, Prof. Ursula M. Staudinger, und der Prorektor für Bildung und Lebensbegleitendes Studieren, Prof. Dr.-Ing. Niels Modler, „junge Talente am Beginn ihrer Karriere unterstützen, bestärken und motivieren“.

Neben Leonie Koch wurden im Rahmen einer Festveranstaltung am 5. Dezember zwei weitere Absolvent:innen der Fakultät Bauingenieurwesen mit der Urkunde der besten Absolvent:innen des Bereichs Bau und Umwelt geehrt:

Dipl.-Ing. Sara Peter, Diplomstudiengang Bauingenieurwesen

M. Sc. Sergio Andres Antuna Uzeda, Masterstudiengang Advanced Computational and Civil Engineering Structural Studies (ACCESS)

Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert allen Ausgezeichneten herzlich!

Tag der Fakultät Bauingenieurwesen 2025

Zum Tag der Fakultät Bauingenieurwesen wurden am 24.Oktober unsere diesjährigen Absolventinnen und Absolventen feierlich verabschiedet. Zahlreiche Professorinnen, Professoren und Mitarbeitende der Fakultät fanden sich am Nachmittag im Hörsaal POT 81 im Potthoff-Bau ein, um gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen sowie deren Angehörigen den Abschluss des Studienjahres 2024–2025 zu feiern. Traditionell wurden dabei auch besondere Auszeichnungen für herausragende Studienleistungen verliehen.

Dr. Gregor Schacht gibt in seinem Festvortrag Einblicke in seine berufliche Laufbahn nach seinem Abschluss als Bauingenieur. © André Terpe

Nach der Begrüßung durch Dekanin Prof. Beckmann hielt Dr. Gregor Schacht den Festvortrag mit dem Titel „Brücken bauen“. Die Übergabe der Abschlusszertifikate sowie die Ehrung der besten Absolventinnen und Absolventen folgte im Anschluss. Auch die Absolventen selbst kamen zu Wort: In ihrer Rede blickten Dipl.-Ing. Constantin Rexa und Dipl.-Ing. Francisco Andrés Avilés Calvo stellvertretend für den Jahrgang auf die vergangenen Studienjahre zurück. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Fabian Zeller an der Gitarre und Raúl Beltrán mit Quena-Flöte.

Als Vertreter der Absolventen auf der Bühne: Constantin Rexa und Dipl.-Ing. Francisco Andrés Avilés Calvo. © André Terpe

Auszeichnungen zum Tag der Fakultät

EUROVIA-Straßenbaupreis

Der EUROVIA-Straßenbau-Preis der EUROVIA Services GmbH wird jährlich für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich des Straßenbaus verliehen. Die Preisübergabe erfolgte durch Dr.-Ing. habil. Dipl.-Ing. Katrin Hunstock, Regionallaborleiterin, EUROVIA.

Von links: Prof. Alexander Zeissler, Dipl.-Ing. Katrin Hunstock, Dipl.-Ing. Vincent Bonifacio, Prof. Birgit Beckmann. © André Terpe

EUROVIA-Straßenbau-Preis 2025:
Dipl.-Ing. Vincent Bonifacio für seine Diplomarbeit „Auswirkungen der Zugabe von Asphaltgranulat auf die Materialeigenschaften und die Wirtschaftlichkeit temperaturabgesenkter Asphaltbinderschichten“

Johann-Ohde-Preis

Der Johann-Ohde-Preis wird an der TU Dresden für hervorragende Projekt- und Diplomarbeiten, im Fach Geotechnik verliehen. Der Preis wird von der BAUER Spezialtiefbau GmbH gestiftet.Den Preis überreicht
Herr Dr.-Ing. Patrik Wenzl, BAUER Spezialtiefbau GmbH

Von links: Prof. Birgit Beckmann, Dipl.-Ing. Erik Ludwig, Dr.-Ing. Patrik Wenzl. © André Terpe

Johann-Ohde-Preis 2025:
Dipl.-Ing. Erik Ludwig für seine Diplomarbeit „Anisotropie in Tonen mit Wechsellagen von Sand“

Mechanik-Preis

Der Ursula und Bernd Zastrau Mechanik-Preis 2025 wird an der TU Dresden für hervorragende Projekt- und Diplomarbeiten, auf dem Gebiet Mechanik verliehen.

Den Preis überreicht
Herr Prof. Dr.-Ing. Stefan Löhnert, Institutsleiter des Instituts für Mechanik und Flächentragwerke der TU Dresden

Von links: Prof. Birgit Beckmann, Dipl.-Ing. Jochen Diepelt, Prof. Stefan Löhnert. © André Terpe

Ursula und Bernd Zastrau Mechanik-Preis 2025:
Dipl.-Ing. Jochen Diepelt für seine Diplomarbeit „Numerische Untersuchungen zum Konvergenzverhalten verschiedener Algorithmen zur Lösung von Kristallplastizitätsproblemen bei kleinen Deformationen“

Zurück im Herzen des Bauingenieurwe­sens – Die Fakultät feiert ihre Rückkehr in den Beyer-Bau und blickt auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Die Bauingenieur-Ausbildung an der TU Dresden ist nahezu so alt wie die Hochschule selbst: Bereits seit den 1830er Jahren wurde an der 1828 gegründeten Bildungsanstalt Bauwesen gelehrt. Ein zentraler Ort dieser Tradition ist der Beyer-Bau mit seinem markanten Turm und der Kuppel des Lohrmannobservatoriums. Das zwischen 1910 und 1913 für die Bauingenieur-Abteilung errichtete Gebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten das traditionelle Zentrum der heutigen Fakultät. Nach einer groß angelegten Sanierung, die 2016 begann, erfolgte der schrittweise Wiedereinzug der Fakultät Anfang 2025 – der Beyer-Bau ist damit heute wieder das Herzstück von Lehre und Forschung der Fakultät Bauingenieurwesen.

Forschung auf höchstem Niveau

Gastgeberin, Prof. Birgit Beckmann

Nicht nur historisch bedeutend, sondern auch forschungsstark ist die Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden heute. Die Forschungsschwerpunkte reichen von Massivbau, Tragwerkslehre und konstruktivem Ingenieurbau über Geotechnik bis hin zu Wasserbau, Bauinformatik und vielen mehr. Im DFG-Förderatlas 2024 belegt die Fakultät im Bauwesen den zweiten Platz in Deutschland, direkt hinter der Universität Stuttgart. Grundlage dafür ist eine breite und interdisziplinäre Forschungsausrichtung. Aufbauend auf dem Sonderforschungsbereich SFB 528 (1999–2011) entstanden zahlreiche bedeutende Projekte, darunter das Graduiertenkolleg GRK 2250 (2017–2026), das Carbon-Concrete-Composite C³ (2014–2022) mit dem Carbonbetonhaus CUBE, das CF-Lab, die openLAB-Forschungsbrücke Bautzen sowie die Transregio-Sonderforschungsbereiche TRR 280 und TRR 339. Den aktuellen Höhepunkt bildet das erfolgreich platzierte Exzellenzcluster CARE, das die internationale Sichtbarkeit und Innovationskraft der Fakultät weiter stärkt.

Gute Gründe zu feiern

Kurioserweise hatten die Erbauer des Beyer-Baus vor über 100 Jahren bei weitem nicht mit so vielen Besuchern gerechnet: Der größte Hörsaal im historischen Gebäude fasst 118 Personen. Zum Festkolloquium waren die zahlreichen Gäste, Lehrende, Studierende und Absolventinnen und Absolventen der Fakultät deshalb am vergangenen Freitag in den großen Hörsaal des Gerhart-Potthoff-Baus, dem Nachbargebäude geladen.

In ihrem Grußwort brachte Prof. Angela Rösen-Wolff, Prorektorin für Forschung und Transfer der TU Dresden, auf den Punkt, wie sie die Fakultät im gesamten Verbund der verschiedenen Fakultäten und Forschungseinrichtungen an der TUD sieht:  „Die Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden steht beispielhaft für die Verbindung von Tradition und Innovation, von theoretischer Fundierung und praktischer Anwendung. Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen unserer Zeit und prägt unsere Gesellschaft für die Zukunft.“

Prof. Birgit Beckmann, Dekanin der Fakultät, erinnerte in ihrer Festrede an die wissenschaftlichen Meilensteine und Persönlichkeiten, die das Bauingenieurwesen in Dresden geprägt haben – und beschrieb zugleich die Herausforderungen einer neue Ära.

Mit der Frage nach der Schönheit im Ingenieurwesen rückte Prof. Gunter Henn die gestalterische Dimension des Bauens in den Mittelpunkt. Schönheit, so seine Botschaft, entsteht dort, wo technisches Können, Verantwortung und Sinn für Proportion zusammenfinden.

Prof. Dr. habil. Rostislav Chudoba von der RWTH Aachen University ergänzte den Blick auf Innovation mit einem Vortrag über Freiheit – als Grundbedingung wissenschaftlicher Kreativität. Unerwartet war das Ende seines Vortrages. Mit einer musikalischen Darbietung von „Die Gedanken sind frei“ untermauerte er die offensichtliche Musikalität der Bauingenieure.

Begegnung im neuen alten Zuhause

Nach dem Kolloquium zog die Gesellschaft zum Mittagsimbiss in den frisch sanierten Beyer-Bau. In den hellen, modernen Räumen ließ es sich in würdevoller Atmosphäre anstoßen – ein Moment, der die Rückkehr an den historischen Ort greifbar machte. Anschließend begannen die Laborrundgänge im Kellergeschoss. Das Geotechnik-Labor und das Wasserbau-Lehrlabor wurden von vielen Fakultätsmitgliedern das erste Mal betreten. Es wurde deutlich, wie Forschung und Lehre künftig unter optimalen Bedingungen im neuen alten Zuhause der Fakultät aussehen werden.

Unsere Fakultät unterstützt Schüler:innen beim Junior.ING-Wettbewerb: Kick-Off am 28.10.

Der Junior.ING-Wettbewerb lädt Schülerinnen und Schüler ein, kreativ zu werden und praktische Ingenieurerfahrung zu sammeln. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema: „Arena – gut überDACHt!“. Gesucht sind innovative Modelle eines Stadiondaches.

Die TU Dresden bietet Teilnehmenden Unterstützung, damit sie ihre technischen und kreativen Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Das Angebot richtet sich an interessierte Schüler:innen ab Klasse 9. Interessierte Wissenschaftler:innen und Mitarbeitende, die das Projekt unterstützen wollen, können sich gerne an das Projektteam wenden.

Kick-Off:
Am Dienstag, den 28. Oktober 2025, lädt die TU Dresden zu einem Kick-Off Event ein, bei dem interessierte Schüler:innen und Lehrkräfte mehr über den Wettbewerb sowie die Unterstützungsmöglichkeiten der Universität erfahren können. Eingeladen sind sowohl interessierte Schüler:innen ab Klasse 9, als auch Lehrkräfte, die das Angebot in Ihre Schule tragen möchten.

  • Datum: Dienstag, 28. Oktober 2025, 16:30 – 18:30 Uhr
  • Ort: TU Dresden, Beyer-Bau (BEY), George-Bähr-Str. 1, 01069 Dresden, Raum E 16

Für die Teilnahme an der Kick-Off-Veranstaltung bitten wir um Anmeldung bis zum 21.10.

Was passiert bei der Kick-Off-Veranstaltung?

Vortrag: Vom Modell zum Meisterwerk – Stadiondächer entwerfen
Oliver Wege, Fakultät Bauingenieurwesen, Institut für Massivbau
Wie entwerfen und planen Ingenieur:innen Stadiondächer, die Wind und Wetter standhalten –und dabei auch noch spektakulär aussehen?
Gemeinsam werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Bauingenieurwesens: Welche Ideen, welches Wissen und welche Kreativität stecken eigentlich hinter den großen Dächern unserer Sportarenen?
Anhand anschaulicher Beispiele erfährst du, wie Tragwerke funktionieren, warum bestimmte Formen gewählt werden und welchen Beitrag Ingenieur:innen für Gesellschaft und Umwelt leisten.

Workshop: Kreativitätstechniken
Dr. Martin Kern, Fakultät Maschinenwesen, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik.
In diesem Workshop erhältst du einen Überblick zu unterschiedlichen Kreativitätsmethoden, mitdenen sich komplexe Aufgaben kreativ lösen lassen.

Wie geht es weiter?

Nach der Kick-Off-Veranstaltung geht es in die nächste Phase des Wettbewerbs. Hier erhalten die Teilnehmer:innen der TU Dresden in weiteren Terminen gezielte Unterstützung beim Bau eines Modells ihres Stadiondaches. Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Maschinenwesen stehen den Schüler:innen zur Seite, um ihre Konzepte zu verfeinern und konkrete Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dabei haben die Schüler:innen die Möglichkeit, in modernen Laboren und Werkstätten der TU Dresden zu arbeiten und auf professionelle Technik sowie das Know-how der Techniker zurückzugreifen.

  • 06. November 2025, 15:00 – 18:00 Uhr: Konzeptwerkstatt – In dieser Werkstatt können die Teilnehmer:innen ihre Entwürfe weiterentwickeln und optimieren.
  • 12. Januar 2025, 15:00 – 18:00 Uhr: Feedback- und Bauwerkstatt – Hier erhalten die Schüler:innen detailliertes Feedback und Unterstützung bei der praktischen Umsetzung ihrer Modelle.
  • Weitere Werkstatttermine sind nach Absprache möglich.

Warum sollten Schüler:innen teilnehmen?

  • Praktische Unterstützung durch Experten: Während des gesamten Wettbewerbs erhalten die Schüler:innen wertvolles Feedback von Wissenschaftler:innen der TU Dresden.
  • Erste Einblicke in die Ingenieurwissenschaften: Der Wettbewerb bietet eine praxisorientierte Möglichkeit, technische Fähigkeiten zu entwickeln und sich mit realen ingenieurwissenschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Alle relevanten Informationen zum Junior.ING-Wettbewerb und zum Unterstützungsangebot der TU Dresden finden sich auf der Website des Wettbewerbs unter junioring.ingenieure.de

Fragen?
Das Projektteam ist erreichbar unter junior.ing@tu-dresden.de 
 

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Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2025

Gruppenbild auf der Treppe des neuen Eingangs zum Beyer-Bau auf dem Campus der TU Dresden

Die Verleihung des ZÜBLIN-Stahlbaupreises an Studierende und Absolvierende aus den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen der Technischen Universität Dresden erfolgte dieses Jahr zum 13-ten Mal. Mit dem insgesamt auf 3000 EUR dotierten Preis werden herausragende Studien- und Abschlussarbeiten gewürdigt, die zur Weiterentwicklung und Anwendung der Stahlbauweise beitragen. Der Fachjury gehörten Marco Eckert − technischer Geschäftsführer, Lars Feulner − Leiter der Konstruktion, jeweils von der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena, Hans-Jörg Brahms – Direktionsleiter Zentrale Technik, Konstruktiver Ingenieurbau der Ed. Züblin AG mit Sitz in Hamburg, Prof. Dr. Matthias Beckh, Direktor des Lehrstuhls für Trag-werksplanung an der Architekturfakultät der TU Dresden sowie Prof. Dr. Richard Stro-etmann, Direktor des Instituts für Stahl- und Holzbau der TU Dresden, an. Die feierliche Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2025 fand traditionell am Abend im Rahmen des Bauballs der Fakultät Bauingenieurwesen der Technischen Universi-tät Dresden am 22. Mai im Stromwerk des Kulturzentrums Kraftwerk Mitte statt (Bild 1). Prof. Stroetmann eröffnete die Preisverleihung und bedankte sich für das große Engagement der Züblin Stahlbau GmbH im Bereich der Lehre und Forschung sowie die sehr gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Daraufhin übernahm Herr Eckert das Wort mit einer kurzen Vorstellung der Vielseitigkeit des Unternehmens. Die mit dem 3. Preis ausgezeichnete Diplomarbeit von Frau Viola Baumann widmet sich der Kalibrierung von Teilsicherheitsbeiwerten für historische Baustahlkonstruktionen. Ziel war es, auf Basis statistischer Auswertungen von Material- und Geometriekennwerten von Stahlbauten aus dem 20. Jahrhundert und den zugehörigen Werkstoffdaten Rückschlüsse auf die notwendigen Teilsicherheiten auf der Widerstandsseite zu ermitteln. Unter Verwendung probabilistischer Methoden hat Frau Baumann für verschiedene Konstruktionselemente und Nachweisformate Einflussfaktoren analysiert und zeitlich differenzierte Teilsicherheitsbeiwerte hergeleitet. Die Ergebnisse liefern eine praxisnahe Grundlage für die Bewertung bestehender Stahltragwerke im Rahmen des Eurocode-Sicherheitskonzepts. Mit dem 2. Preis wurden Frau Sophia Stitz und Frau Emma Bomertl mit dem Entwurf einer stützenfreien Halle für die BSG Chemie Leipzig ausgezeichnet. Die Arbeit entstand im Rahmen des Konstruktiven Entwurfs an der Fakultät Architektur und Landschaft und vereint ein Indoor-Fußballfeld, einen Fanshop und Verwaltungsbereiche unter einem beständigen, flexibel nutzbaren Dach. Die Tragkonstruktion aus zwei Reihen von Stahlstützen und einem gelenkig gelagerten Trägerrost ermöglicht eine stützenfreie Fläche von 36×90 m. Durch modulare Innenräume, eine transluzente Fassade und ein durchdachtes Abspannsystem überzeugt die Halle funktional wie konstruktiv. Der 1. Preis ging an Herrn Moritz Paul Zetzsche. Im Rahmen seiner Arbeit befasste er mit der Gleis-Tragwerk-Interaktion der Berliner Siemensbahn. Zur Ermittlung des erforderlichen Ertüchtigungsaufwandes bei den Ingenieurbauwerken
entwickelte er im Zuge der Projektarbeit Modelle für die gekoppelten Systeme zur Erfassung der Einwirkungen aus dem Eisenbahnverkehr, den ständigen Einwirkungen und den Temperaturschwankungen. Auf der Grundlage parametrisierter Finite-Elemente-Modelle ermittelte Herr Zetzsche Schienenspannungen, Lagerkräfte und notwendige Ertüchtigungsmaßnahme für die Ingenieurbauwerke. Die Ergebnisse liefern belastbare Aussagen zu den Schienenspannungen sowie zur Tragsicherheit der Ingenieurbauwerke. Die parametrisierten Berechnungsmodelle können künftige auch für andere Bestandsprojekte zur Prognose von Schienenspannungen angewendet werden. Die prämierten Arbeiten zeigen eindrucksvoll die Vielfalt und Tiefe ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen aus dem Bereich des Stahlbaus, die sich von der Tragwerksplanung über die Bestandsbewertung bis hin zum interdisziplinären Entwurf erstrecken. Die Jury und die betreuenden Institute der Technischen Universität Dresden gratulieren den Preisträgerinnen und dem Preisträger (Bild 1) herzlich zu ihren hervorragenden Arbeiten!

Gruppenbild der Preisträger auf der Bauball-Bühne im Eventwerk Dresden
Verleihung des Züblin-Stahlbaupreises 2025 beim Bauball der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden (rechts), v.l.n.r.: Marco Eckert (Züblin Stahlbau GmbH), Viola Baumann (3. Preis), Sophia Stitz und Emma Bomertl (2. Preis), Moritz Zetzsche (1. Preis), Prof. Dr. Richard Stroetmann (TU Dresden)

Bericht: Brian Rust, M. Sc. Institut für Stahl- und Holzbau, Technische Universität Dresden