YES WE CARE! EXZELLENZCLUS­TER IM AUSTAUSCH MIT DER INGENIEURKAMMER

Die Transformation des Bauwesens ist weniger eine Frage einzelner Technologien als eine der Zusammenarbeit. Nachhaltigkeit entsteht dort, wo Forschung, Planung und Ausführung systematisch verzahnt werden – und wo ökologische Anforderungen nicht als Zusatz, sondern als Ausgangspunkt gedacht werden.

Genau an diesen Schnittstellen setzt ein neues Austauschformat an: Die Nachhaltigkeits-AG Bauwesen der TU Dresden e.V. organisiert gemeinsam mit dem Fachausschuss „Nachhaltigkeit und klimafreundliches Bauen“ der Ingenieurkammer Sachsen regelmäßige Vernetzungstreffen. Der Fokus liegt auf ingenieurrelevanten Themenfeldern wie nachhaltigem Planen und Bauen, Infrastrukturentwicklung, Energiegewinnung und zukunftsfähigen Verkehrskonzepten. Ziel ist ein bidirektionaler Wissenstransfer: wissenschaftliche Ansätze sollen schneller in die Praxis gelangen, während Studierende und Forschende Einblick in konkrete Anwendungen und Lösungsstrategien erhalten.

Im Rahmen des Vernetzungstreffens Nachhaltigkeit der Technischen Universität Dresden und der Ingenieurkammer Sachsen ging es diesmal um das Exzellenzcluster CARE (Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction) der TU Dresden und der RWTH Aachen.

Vorgestellt vom Cluster-Sprecher, Prof. Dr.-Ing. Viktor Mechtcherine, verfolgt CARE einen interdisziplinären Ansatz, der über Effizienzsteigerungen hinausgeht. Im Kern steht die Frage, wie Bauprozesse und Materialien so neu gedacht werden können, dass Klimaneutralität erreichbar wird. Dazu gehören zirkuläre Materialkreisläufe ebenso wie resiliente und ressourceneffiziente Produktionsweisen.

Ein konkretes Beispiel für diese Forschungsperspektive bot die anschließende Projektvorstellung „FRAME“ durch Leonie Gleiser. Im Zentrum steht die additive Fertigung mit Lehm – ein Material, das in der aktuellen Baupraxis bislang eine untergeordnete Rolle spielt. Durch den Einsatz von Robotik und digitalen Planungsmethoden wird Lehmbau hier auf eine neue Ebene gehoben: präzise, skalierbar und potenziell anschlussfähig für industrielle Prozesse. Der Ansatz verbindet materialökologische Vorteile mit technologischer Innovation und zeigt exemplarisch, wie sich traditionelle Baustoffe in moderne Bauprozesse integrieren lassen.

Das Treffen verdeutlicht, dass nachhaltiges Bauen nicht allein durch neue Materialien oder Technologien vorangetrieben wird. Entscheidend ist die Vernetzung der Akteure – und die Bereitschaft, etablierte Prozesse grundlegend zu hinterfragen.

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