Die Wüste ruft . . .

Dubai
Bauen in neuen Dimensionen: Dubai

Das Institut für Baukonstruktion unternimmt vom 06.03. bis zum 16.03.2009 mit 15 studentischen Teilnehmern eine Exkursion in die bis vor kurzem am stärksten expandierende Bauregion der Welt, nach Dubai. Die Stadt beziehungsweise das Emirat hat in der letzten Zeit durch außergewöhnliche Bauvorhaben wie dem Burj al Arab, dem Burj Dubai sowie diverser künstlich aufgeschütteter Inseln wie The Palm oder The World von sich Reden gemacht.

Ein expandierendes Baugewerbe bewirkt in aller Regel einen Schub bei Innovationen in Bautechnik und Bauausführung. Obwohl der Innovationsgrad für komplett neue Bautechniken in Dubai nicht sehr hoch ist, erfordern doch die im Gegensatz zu Deutschland gigantischen Projekte besondere Belange hinsichtlich der zur Anwendung kommenden Systeme. Speziell im Hochhausbau sind materialeffiziente und gewichtsoptimierende Bauweisen erforderlich. Diese haben direkten Einfluss auf die Belastung aus Erdbeben und auf das dynamische Verhalten der Gebäude unter Windbelastung. Ferner reduzieren leichtere Bauteile das Gesamtgewicht der Konstruktion und minimieren somit den Aufwand an lastabtragenden Bauteilen und Gründungen.

Das Ziel der Exkursion ist, den Studenten an realen Bauvorhaben andere, in Deutschland derzeit noch nicht so übliche Bauverfahren und Konstruktionen vorzustellen. Dazu gehören im Speziellen die besonderen baubetrieblichen Erfordernisse im Hochhausbau, schwimmend gelagerte Bodenplatten und vorgespannte Flachdecken mit bis zu 12 m Spannweite als Regelraster, sowie Tiefbau- und Brückenbaustellen und besondere Fassadentechnologien. Besichtigt werden unter anderem die Baustelle des Projektes Jewel of the Creek – ein Vorhaben mit 1.000.000 m² Nutzfläche, 17 Hochhäusern, einer viergeschossigen Tiefgarage auf einer Fläche von 500 x 250 m und einer Investitionssumme von 1 Mrd. Euro – sowie mehrer Brückenbaustellen und Bauvorhaben mit Spezialtiefbauaufgaben. Einige Besichtigungen ermöglichen auch einen Besuch des Nachbar-Emirates Abu Dhabi, welche nach Expertenmeinungen das Potential eines größeren Baubooms als Dubai besitzt.

Neben den fachlichen Veranstaltungen kommt der gesellige und der kulturelle Anteil mit einer Jeep-Safari und einem Dhow-Cruise sowie ausreichend eigener freier Zeit zur Erkundung von Land und Leuten nicht zu kurz.

Die Exkursion findet mit der freundlichen Unterstützung der folgenden Sponsoren statt:

  • Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e.V.
  • Baukonstruktion Dresden e. V.
  • Erfurth Matthes Beratende Ingenieure, Chemnitz / Dresden
  • Zublin Ground & Civil Engineering (LLC), Dubai
  • Nelskamp Bedachungen, Schermbeck
  • HDI Gerling Versicherungen, Hannover / Köln
  • Privatperson

Kleiner Schlosshof: eine äußert anspruchsvolle Bauaufgabe

UVS
9. Februar 2009
Prof. Kulka
Prof. Kulka, Architekt der Rauten-Kuppel

Die gestalterisch-konstruktive Umsetzung der Idee des Architekten Kulka, den Kleinen Schlosshof des Dresdner Residenzschlosses mit einer transparenten Rauten-Kuppel zu überspannen, erwies sich als eine äußert anspruchsvolle Bauaufgabe, die den beteiligten Architekten und Ingenieuren ein Höchstmaß an Kreativität, Flexibilität und Kompromissbereitschaft abverlangte. Dies wurde in dem faszinierenden Vortrag von Prof. Kulka und den Statements seitens der Bauträgerschaft, der Denkmalpflege und der Prüfstatik deutlich und kam auch in der anschließenden lebhaften Podiumsdiskussion mit dem Auditorium zutage.

Am Vorabend der Eröffnung des neuen Schloss-Foyers hatte das George-Bähr-Forum zu dieser Veranstaltung eingeladen, deren Moderation, nach einer Einführung von Prof. Stroetmann, Prof. Bauch übernahm, der Bau-Controler dieses komplexen Projektes.

Das visionäre Grundkonzept Kulkas erwies sich eindeutig als beste Lösung, doch gab es in der Realisierung enorme technische Probleme zu bewältigen. Das Projekt stand nach Aussage von Prof. Janosch vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement aus technischen (und finanziellen) Gründen mehrfach kurz vor dem Aus. Die Kräfte aus dem Eigengewicht der Kuppel von nahezu 100 Tonnen, aus Wind, Schnee und Temperaturschwankungen ließen sich in die fragile vorhandene Dachkonstruktion, die mit erheblichem Aufwand, mit 32 Tonnen Stahl, verstärkt werden musste, nur über einen steifen Fachwerk-Randträger einleiten. Dieser Randträger sollte auch aus Gründen der Denkmalpflege, wie Prof. Pohlack deutlich machte, so flach wie möglich bleiben. Andererseits musste er jedoch auch die Schubkräfte der Kuppel aufnehmen, die umso größer werden, je geringer die Kuppelwölbung ausfällt. Diese Zusammenhänge konnte Prof. Dressel dem interessierten und fachkundigen Publikum anschaulich darstellen. Im Übrigen hatte schon Prof. Kulka auf eine Reihe von High-Tech-Elementen hingewiesen. So sind in den Stahlrippen der Kuppel Vorkehrungen für die Regenentwässerung und das Luftdrucksystem für die transparenten Folienkissen der 265 Rauten untergebracht, die jeweils maßgeschneidert angefertigt werden mussten. Auch die Rippen wurden individuell mit äußerster Präzision zum Gittergerüst der Kuppel zusammengeschweißt.

Das Zusammenwirken von Architekten und Bauingenieuren an herausragenden Beispielen von Ingenieurarchitektur verständlich zu machen, ist ein Hauptanliegen des George-Bähr-Forums. Im vorliegenden Fall ist dies offensichtlich bestens und zu aller Zufriedenheit gelungen.

Entwicklung eines Versuchsstandes zur mehraxialen Beanspruchung von textilbewehrtem Beton

Die Fakultät Bauingenieurwesen lädt zur öffentlichen Verteidigung im Promotionsverfahren mit dem Thema „Entwicklung eines Versuchsstandes zur mehraxialen Beanspruchung von textilbewehrtem Beton“ von Dipl.-Ing. Yen Le Michler am Freitag, 20. Februar 2009, 13 Uhr, in das Sitzungszimmer Beyer-Bau, Raum 67, George-Bähr-Straße 1, ein.