International Association for Bridge and Structural Engineering wählt neuen Präsident

Bild (N.N. Personal Nantilus): Welcome-Reception der Französischen Gruppe der IABSE auf der Nantilus (Nantes, Loire) am 18. September 2018  Gratulation zur Wahl des Präsidenten der IABSE an Prof. Yaojun Ge (v. l. n. r.: Prof. Richard Stroetmann, Technische Universität Dresden; Prof. Yozo Fujino, Yokohama National University Japan; Klaus H. Ostenfeld, Dä-nemark, Präsident der IABSE von 19972001; Prof. Yaojun Ge, Tongji University, Shanghai China; Prof. Jan A. Wium, University of Stellenbosch, South Africa)

Im Rahmen der „Annual Meetings“ des IABSE-Symposiums in Nantes wurde am 18.9.2018 vom „Permanent Committee“ ein neuer Präsident für die Legislaturperiode ab 2019 gewählt. Derzeitiger Präsident ist Professor Fernando Branco vom Instituto Superior Técnico der Uni-versität Lissabon, der mit viel Engagement und persönlicher Leidenschaft die Geschicke des Ingenieurverbandes bis 2019 lenkt. Deutsche Delegierte im „Permanent Committee“ waren Prof. Ulrike Kuhlmann (Universität Stuttgart), Prof. Guido Morgenthal (Bauhausuniversität Weimar), Prof. Marion Rauch (Hochschule Kaiserslautern), Peter Seitz (K+S Ingenieur-Consult GmbH & Co. KG, Nürnberg) und Prof. Richard Stroetmann (Technische Universität Dresden). Bereits im 1. Wahlgang fiel die Entscheidung mit absoluter Mehrheit zugunsten von Prof. Yaojun Ge von der Tongji University in Shanghai, der mit seinen Visionen über die Zu-kunft der International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) überzeugen konnte. Für seine Präsidentschaft ab 2019 hat sich Prof. Ge die Stärkung des internationalen Ingenieurverbandes durch die Gewinnung neuer Mitglieder und die Verbesserung der finanzi-ellen Ausstattung vorgenommen. Zudem will er den Zusammenhalt und die Harmonie des Verbandes fördern, eine typisch chinesische Fähigkeit, wie er sagt. Die nationalen Gruppen der IABSE (derzeit 51) sollen gefördert und die Aktivitäten durch mehr Konferenzen, Symposien sowie nationale Tagungen erhöht werden.
Bereits beim Symposium in Vancouver wurde eine neue, wesentlich flexiblere Struktur der Fachausschüsse des Technischen Komitees der IABSE beschlossen. Es wurden 6 soge-nannte „Commissions“ mit 6 Schwerpunkten gebildet:

  1. Performance & Requirements (safety, durability, loads, environmental issues…)
    Chair: Niels Peter Høj, Switzerland; Vice Chair: Ana Mandic Ivankovic, Croatia
  2. Conceptual design (any type of structure), Chair: Annette Bögle, Germany; Vice Chair: José Romo Martin, Spain
  3. Structural Analysis & Evaluation
    Chair: Bert Hesselink, Netherlands; Vice Chair: Richard Stroetmann, Germany
  4. Construction Methods & Processes (any type of structure)
    Chair: Pedro Pacheco, Portugal; Vice Chair: Javier Muñoz-Rojas, Spain
  5. Preservation and Forensics (including LCCA, BMS…)
    Chair: Rade Hajdin, Switzerland; Vice Chair: Jose Campos e Matos, Portugal
  6. Sustainability (including Demolition, Recycling and Use)
    Chair: Xin Ruan, China; Vice Chair: Mitsuyoshi Akiyama, Japan

Den „Commissions“ sind „Task Groups“ (TG) zugeordnet, die thematisch gebildet werden und solange bestehen, wie es die jeweiligen Aufgaben erfordern. Themen können z.B. die „Gebrauchstauglichkeit von Verbundkonstruktionen“, die „Schwingungen von Schrägseilbrücken“ und Ähnliches sein, zu denen Publikationen, workshops, e-learning Mate-rial etc. in einer internationalen Arbeitsgemeinschaft interessierter Ingenieure, Wissenschaftler und Praktiker im Rahmen der IABSE erstellt werden. Die Mitglieder der TG müssen nicht zwingend Mitglieder der IABSE sein, die Bildung einer TG erfolgt auf Antrag bei dem jeweili-gen Chair der thematisch relevanten Kommission (weitere Informationen siehe www.iabse.org).
In Deutschland werden inzwischen jährlich sogenannte „Young Engineers Colloquia“ mit viel Zuspruch von den Ingenieurbüros, der Bauindustrie und den Universitäten organisiert. Das letzte fand am 13. und 14. April an der Universität der Bundeswehr in München statt und wurde gemeinsam mit der Österreichischen IABSE-Gruppe ausgerichtet. Chair der Deutschen Gruppe ist derzeit Prof. Geralt Siebert (Uni BW München), das Sekretariat führt Dipl.-Ing. Peter Seitz.
Die Deutsche Gruppe der IABSE gratuliert Prof. Yaojun Ge zu seiner Wahl als neuen Präsidenten ab 2019 und wünscht ihm eine harmonische, effektive und zugleich nachhaltige Amtszeit.

Green Talents besuchen Hot Spots der Nachhaltigkeitswissenschaft – darunter auch das C³-Projekt

Dr. Frank Schladitz gibt den Nachwuchswissenschaftlern in seinem Vortrag einen umfassenden EInblick in das Thema Carbonbeton. (Foto © Chris Gärtner)
Dr. Frank Schladitz gibt den Nachwuchswissenschaftlern in seinem Vortrag einen umfassenden EInblick in das Thema Carbonbeton. (Foto © Chris Gärtner)

Zu den globalen Herausforderungen unserer Zeit zählen laut Bundesregierung die globale Erderwärmung, die zunehmende Energie- und Ressourcenknappheit sowie die schwerwiegende Umweltverschmutzung. Im Umgang mit diesen Themen und zur Förderung globaler Lösungen setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf internationale Kooperationen und schreibt dafür seit 2009 den jährlich stattfindenden Green Talents-Wettbewerb aus.

Eine hochkarätige Expertenjury wählt, auf Grundlage der wissenschaftlichen Exzellenz und des Innovationspotentials der Bewerber, die Green Talents aus einer Vielzahl an Kandidaten aus. Mit Bekanntgabe der Preisträger beginnt für die herausragenden Nachwuchswissenschaftler ein zweiwöchiges Wissenschaftsforum in Deutschland, welches mit dem Besuch von Spitzeneinrichtungen der Nachhaltigkeitsforschung sowie exklusiven Einblicken in die deutsche Forschungslandschaft verbunden ist. Dabei stehen nicht nur der Zugang zu Deutschlands Forschungs- und Innovationszentren im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung im Vordergrund, sondern auch die direkte Vernetzung mit den Experten vor Ort und die Förderung der internationalen Forschungskooperation.

Am 15. Oktober begann die Rundtour der Green Talents mit dem Besuch der TU Dresden. Als einziges Zwanzig20-Konsortium erhielt das C³-Projekt die große Ehre durch das Bundesforschungsministerium, den Green Talents einen Einblick in das spannende Thema Carbonbeton geben zu dürfen. Nach einem Vortrag von Dr. Frank Schladitz, Geschäftsführer des C³-Vereins, folgte eine Führung durch das Otto-Mohr-Laboratorium der TU Dresden sowie eine spektakuläre Querkraftbalkenprüfung. Währenddessen nutzten die 25 Green Talents aus 19 verschiedenen Nationen die Möglichkeit für Gespräche mit den Experten des C³-Projekts und der TU Dresden, um sich über das Potential und die Projekte zu Carbonbeton auszutauschen. Im Anschluss an diesen Besuch ging die Reise der Green Talents weiter nach Jena.

Im Rahmen des Green Talents-Wettbewerbes erhalten die Preisträger zudem die Möglichkeit, einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an einer deutschen Einrichtung ihrer Wahl zu absolvieren, den Einblick in die Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland zu intensivieren und damit als Botschafter für nachhaltige Entwicklung ein weltweites Netzwerk zu formen.

Sowohl das Wissenschaftsforum als auch der Forschungsaufenthalt werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Weitere Informationen zu den Green Talents erhalten Sie hier.

Beitrag: Chris Gärtner