Die 9. Carbon- und Textilbetontage in Dresden – Rückblick auf eine gelungene Veranstaltung.

Sven Hofmann
28. September 2017

Nun ist sie leider schon wieder vorbei, die große Konferenz rund um die Themen Carbon- und Textilbeton. Die Gastgeber C³ – Carbon Concrete Composite e. V. und TUDALIT e. V. hatten für den 26. und 27. September 2017 nach Dresden in das Hotel Hilton eingeladen. Die gemeinsame Konferenz, welche die bisherige TUDALIT-Anwendertagung und die C³-Konferenz in sich vereint, ist die derzeit wichtigste Fachtagung auf diesem Gebiet. Der Einladung folgten rund 340 Teilnehmer, um sich über die neuesten Erkenntnisse sowie den aktuellen Stand der Entwicklung und Anwendung des innovativen Verbundbaustoffs zu informieren.

Nach der feierlichen Eröffnung der Konferenz durch Prof. Peter Offermann und dem übermittelten Grußwort durch Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) wurden die Gewinner des TUDALIT-Architekturwettbewerbes vorgestellt und ausgezeichnet. Studierende und Absolventen konnten ihre kreativen Entwürfe für die Verwendung der Werkstoffe Carbon- und Textilbeton bis zum 30.06.2017 einreichen. Die Fachjury hatte sich in diesem Jahr für die Arbeiten von Patric Trauschke (1. Preis) und der Gruppe Marie Lea Breidenbach, Simon Madlener und Patrick Schmidt (jeweils 2. Preis) entschieden. Die Gewinner hatten im Anschluss an die Preisverleihung die Gelegenheit, ihre Arbeiten in einer kurzen Präsentation vorzustellen.

Das große Interesse an der Konferenz wird durch die hohe Teilnehmerzahl von 340 belegt. Foto: Sven Hofmann

Die Konferenz bot den Teilnehmern 50 Fachvorträge, 22 Posterpräsentationen und zahlreiche Ausstellerstände. Die durch Moderatoren vorgestellten hochkarätigen Fachexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft präsentierten aktuelle Ergebnisse ihrer Projekte und gaben Ausblicke auf zukünftigen Vorhaben sowie mögliche Trends und Entwicklungschancen. So konnten zum Beispiel vielversprechende Ergebnisse einzelner Vorhaben des weltweit größten Bauforschungsprojektes C³ – Carbon Concrete Composite präsentiert werden, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Das gesteckte Ziel, bis 2021 die Marktreife des neuen Verbundbaustoffs Carbonbeton zu erzielen, rückt näher. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist es wichtig, alle Themen und Fragestellungen zu betrachten, zielorientierte Lösungen zu finden und somit Marktbarrieren zu beseitigen. Dies schließt neben den rein technischen und wissenschaftlichen Inhalten auch Gedanken der Nachhaltigkeit wie Recyclingfähigkeit, Gesundheitsfragen, energetische Betrachtungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen mit ein. Am Ende des Entwicklungsprozesses sollen zugelassene Verfahren und ein umfangreiches Regelwerk entstanden sein, welche den Ingenieur- und Planungsbüros das notwendige know how bieten, um diesem neuen Verbundbaustoff den Weg in die Praxis zu ermöglichen.

Zwischen den Vortragsblöcken, die parallel in zwei Sälen stattfanden, gab es für die Konferenzteilnehmer in den Pausen immer wieder die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen oder zu festigen, Erkenntnisse auszutauschen und einen Blick „über den Tellerrand“ zu wagen. Nach dem umfangreichen Konferenzprogramm des ersten Tages folgten zahlreiche Teilnehmer der Einladung zur gemeinsamen Abendveranstaltung. Das einladende Buffet, das umsichtige Personal und die angenehme Atmosphäre der Pianobar des Hotel Hilton sowie die Livemusik der TUDALIT-Band trugen zum Gelingen des gemütlichen Abends bei.

Auch der zweite Konferenztag mit weiteren zahlreichen Fachvorträgen, Diskussionsrunden, persönlichen Gesprächen, weiteren Posterpräsentationen und regem Austausch von Erfahrungen und Informationen kann als großer Erfolg gewertet werden.

Im Abschlussvortrag stellte Prof. Manfred Curbach (Direktor Institut für Massivbau der TU Dresden) die Frage: Quo vadis, Carbonbeton? Nach kurzen Einblicken in die aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen der Baubranche machte er den Teilnehmern großen Mut, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, die gesteckten Ziele zu erreichen und somit Teil einer neuen Wertschöpfungskette zu sein.

Manfred Curbach gab den Teilnehmern das Versprechen mit auf den Weg, sich auch im nächsten Jahr wieder hier in Dresden zu den 10. Carbon- und Textilbetontagen zu treffen und konnte bereits die dafür geplanten Termine bekanntgeben.

Lobend sei hier noch die perfekte Organisation und die engagierte Betreuung vor Ort durch die Teams von C³ – Carbon Concrete Composite e. V. und TUDALIT e. V erwähnt, die erheblich zum Gelingen der Konferenz beitrugen.

Das öffentliche Interesse an diesem neuen Materialverbund ist sehr groß, die Bereitschaft ihn anzuwenden steigt stetig. Die Konferenz „9. Carbon- und Textilbetontage“, geprägt durch fachliche Kompetenz und hohen Informationsgehalt, konnte als Plattform erheblich dazu beitragen, die Effektivität der Vermittlung neuester Erkenntnisse aus der Entwicklung und Anwendung von Carbon- und Textilbeton für alle Beteiligten weiter zu erhöhen. Nach Abschluss der zweitägigen Fachtagung ist die Fachwelt dem Ziel, das Bauen zu revolutionieren und durch innovative Baustoffe neue Möglichkeiten beim konstruktiven Bauen wie auch beim Erhalten vorhandener Bausubstanz zu schaffen, ein großes Stück nähergekommen.

Eine überaus gelungene Veranstaltung!

 

 

 

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