Carbonbeton ist Sieger bei Umweltpreis GreenTec Awards

Ulrich Assmann (2.v.r.), Vorstand der TUDAG, nahm den GreenTecAward  in der Kategorie Bauen und Wohnen für das Konsortium „C³ – Carbon Concrete Composite“  entgegen. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (r.) zeigte sich hocherfreut über die neuerliche Anerkennung des Standorts Dresden. Mit im Bild: Dr. Matthias Liebold von der Forsachergruppe Carbonbeton (l) und Sven Krüger von den GreenTec Awards.  Foto: Ulrich van Stipriaan
Ulrich Assmann (2.v.r.), Vorstand der TUDAG, nahm den GreenTecAward  in der Kategorie Bauen und Wohnen für das Konsortium „C³ – Carbon Concrete Composite“  entgegen. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (r.) zeigte sich hocherfreut über die neuerliche Anerkennung des Standorts Dresden. Mit im Bild: Dr. Matthias Liebold von der Forschergruppe Carbonbeton (l) und Sven Krüger von den GreenTec Awards. Foto: Ulrich van Stipriaan

Gewinner in der Kategorie Bauen und Wohnen bei den GreenTec Awards – einem der größten Preise für grüne Technologien, Initiativen und Unternehmen in Europa – ist das Forscherteam vom Institut für Massivbau der TU Dresden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Manfred Curbach wollen mit Carbonbeton das Bauen revolutionieren.

Das Konsortium „C³ – Carbon Concrete Composite“ war eins von über 30 Bewerbern in dieser Kategorie. Am 4. Mai stehen die Dresdner Forscher nun während der Festgala im Rahmen der weltweit größten Umwelttechnologiemesse IFAT in München auf dem Siegertreppchen. Die inoffizielle Preisverleihung vor Ort fand bereits statt: vor der geschichtsträchtigen Kulisse der Frauenkirche übergab Sven Krüger für den Veranstalter GreenTec Awards den Preis. Ulrich Assmann, Vorstand der TUDAG und Mitglied im Vorstand des Vereins „C³ – Carbon Concrete Composite“, nahm den Preis in Anwesenheit von Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert entgegen.

Carbon Concrete Composite (C³) ist ein neuer Materialverbund von Carbon und Hochleistungsbeton. Er führt zu einem entscheidenden Innovationsschub im Bauwesen. Mit C³ errichtete Bauwerke der Zukunft haben eine längere Lebensdauer und höhere Leistungsfähigkeit. Sie senken den Energieverbrauch und schonen Ressourcen, sie erhöhen die Sicherheit und gewährleisten Mobilität. Ziel des Konsortiums C³ – Carbon Concrete Composite, das im Rahmen des Programms Zwanzig20 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wird, ist es, in den nächsten zehn Jahren die Voraussetzungen zu schaffen, bei Neubauten mindestens 20 Prozent der heute üblichen Stahlbewehrung in Betonbauteilen durch Carbonbewehrung ersetzen zu können. Dem Konsortium C³ – Carbon Concrete Composite gehören derzeit über 80 namhafte Firmen und Vertreter deutscher Universitäten an. Initiator und Vorsitzender des Vereins ist Professor Manfred Curbach vom Institut für Massivbau der TU Dresden.

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3 Comments

  1. Aus Sicht der Errichtung eines solchen Bauwerkes ist der Ansatz sicher vielversprechend. Doch auch ein CFK-Beton hat kein ewiges Leben. Die End-of-Life-Betrachtung fand vor dieser Preisverleihung offenbar nicht statt. CFK ist nach derzeitigem Stand nicht recyclingfähig, die Freisetzung von Fasern durch mechanische oder thermische Prozesse ist ein extremes Gesundheitsrisiko und der Tod für jede elektrische Anlage. In Müllverbrennungsanlagen wird kein CFK mehr angenommen, weil die Fasern in der Flugasche die Elektrofilter kaputt machen. Die mechanische Aufbereitung muss mit Unterdruck erfolgen, damit ja keine Fasern frei rumfliegen können. Wer mal ein Stück Faser eingeatmet hat, wird sich ewig daran erinnern. Das ist die Neuauflage von Asbest, nur noch schlimmer. Freifliegende Fasern sind eine Gefahr für jede Elektroanlage im Umfeld. Und jetzt sollen 20 % der Bauwerke mit Carbonfasern bzw. CFK versehen werden. Wie soll ein solches Bauwerk abgerissen werden? Wie soll der Bauschutt recycelt werden? Wenn die Beantwortung dieser Fragen nicht Gegenstand der C3-Projekte ist, sollten Sie den Preis besser gleich zurückgeben.

    1. Die End-of-Life Betrachtungen sind unverzichtbar. Sie sind daher bereits Bestandteil zahlreicher Forschungsarbeiten. Sowohl die Sportartikel-, Flugzeug- als auch Autoindustrien, in denen Carbon seit Jahren in großen Mengen eingesetzt wird, beschäftigen sich mit dem sinnvollen Recycling. Auch in dem C³-Projekt ist dieses Thema ein westlicher Bestandteil und wird von sehr erfahrenen Forschungspartnern betreut. U. a. sollen Verfahren weiterentwickelt werden, die die Trennung von Beton und Carbon noch besser ermöglichen. Das Gesamtkonzept vom Rohstoff, über das Bauwerk, bis hin zum Recycling hat die Jury des GreenTec Award überzeugt.

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