Der Fall Buche

UVS
26. April 2013

Die Buche ist eine Schattenbaumart. Auch forstwirtschaftlich fristet sie ihr Dasein im Schatten von Fichten und Kiefern. Da die Buche gemäßigtes Klima bevorzugt, hat sie einst die Ebenen Mitteleuropas dominiert. Der Wald heute unterscheidet sich deutlich von damals. Das schnelle Wachstum heimischer Nadelgehölze und deren gerader Wuchs, der im Sägewerk höhere Ausbeuten erzielt, haben diese Baumart immer mehr in den Schatten gestellt.

Dr. Moritz Leschinsky erklärt der Kanzlerin den Lignozelluloseaufschluss. © Fraunhofer CBP

Das Teilprojekt »Formholzprodukte aus Buche« im Spitzencluster BioEconomy nimmt sich der Nutzung dieser Holzart an, in dem es neue Möglichkeiten der Wertschöpfung verfolgt. Dabei spielt die gute Formbarkeit der Buche unter Wärme und Feuchtigkeit die entscheidende Rolle. Die Bedeutung der Forschung im Spizencluster BioEconomy wurde unter anderem durch den Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrichen, die im vergangenen Herbst in Leuna das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP eröffnet hat.

Für die Visualisierung der stofflichen Nutzung der Buche nahm Diplom-Fotograf Lothar Sprenger eine Fällung im Zeitraffer auf und bereitete die Daten als Video auf. Die wirtschaftlichen Fakten dieser Fällung sind ernüchternd: Der Baum war 130 Jahre alt und wurde von fünf Generationen Förster gehegt und gepflegt. Die Rohholzausbeute addiert sich zu einem Gesamterlös von 218 Euro. Äste und Zweige verbleiben im Wald oder landen in den Kaminen von Selbstabholern. Am Ende des Sägegatters verbleiben nur etwa 60 Prozent des Stammholzes in der Wertschöpfung. Gibt man 218 Euro als Suchbegriff in Google ein, erhält man unter vielen entbehrlichen Produkten die Playstation Sony PS Vita …

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