Visionen Wirklichkeit werden lassen

Die Ideen und Visionen zum Formholz, die hinter der Forschung des Teams von Prof. Peer Haller vom Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen stehen, erhalten zunehmend Anerkennung: Beim Audi-Production Award wurde das visionäre Konzept ausgezeichnet, beim Spitzencluster BioEconomy ist die Dresdner Expertise in Sachen Rohstoff-Effizienz gefragt.

Visionäres Konzept beim Audi-Production Award

Beim zweitägigen Workshop in Ingolstadt: Dipl.-Ing. Jörg Wehsener, Thomas Händel, Prof. Dr.-Ing. Peer Haller (v.l.n.r.)

Was machen Bauingenieure bei Automobilbauern? Sie ins Staunen versetzen! So erging es jedenfalls Prof. Peer Haller und Mitarbeitern seines Teams, als sie Idee und Visionen rund ums Formholz beim Audi-Production Award vorstellten. Das Leitmotiv „Resourceneffizienz in der Produktion“ hatte 68 Teams aus mehr als zehn Ländern weltweit inspiriert – acht davon wurden für zwei Tage zu einem Workshop nach Ingolstadt eingeladen, um ihre Konzepte zu präsentieren, sie zu diskutieren und weiter zu entwickeln.

Den mit 5.000 Euro dotierten Gesamtsieg errang das Gemeinschaftsteam der University of California (USA) und der University of British Columbia (Kanada). Ihr Konzept überzeugte die Fachjury und sicherte für die Wissenschaftler den mit 5.000 Euro dotierten Gesamtsieg. Ihr Konzept „Optimierte Bahnkurven bei CNC-Maschinen“vergleicht verschiedene Werkzeugpfade bei CNC-Maschinen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz. Die Idee kann auf eine Vielzahl von Roboter- und Maschinenanwendungen adaptiert werden und eignet sich daher für einen breiten Einsatz in der Automobilproduktion.

Aber auch das Dresdner Konzept begeisterte und erhielt den Sonderpreis für das visionärste Konzept: Dipl.-Ing. Jörg Wehsener vom Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen, der maßgeblichen Anteil an der Entwicklung von Sicherheitsformholz im Interior hatte: „Der Werkstoff Holz wird in seinem Materialverhalten hinsichtlich Formbarkeit, Bruchverhalten, Brennbarkeit, Festigkeit neu definiert und kann in weiteren Eigenschaften den Anforderungen entsprechend modifiziert werden. Im Design eröffnen sich neue Gestaltungsmöglichkeiten, und das bei effizientem Materialeinsatz!“

Prof. Peer Haller, der die Forschung an Formholzprofilen initiiert hat und voran treibt, freut sich über das Interesse: „Die Anfragen, die mittlerweile Automobilhersteller wie AUDI an uns herantragen, zeigen wie sehr Ressourcen und Umwelt ins Blickfeld gerückt sind und wie aufgeschlossen selbst diese Branche der Verwendung von Holz gegenüber steht. Wer hätte dies noch vor zehn Jahren gedacht!“

Teilnahme am Spitzencluster BioEconomy
Die wachsende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses – und so gibt es von den Holzforschern aus Dresden noch einen weiteren Erfolg zu vermelden: Formholz aus Buche hat im Spitzencluster BioEconomy erfolgreich abgeschnitten. Dieses Förderinstrument des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist mit einem Volumen von insgesamt 40 Millionen Euro dotiert, wozu die Industrie nochmals den gleichen Betrag beisteuert. Auch der Freistaat Sachsen engagiert sich mit 10 Millionen Euro. Für den Lehrstuhl ist die Teilnahme am Spitzencluster neben der ideellen Auszeichnung mit den Vorzügen der Großforschung verbunden. Wahrscheinlich werden dadurch zwei Wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) für bis zu fünf Jahre zusätzlich eingestellt werden können. Der Schwerpunkt des BioEconomy-Clusters liegt in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (Holzregion Südharz, Chemiedreieck) und Sachsen (Leipzig, Dresden) und ist um den Chemiestandort Leuna als Cluster-Zentrum konzentriert.

Dass die Forschung vom Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen mit in den Cluster einbezogen ist, erfreut Prof. Haller besonders: „Eine Hochschule, die sich anschickt exzellent zu werden, muss besonders auf den Gebieten Innovation, CO2-Effizienz, Klima- und Umweltfreundlichkeit zur visionären Spitze gehören. Der Boden ist bestellt, die Saat aufgegangen, Erntehelfer willkommen!“

Print Friendly

2 Comments

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    als Verein tragen wir den Aufbau eines Forstmuseums in der Oberlausitz in Sohland Spree und sind als Forstleute natürlich sehr interessiert an Entwicklungen mit unsererem Hauptprodukt, dem Holz. Vor einiger Zeit durften wir dem Vortrag von Prof. Haller beim Tag des Staatsbetriebes Sachsenforst beiwohnen. Ich möchte Sie fragen, ob die Möglichkeit besteht, als Sachzeugen für unser Museum Beispiele für Formholz von Ihnen zu erhalten. Über eine Unterstützung unserer Arbeit würden wir uns sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Feigel

Comments are closed.